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Data-driven Storytelling: Wie du mit Daten und Mini-Studien in die Medien kommst

cropped klaus kirnbauer
Kurz & kompakt
Über zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher kaufen laut Statistik Austria regelmäßig online ein – eine solche belegte Zahl überzeugt Redaktionen deutlich eher als bloße Behauptungen. Für eigene Mini-Studien eignen sich Tools wie Google Forms, Typeform, SurveyMonkey oder Qualtrics, je nach Anspruch und Budget. Wichtig ist der Kontext: Eine Zahl wie „38 Prozent“ wirkt erst mit erkennbarem Nutzwert und emotionaler Wirkung, etwa alarmierend oder überraschend. KI-Suchsysteme bevorzugen zudem Marken, die in mehreren unabhängigen Quellen wie Medienartikeln oder Interviews auftauchen. Beispiele wie IKEA-Schlafstudien oder WWF-Klimaauswertungen zeigen, dass auch kleine Betriebe mit lokal relevanten Zahlen in Regionalmedien landen können.
Data-driven Storytelling

Ein Zitat allein reicht heute oft nicht mehr, um bei Redaktionen Aufmerksamkeit zu bekommen. Wer Journalistinnen und Journalisten überzeugen will, kommt an einem Weg kaum vorbei: Data-driven Storytelling. Also Geschichten, die auf echten Zahlen, Fakten und kleinen eigenen Studien aufbauen. Das klingt zunächst nach reiner Statistik-Arbeit, ist aber vor allem eine Frage der Haltung: Bevor du irgendeine Botschaft in die Welt schickst, solltest du verstehen, welches Problem deine Zielgruppe und welche Frage die Medien wirklich interessiert. Genau da beginnt gute Pressearbeit mit Daten.

Warum Zahlen mehr Vertrauen schaffen als Behauptungen

Stell dir zwei Pressemitteilungen vor. Die erste behauptet: „Immer mehr Menschen kaufen online ein.“ Die zweite schreibt: „Laut Statistik Austria kaufen mittlerweile über zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher regelmäßig online ein – eine eigene Befragung unter 400 heimischen KMU zeigt, dass sich ihr Online-Umsatzanteil binnen drei Jahren verdoppelt hat.“ Welche der beiden landet eher in einem Artikel? Genau die zweite. Zahlen wirken seriös, sie machen komplexe Entwicklungen greifbar und sie liefern Redaktionen etwas, das sie ihren Leserinnen und Lesern belegbar präsentieren können. Reine Bauchgefühl-Aussagen sind wie ein Marktschreier am Wiener Naschmarkt: laut, kurz aufmerksamkeitsstark – aber schon am nächsten Tag vergessen. Fundierte Daten bleiben hängen, werden zitiert und weitergetragen.

Mehr als nur Zahlen: Was Data-driven Storytelling wirklich bedeutet

Data-driven Storytelling heißt nicht, einfach eine Tabelle an Journalisten zu schicken. Es geht darum, aus eigenen oder fremden Daten eine Geschichte zu bauen, die über die reine Information hinausgeht. Eine Zahl wie „38 Prozent“ ist erst dann interessant, wenn klar wird, wofür sie steht, wen sie betrifft und warum sich etwas dadurch verändert. Genau dieser Nutzwert entscheidet, ob eine Statistik in einem Artikel landet oder im Papierkorb. Daten können dabei ganz unterschiedliche Wirkungen erzeugen: Sie können alarmieren („Jeder dritte Tiroler Betrieb findet keine Lehrlinge mehr“), beruhigen („Trotz Inflation bleibt die Sparquote stabil“) oder überraschen („Mehr Menschen googeln ‚Wanderschuhe‘ im Jänner als im Juli“). Wer diese emotionale Komponente mitdenkt, verschafft seiner Geschichte deutlich mehr Aufmerksamkeit als mit reinen Fakten.

Warum eigene Kanäle allein nicht reichen

Website, Social-Media-Profile und Blog sind wichtig – aber sie erreichen fast ausschließlich Menschen, die dich bereits kennen oder aktiv suchen. Pressearbeit funktioniert anders: Sie bringt dich vor Menschen, die noch nie von dir gehört haben, aber einer Zeitung, einem Fachmagazin oder einem Podcast vertrauen. Dieses Vertrauen überträgt sich – ein Effekt, den man als Social Proof bezeichnet. Menschen verlassen sich auf die Einschätzung anderer, sei es bei Kundenbewertungen auf Google My Business oder bei der Berichterstattung eines seriösen Mediums. Eine Erwähnung im Wirtschaftsteil einer Tageszeitung oder in einem Branchenpodcast wirkt wie eine Empfehlung von außen, die du dir nicht selbst ausstellen kannst. Werbung schafft Reichweite, aber Pressearbeit baut Glaubwürdigkeit auf – und genau die entscheidet oft, ob jemand am Ende bei dir kauft oder anfragt.

Der KI-Faktor: Warum Mediennennungen jetzt noch wichtiger werden

Ein Punkt, der 2024 und 2025 stark an Bedeutung gewonnen hat: KI-gestützte Suchsysteme und Chatbots bevorzugen Marken, die nicht isoliert im Web stehen, sondern von außen bestätigt werden. Wenn jemand eine KI fragt „Welche Anbieter sind in dieser Branche bekannt?“ oder „Welche Expertinnen und Experten werden zu diesem Thema genannt?“, greift das System bevorzugt auf Namen zurück, die in mehreren unabhängigen Quellen auftauchen – also in Medienartikeln, Fachmagazinen oder Interviews. Wer nie in der Presse vorkommt, hat es hier deutlich schwerer, überhaupt in den Antworten zu landen. Diese Entwicklung ist auch ein zentraler Grund, warum sich Themen wie Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen und klassische Pressearbeit heute immer stärker überlappen.

Journalistin liest am Laptop eine Pressemitteilung mit Diagrammen und Statistiken

So kommst du an aussagekräftige Daten

Nicht jedes Unternehmen hat eine eigene Marktforschungsabteilung – braucht es aber auch nicht. Eine kleine, saubere Mini-Studie reicht oft schon aus, um Medien zu interessieren. Sinnvoll ist folgendes Vorgehen:

  • Zielgruppenanalyse: Welche Fragen beschäftigen deine Kundinnen und Kunden gerade wirklich? Ein Fitnessstudio-Betreiber könnte etwa fragen: „Wie verändert sich das Trainingsverhalten der Österreicher nach dem Homeoffice-Boom?“
  • Klare Zielsetzung: Was soll die Botschaft am Ende sein – und wem soll sie nützen?
  • Passende Methode wählen: Online-Umfrage, kurze Interviews oder eine Fokusgruppe, je nach Aufwand und Zielgruppe.
  • Datenschutz beachten: Gerade bei Umfragen unter Kundinnen und Kunden müssen die DSGVO-Vorgaben eingehalten werden.

Für die technische Umsetzung gibt es je nach Anspruch unterschiedliche Tools: Wer schnell und unkompliziert starten will, greift zu Google Forms oder Microsoft Forms. Für optisch ansprechendere, marketingnahe Umfragen eignen sich Typeform oder Jotform, die auch solide Visualisierungen der Ergebnisse liefern. Größere Unternehmen setzen häufig auf SurveyMonkey oder Qualtrics, die professionelle Auswertungen ermöglichen. Und wer besonders datenschutzsensibel arbeiten oder die Umfrage selbst hosten möchte, ist mit LimeSurvey oder SoSci Survey gut beraten – beide punkten vor allem bei ausführlichen Reportings.

Auch fremde Daten können deine Geschichte tragen

Nicht jede Aussage muss aus einer eigenen Studie stammen. Sekundärdaten – etwa von Forschungseinrichtungen, der WKO oder Statistik Austria – lassen sich hervorragend einbauen, solange sie unverfälscht wiedergegeben werden und thematisch wirklich zu deinem Unternehmen und deiner Botschaft passen. Ein Beispiel: Ein Handwerksbetrieb, der über den Fachkräftemangel berichtet, kann aktuelle Zahlen zu offenen Lehrstellen zitieren und diese mit seiner eigenen Erfahrung verknüpfen. Das erhöht die Glaubwürdigkeit, ohne dass eine eigene Erhebung nötig ist.

Vom Datensatz zur Schlagzeile: So werden Zahlen medientauglich

Der größte Fehler in der Pressearbeit mit Daten: Zahlen ohne Kontext zu verschicken. „42 Prozent“ sagt niemandem etwas, wenn nicht klar ist, wovon die Rede ist, in welchem Zeitraum sich das entwickelt hat und warum es relevant ist. Statt einer trockenen Tabelle wirken Infografiken oder interaktive Grafiken deutlich stärker, weil sie Leserinnen und Leser intuitiv durch die Information führen. Genauso wichtig: kurz und prägnant bleiben. Redaktionen erhalten täglich dutzende Pressemitteilungen – wer in den ersten zwei Sätzen keinen klaren Nutzen zeigt, wird aussortiert.

6 Tipps, mit denen deine Daten tatsächlich in den Medien landen

  1. Kreativ aufbereiten: Baue aus deinen Zahlen eine kleine Geschichte statt einer reinen Auflistung.
  2. Die richtige Redaktion wählen: Eine Studie zu Rückenschmerzen im Homeoffice gehört zu einer Wirtschafts- oder Gesundheitsredaktion, nicht zu einem Modemagazin.
  3. Aktuelle Ereignisse nutzen: Ein Bio-Bauernhof kann etwa auf einen Lebensmittelskandal reagieren und mit eigenen Zahlen zu Tierwohl oder regionaler Herkunft punkten.
  4. Feste Termine einplanen: Zahlen rund um Ostern, Muttertag oder Schulbeginn haben einen natürlichen Anlass für Berichterstattung.
  5. Überraschende Zusammenhänge liefern: Immer dieselbe Studie in neuem Gewand langweilt Redaktionen – ungewöhnliche Blickwinkel wecken echtes Interesse.
  6. Auf der eigenen Seite klar zeigen, was dich einzigartig macht: Wer bei Website oder Social Media nachrecherchiert, sollte sofort erkennen, warum genau dein Unternehmen die Geschichte wert ist.

Einfache Infografik mit Balkendiagramm und Prozentzahlen zu einem Branchentrend

Von großen Marken lernen

Große Player zeigen, wie gut das funktionieren kann: IKEA hat gemeinsam mit einer Schlafforschungs-Organisation Studien zum Schlafverhalten veröffentlicht und damit international Aufmerksamkeit erzeugt. Umweltorganisationen wie der WWF liefern regelmäßig eigene Auswertungen zu Klimathemen, die von Radiosendern und Wissensmagazinen aufgegriffen werden. Auch Beratungshäuser wie McKinsey positionieren sich mit eigenen Wirtschaftsanalysen in Tageszeitungen als Vordenker ihrer Branche. Das Prinzip lässt sich auf jede Unternehmensgröße herunterbrechen: Ein steirischer Installateurbetrieb mit einer kleinen Umfrage zu Heizkosten unter 200 Kundinnen und Kunden kann genauso in der Regionalzeitung landen wie ein Konzern in der überregionalen Presse – wenn die Zahl relevant, aktuell und gut erklärt ist.

Wo Mediennennungen überhaupt stattfinden

Presse ist längst nicht mehr nur die klassische Tageszeitung. Relevante Anlaufstellen sind unter anderem Fachmedien und Branchenportale, Wirtschaftsmedien wie das Handelsblatt oder die WirtschaftsWoche, lokale Zeitungen und Radiosender für regional tätige Betriebe, passende Influencerinnen und Meinungsführer, Branchenmessen und Konferenzen, Podcasts und Webinare sowie Bewertungsportale wie Google My Business oder Trustpilot. Je nachdem, wo deine Zielgruppe tatsächlich unterwegs ist, lohnt sich eine unterschiedliche Gewichtung dieser Kanäle.

Fazit: Verstehen vor Verbreiten

Data-driven Storytelling funktioniert nur, wenn du zuerst verstehst, welche Frage deine Zielgruppe wirklich bewegt – und erst danach die passenden Zahlen dazu sammelst und erzählst. Eine Mini-Studie, ein sauber aufbereiteter Datensatz oder eine kluge Verknüpfung mit aktuellen Trends kann mehr Reichweite bringen als jede klassische Werbeanzeige, weil sie Vertrauen statt bloßer Sichtbarkeit schafft. Wer diese Prinzipien mit einer durchdachten Content-Marketing-Strategie verbindet, sorgt dafür, dass Mediennennungen nicht nur einmalig auftauchen, sondern langfristig zur Positionierung als Branchenexperte beitragen. Wenn du dabei Unterstützung brauchst, um Zielgruppenfragen, passende Daten und die richtige Ansprache der Redaktionen zusammenzubringen, findest du bei einer unverbindlichen Beratung einen guten Ausgangspunkt.

Bild(er): KI-generierte Illustration
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