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Call-Conversion-Tracking bei Google Ads: Anrufe endlich als echten Werbeerfolg messen

cropped klaus kirnbauer
Kurz & kompakt

Call-Conversion-Tracking in Google Ads erfasst Telefonanrufe, die über eine Anzeige ausgelöst werden, als vollwertige Conversion. Dabei ersetzt eine kostenlose Google-Weiterleitungsnummer (0800) automatisch die Geschäftsnummer auf der Website, sobald ein Besucher über eine Google Ads-Anzeige kommt. Die Einrichtung erfolgt im Google Ads-Konto unter „Tools und Einstellungen“ > „Conversions“ durch Anlegen einer neuen Conversion vom Typ Anruf.

Vier zentrale Aspekte des Call-Conversion-Trackings in Google Ads:

  1. Im Bereich „Dimensionen“ siehst du für jeden Anruf Startzeit, Dauer in Sekunden, Status und Vorwahl.
  2. Anrufzeit, Dauer und Vorwahl gelten als personenbezogene Daten nach DSGVO und TKG 2021.
  3. Ein Grazer Elektrounternehmen erkannte so: Notdienst-Anzeigen brachten wenig Klicks, aber viele lange Anrufe.
  4. Bei Smart Bidding optimiert Google Ads Gebote auch auf Call-Conversions, wenn genug Daten vorliegen.
Call-Conversion-Tracking
Bild(er): KI-generierte Illustration

Ein Kunde klickt auf deine Google Ads-Anzeige, landet auf deiner Website – und greift dann zum Telefon, statt ein Formular auszufüllen. Genau dieser Moment ging in vielen Google Ads-Konten lange spurlos unter. Mit Call-Conversion-Tracking Google Ads lässt sich dieser Anruf heute als vollwertige Conversion erfassen, auswerten und in die Budgetplanung einbeziehen. Für Betriebe, bei denen das Telefon nach wie vor der wichtigste Kontaktkanal ist – vom Installateur bis zur Anwaltskanzlei – ist das ein handfester Vorteil in der Erfolgsmessung.

Warum der Anruf so lange die blinde Seite im Reporting war

Klassisches Conversion-Tracking in Google Ads erfasst Aktionen wie einen Kauf im Onlineshop oder ein ausgefülltes Kontaktformular. Solche Ereignisse zählen als wertvolle Kundenaktion, weil sie zeigen, dass eine Anzeige nicht nur Klicks, sondern echtes Interesse gebracht hat. Ein Telefonanruf ist inhaltlich mindestens genauso wertvoll – oft sogar wertvoller, weil ein Anrufer meist schon entschlossener ist als jemand, der nur ein Formular abschickt. Trotzdem verschwand dieser Kontakt lange in den Statistiken, weil Google Ads gar nicht wusste, dass er stattgefunden hat. Kampagnen, die viele Anrufe brachten, wirkten dadurch schlechter, als sie tatsächlich waren – ein klassischer blinder Fleck bei der Bewertung des Werbebudgets.

Wie Call-Conversion-Tracking heute technisch funktioniert

Ist Call-Conversion-Tracking aktiviert, sieht ein Websitebesucher, der über eine Google Ads-Anzeige auf deine Seite gekommen ist, nicht mehr deine normale Geschäftsnummer, sondern eine von Google bereitgestellte Weiterleitungsnummer. Ein Skript übernimmt diesen Tausch automatisch im Hintergrund, ohne dass sich am Design oder an der Nutzerführung etwas ändert. Ruft der Interessent diese Nummer an, wird die Verbindung ganz normal zu deinem Unternehmen durchgestellt – gleichzeitig meldet Google Ads im Konto eine Call-Conversion.

Neben dieser Variante mit Weiterleitungsnummer gibt es inzwischen auch die Möglichkeit, Klicks auf eine hinterlegte Telefonnummer direkt am Handy als Conversion zu werten – etwa wenn jemand auf mobilen Seiten oder in einer Anzeigenerweiterung direkt auf die Nummer tippt. Für ein vollständiges Bild empfiehlt es sich, beide Wege zu kombinieren: die klassische Weiterleitungsnummer auf der Website und die Erfassung von Klicks auf Anruf-Buttons oder Anzeigenerweiterungen.

Kostenfrei für alle Beteiligten

Die Weiterleitungsnummer ist eine gebührenfreie 0800-Nummer. Weder für den Anrufer noch für dich als Werbetreibenden entstehen dadurch zusätzliche Kosten. Bezahlt wird wie gewohnt ausschließlich der Klick auf die Anzeige – das Telefonat selbst kostet niemanden etwas extra. Für einen Kärntner Fliesenleger, dessen Kunden meist direkt anrufen statt eine E-Mail zu schreiben, bedeutet das: Er sieht erstmals sauber, welche Keywords und Anzeigentexte wirklich zu Anrufen führen, ohne dafür einen Cent mehr auszugeben.

Schema-Darstellung eines Anrufs über eine Google-Weiterleitungsnummer nach Klick auf eine Google Ads-Anzeige

Call-Conversion-Tracking in Google Ads einrichten

Die Einrichtung läuft über das Google Ads-Konto im Bereich „Tools und Einstellungen“ unter „Conversions“. Dort legst du eine neue Conversion vom Typ Anruf an – entweder als Anruf über die Weiterleitungsnummer auf der Website oder als Klick auf eine Telefonnummer in Anzeigen und Anzeigenerweiterungen. Für die Weiterleitungsnummer generiert Google Ads Code-Snippets, die in die Website eingebaut werden müssen. Üblicherweise übernimmt das dein Webentwickler oder deine Google Ads-Betreuung im Zuge des Tag-Managements, häufig über den Google Tag Manager. Eine aktuelle Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du direkt in der Google Ads Hilfe, da sich Bezeichnungen und Menüführung im Konto immer wieder ändern.

Wichtig dabei: Die Nummer, die auf der Website angezeigt wird, muss technisch korrekt eingebunden sein, damit der Wechsel zwischen Original- und Weiterleitungsnummer zuverlässig funktioniert und keine falschen Nummern auf Visitenkarten, in Screenshots oder in lokalen Verzeichniseinträgen landen. Achte außerdem darauf, dass dein Consent-Tool die Ausspielung der Weiterleitungsnummer korrekt an eine gültige Einwilligung koppelt – dazu gleich mehr.

Was dir die Auswertung wirklich zeigt

Sobald Daten gesammelt werden, lassen sich diese auf allen Kontoebenen auswerten – also für einzelne Kampagnen, Anzeigengruppen, Keywords oder Anzeigen. Damit siehst du auf einen Blick, welche Suchbegriffe tatsächlich Anrufe bringen und welche nur Klicks ohne Kontaktaufnahme. Im Bereich „Dimensionen“ bekommst du sogar Detailinformationen zu jedem einzelnen Anruf: die Startzeit, den Zeitpunkt, zu dem das Gespräch beendet wurde, den Status (entgegengenommen oder verpasst), die Gesprächsdauer in Sekunden und die Vorwahl des Anrufers.

Diese Daten lassen sich auch für automatisierte Gebotsstrategien nutzen: Wenn du Call-Conversions als Zielaktion für Smart Bidding hinterlegst, optimiert Google Ads Gebote nicht mehr nur auf Klicks oder Formularabschlüsse, sondern auch auf tatsächliche Anrufe – vorausgesetzt, es liegt genug Datenvolumen vor.

Stell dir ein Elektroinstallationsunternehmen in Graz vor, das drei verschiedene Anzeigengruppen schaltet: eine für „Elektriker Notdienst“, eine für „Steckdosen montieren“ und eine für „Photovoltaik Beratung“. Nach vier Wochen zeigt die Auswertung, dass die Notdienst-Anzeigen zwar wenig Klicks, aber überdurchschnittlich viele und lange Anrufe bringen – während die Photovoltaik-Kampagne viele Klicks, aber kaum Anrufe erzeugt. Ohne Call-Conversion-Tracking hätte man das Budget vermutlich in die falsche Richtung verschoben. Mit diesen Daten lässt sich das Google Ads-Budget gezielt dorthin lenken, wo tatsächlich Kundenkontakte entstehen.

Ausschnitt eines Reportings mit Anrufdauer, Uhrzeit und Status mehrerer erfasster Telefonanrufe

Ist Call-Tracking in Österreich überhaupt erlaubt?

Diese Frage taucht bei österreichischen Werbetreibenden regelmäßig auf – und die Antwort ist differenzierter als ein simples Ja oder Nein. Wichtig zu verstehen: Call-Conversion-Tracking, wie Google es hier anbietet, zeichnet keine Gesprächsinhalte auf. Es wird nicht mitgehört und nicht aufgenommen, was am Telefon gesagt wird. Erfasst werden ausschließlich Metadaten wie Anrufzeit, Dauer und Vorwahl. Das strafrechtlich heikle Thema Gesprächsaufzeichnung – also das unbefugte Mithören oder Aufnehmen eines nichtöffentlichen Gesprächs – ist davon gar nicht betroffen.

DSGVO und TKG 2021 trotzdem im Blick behalten

Trotzdem handelt es sich bei Anrufzeitpunkt, Dauer und Vorwahl um personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO, sobald sie einem Werbekontakt zugeordnet werden können. Wer solche Daten verarbeitet, braucht dafür eine Rechtsgrundlage – in der Praxis meist die Einwilligung über ein Cookie- und Consent-Tool, das auch Marketing- und Tracking-Technologien inklusive Google Consent Mode abdeckt. Zusätzlich regelt das österreichische Telekommunikationsgesetz 2021 (TKG 2021) die Vertraulichkeit der elektronischen Kommunikation und stellt ähnliche Anforderungen an Transparenz und Einwilligung wie beim klassischen Website-Tracking. In der Datenschutzerklärung sollte daher klar stehen, dass eine Weiterleitungsnummer eingesetzt wird und Anrufdaten an Google übermittelt werden.

Kurz gesagt: Call-Conversion-Tracking Google Ads ist in Österreich nicht grundsätzlich verboten, muss aber genauso sauber in die Datenschutz- und Consent-Struktur der Website eingebettet werden wie jedes andere Conversion-Tracking auch.

Für welche Branchen sich Call-Conversion-Tracking besonders lohnt

Nicht jedes Unternehmen profitiert gleich stark davon. Besonders wertvoll ist die Auswertung dort, wo der Anruf der natürliche nächste Schritt nach dem Anzeigenklick ist:

  • Handwerksbetriebe mit Notdienstcharakter
  • Kanzleien, die eine erste vertrauliche Beratung meist telefonisch klären
  • Autohäuser vor einer Probefahrt-Terminvereinbarung
  • Gesundheitsdienstleister, bei denen ein Anruf schneller zum Termin führt als ein Online-Formular

Wer in einer dieser Branchen tätig ist und bisher nur nach Formularabschlüssen optimiert hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit einen erheblichen Teil des tatsächlichen Anzeigenerfolgs schlicht nicht gesehen.

Fazit: Erst verstehen, wie Kunden wirklich Kontakt aufnehmen

Call-Conversion-Tracking Google Ads schließt eine Lücke, die viele Werbetreibende jahrelang mitgeschleppt haben, ohne es zu merken. Bevor du das Feature aktivierst, lohnt sich aber ein Blick auf die eigene Zielgruppe: Ruft sie überhaupt lieber an, als ein Formular auszufüllen? Genau diese Frage zu klären, bevor man an Technik und Budget schraubt, ist der Kern unseres Verständnisses von gutem Online-Marketing. Wenn du wissen willst, wie sich Call-Conversion-Tracking sauber in deine bestehenden Google Ads Kampagnen einbauen lässt, unterstützen wir dich dabei mit einem klaren Blick auf Zahlen, Datenschutz-Grundlagen und die tatsächliche Customer Journey deiner Kunden.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Er stellt keine verbindliche Auskunft zur Vereinbarkeit von Call-Conversion-Tracking mit der DSGVO, dem TKG 2021 oder anderen gesetzlichen Vorgaben dar. Rechtsprechung und behördliche Auslegung in diesem Bereich entwickeln sich laufend weiter. Bevor du entsprechende Tracking-Snippets live schaltest, empfehlen wir dir ausdrücklich, die konkrete Umsetzung mit einer Datenschutz- oder Rechtsberatung abzuklären, die deine individuelle Situation kennt.

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