Eine 301 Weiterleitung ist ein HTTP-Statuscode, der einem Browser oder einem Suchmaschinen-Crawler mitteilt, dass eine Seite dauerhaft an eine neue Adresse umgezogen ist. Der Server antwortet dabei nicht mit dem angefragten Inhalt, sondern schickt die Antwort „301 Moved Permanently“ zusammen mit der neuen URL — woraufhin der Browser automatisch die neue Adresse aufruft.
Woher kommt die Zahl 301?
Das HTTP-Protokoll (Hypertext Transfer Protocol) ist die Grundlage für die Kommunikation zwischen deinem Browser und einem Webserver. Jedes Mal, wenn du eine Webseite aufrufst, sendet der Server einen dreistelligen Statuscode zurück. Diese Codes sind in Klassen eingeteilt: Codes, die mit 2 beginnen, bedeuten Erfolg — zum Beispiel steht 200 OK dafür, dass eine Seite normal ausgeliefert wurde. Codes, die mit 3 beginnen, stehen für Weiterleitungen. Der bekannteste davon ist die 301.
Das System der Statuscodes wurde im Mai 1996 mit RFC 1945 formal dokumentiert, dem ersten offiziellen Standard für HTTP/1.0. Verfasst wurde dieses Dokument unter anderem von Tim Berners-Lee, dem Erfinder des World Wide Web. Damit ist die 301-Weiterleitung fast so alt wie das Web selbst.
Wie funktioniert eine 301 Weiterleitung technisch?
Wenn du beispiel-seite.at/alte-seite aufrufst und dort eine 301 Weiterleitung eingerichtet ist, läuft im Hintergrund folgendes ab: Dein Browser schickt eine Anfrage an den Server. Der Server antwortet nicht mit dem Seiteninhalt, sondern mit einem HTTP-Header, der den Statuscode 301 und den sogenannten Location-Header enthält — also die neue Ziel-URL, zum Beispiel beispiel-seite.at/neue-seite. Der Browser liest diesen Header und ruft sofort die neue Adresse auf, ohne dass du etwas davon merkst.
Weil die 301-Weiterleitung als dauerhaft gilt, speichert der Browser die neue URL im Cache. Das bedeutet: Beim nächsten Besuch steuert der Browser direkt die neue Adresse an, ohne den Umweg über die alte Adresse zu nehmen. Das spart Zeit und reduziert die Last auf dem Server.
Technisch lässt sich eine 301-Weiterleitung auf verschiedene Arten einrichten. Auf einem Apache-Webserver reicht ein Eintrag in der .htaccess-Datei: Redirect 301 /alte-seite /neue-seite. In PHP setzt du die entsprechenden Header manuell mit header('HTTP/1.1 301 Moved Permanently') und header('Location: ...'). Nginx und andere Serversysteme haben eigene Syntax für denselben Zweck.
301 vs. andere Weiterleitungen
Die häufigste Verwechslung passiert zwischen der 302 Weiterleitung und der 301. Eine 302 bedeutet „vorübergehend umgezogen“ — der Browser cacht die Weiterleitung nicht, und Suchmaschinen behalten die alte URL im Index. Wenn du also eine Seite dauerhaft verschibst und irrtümlich eine 302 verwendest, kann es sein, dass Google weiterhin die alte URL anzeigt.
Seit HTTP/1.1 gibt es außerdem die 308 Permanent Redirect. Der Unterschied zur 301 liegt in einem technischen Detail: Bei einer 301-Weiterleitung dürfen Browser die ursprüngliche Anfragemethode (zum Beispiel POST) in eine GET-Anfrage umwandeln. Die 308 verbietet dieses Verhalten explizit. Für die allermeisten Alltagsfälle im Web macht das keinen Unterschied, weshalb die 301 nach wie vor der Standard ist.
Bedeutung für SEO
Für Suchmaschinenoptimierung ist die 301-Weiterleitung eines der wichtigsten technischen Werkzeuge. Wenn Google eine Seite indexiert hat und du diese Seite dauerhaft umziehst, ohne eine Weiterleitung einzurichten, landet jeder Besucher — und jeder Crawler — auf einer Fehlerseite (404 Not Found). Alle Verlinkungen, die auf die alte Adresse zeigen, laufen ins Leere.
Eine korrekt eingerichtete 301-Weiterleitung signalisiert Google, dass die alte URL durch die neue ersetzt werden soll. Google entfernt daraufhin die alte Seite aus dem Index und übernimmt die neue. Dabei wird auch die sogenannte Link Equity — also die Bewertungsrelevanz, die eine Seite durch eingehende Links aufgebaut hat — auf die neue URL übertragen. Frühere Google-Mitarbeiter wie Matt Cutts haben bestätigt, dass dabei ein minimal kleiner Teil verloren geht, der praktisch jedoch kaum ins Gewicht fällt.
Typische Anwendungsfälle für eine 301-Weiterleitung: Umstieg von HTTP auf HTTPS, Domainwechsel, Umstrukturierung der URL-Struktur einer Website, Zusammenführen mehrerer Seiten mit ähnlichem Inhalt oder das Auflösen von Duplicate Content durch Weiterleitung auf eine kanonische URL.
Wichtig ist dabei, Redirect-Ketten zu vermeiden. Das passiert, wenn URL A auf URL B weiterleitet, URL B aber wieder auf URL C. Jedes zusätzliche Glied in der Kette kostet Ladezeit und kann dazu führen, dass ein Teil der Link Equity verloren geht. Leite immer direkt auf die endgültige Ziel-URL um.
Bei einem Domainumzug empfiehlt Google außerdem, das „Change of Address“-Tool in der Google Search Console zu verwenden. Es informiert Google direkt über den Umzug und beschleunigt die Aktualisierung des Indexes — ein Prozess, der ohne dieses Tool mehrere Wochen oder Monate dauern kann.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen 301 und 302 Weiterleitung?
Eine 301-Weiterleitung bedeutet, dass eine Seite dauerhaft umgezogen ist. Google überträgt dabei die Bewertungsrelevanz auf die neue URL und ersetzt die alte im Index. Eine 302-Weiterleitung signalisiert dagegen einen vorübergehenden Umzug — Google behält die alte URL im Index, und Browser cachen die Weiterleitung nicht. Im Zweifel solltest du bei permanenten Änderungen immer die 301 verwenden.
Verliere ich durch eine 301 Weiterleitung mein Ranking?
In der Regel nicht wesentlich. Der größte Teil der aufgebauten Verlinkungsstärke wird auf die neue URL übertragen. Kurzfristige Schwankungen direkt nach einem Umzug sind normal, solange die Weiterleitungen korrekt eingerichtet sind und Google die neuen URLs bereits gecrawlt hat.
Wie lange sollte eine 301 Weiterleitung aktiv bleiben?
So lange, wie es eingehende Links oder gespeicherte Lesezeichen auf die alte URL gibt — in der Praxis also dauerhaft oder zumindest für mehrere Jahre. Eine Weiterleitung zu früh zu entfernen bedeutet, dass alle noch auf die alte URL zeigenden Links wieder ins Leere laufen.