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404-Fehlerseite

cropped klaus kirnbauer

Eine 404-Fehlerseite ist die Seite, die dein Browser anzeigt, wenn du eine URL aufrufst, die auf dem Server nicht gefunden werden kann. Sie ist der sichtbare Teil des HTTP-Statuscodes 404 „Not Found“, den der Webserver als Antwort zurückschickt, wenn die angeforderte Ressource nicht existiert.

Wie funktioniert das technisch?

Jedes Mal, wenn dein Browser eine Webseite aufruft, läuft im Hintergrund ein kurzes Gespräch zwischen Browser und Server. Du tippst eine Adresse ein, der Browser schickt eine Anfrage an den Server — und der Server antwortet mit einem dreistelligen Statuscode. Der Code 200 bedeutet „alles gut, hier ist die Seite“. Der Code 404 bedeutet: „Diese Ressource existiert hier nicht.“

Der erste Teil der dreistelligen Zahl verrät die Kategorie: Codes der 4xx-Klasse signalisieren Fehler, die auf der Seite des Anfragenden liegen. Konkret bedeutet das: Entweder hast du eine URL falsch eingegeben, oder die Seite wurde gelöscht bzw. verschoben — ohne dass eine Weiterleitung eingerichtet wurde.

Wichtig dabei: Der 404-Code macht bewusst keine Aussage darüber, ob die Seite vorübergehend oder dauerhaft fehlt. Wenn ein Server weiß, dass Inhalte endgültig weg sind, kann er stattdessen den Code 410 Gone senden — das signalisiert Suchmaschinen die permanente Entfernung noch klarer. In der Praxis unterscheiden aber die meisten Systeme kaum zwischen beiden Codes.

Die Definition stammt aktuell aus RFC 9110, dem gültigen Standard für HTTP-Semantik, der die frühere RFC 7231 aus dem Jahr 2014 ersetzt hat.

Woher kommt der Name?

Rund um den 404-Code kursiert eine bekannte Geschichte: Der Code soll nach Raum 404 am CERN in der Schweiz benannt worden sein, wo Tim Berners-Lee 1989 das World Wide Web entwickelte. Angeblich habe dort ein Zentralrechner gestanden, und überlastete Mitarbeiter hätten bei Fehlanfragen mit „Daten nicht gefunden“ geantwortet.

Diese Geschichte ist ein Mythos. Robert Cailliau, Mitentwickler des World Wide Web, hat sie selbst widerlegt: Das CERN-Nummerierungssystem funktioniert nicht nach Stockwerken, sondern nach Gebäuden — und in Gebäude 4 gibt es gar keinen Raum mit der Nummer 04. Die Büros beginnen dort bei 410.

Die tatsächliche Erklärung ist schlichter: HTTP-Statuscodes wurden bei der Entwicklung des Webs systematisch definiert. Die Zahl 404 ist kein Verweis auf einen konkreten Ort, sondern einfach der vierte definierte Code in der vierten Fehlerklasse. Berners-Lee veröffentlichte das WWW am 6. August 1991 in der Newsgroup alt.hypertext — zusammen mit dem HTTP-Protokoll, das diese Codes bereits enthielt.

Warum ein 404-Fehler auftritt

Die häufigste Ursache ist ein Tippfehler in der URL. Daneben entstehen 404-Fehler, wenn Seiten gelöscht oder verschoben werden, ohne eine Weiterleitung einzurichten — etwa nach einem Website-Relaunch oder wenn Artikel-URLs geändert werden. Auch externe Links, die auf eine mittlerweile nicht mehr existierende Seite zeigen, führen zu 404-Fehlern.

Ein Beispiel aus der Praxis: Du verlinkst von einem anderen Blog auf beispiel-seite.at/blog/artikel-2019. Dieser Artikel wird später gelöscht, die Weiterleitung vergessen. Jeder, der auf deinen alten Link klickt, landet auf der Fehlerseite.

404-Fehler und SEO

Googles offizielle Aussage ist klar: 404-Fehler beeinflussen das Ranking einer Website grundsätzlich nicht direkt. Wenn du Seiten löschst und dafür keinen passenden Ersatz hast, ist ein sauber ausgelieferter 404 die richtige Antwort.

Problematisch wird es in diesen Fällen:

Wenn du viele interne Links hast, die ins Leere führen, signalisiert das dem Googlebot eine schlecht gepflegte Website. Das kann indirekt Crawling-Budget verschwenden — also die Zeit, die Google-Bot für deine Seite aufwendet — und dazu führen, dass wichtige Seiten seltener gecrawlt werden.

Wenn externe, gut verlinkte Seiten auf eine URL zeigen, die bei dir nur noch einen 404 zurückgibt, geht potenzielle Linkkraft (der Einfluss, den eingehende Links auf dein Ranking haben können) verloren. In diesem Fall lohnt sich eine 301-Weiterleitung auf eine thematisch passende Zielseite.

Besonders heikel ist der sogenannte Soft-404-Fehler: Das passiert, wenn eine Seite dem Besucher eine Fehlermeldung zeigt, der Server aber trotzdem den Code 200 OK zurückschickt — also so tut, als wäre alles in Ordnung. Google erkennt das und schließt solche Seiten aus dem Index aus. Ein typisches Beispiel dafür ist die pauschale Weiterleitung aller gelöschten Seiten auf die Startseite — das solltest du vermeiden, denn Google wertet das oft als Soft-404.

Die Google Search Console zeigt dir im Bereich „Seitenindexierung“ sowohl klassische 404-Fehler als auch Soft-404-Fehler an. Ergänzend funktionieren Crawling-Tools wie Screaming Frog oder Ahrefs, um defekte Links systematisch zu finden.

Was eine gute 404-Fehlerseite enthält

Jede Website bekommt früher oder später Besucher auf ihrer 404-Seite — sei es durch Tippfehler, veraltete Links oder veränderte URL-Strukturen. Weil das nicht zu verhindern ist, lohnt es sich, diese Seite bewusst zu gestalten.

Eine brauchbare 404-Seite erklärt kurz und verständlich, was passiert ist — ohne techn ischen Jargon. Sie enthält das Logo und die Navigation der Website, damit Besucher erkennen, wo sie sind und nicht abspringen. Eine Suchfunktion hilft, den gesuchten Inhalt trotzdem zu finden. Und Links zu beliebten Seiten oder Kategorien geben dem Besucher eine sinnvolle Weiterleitung.

Technisch entscheidend: Die 404-Seite muss selbst den Statuscode 404 zurückgeben. Wenn sie den Code 200 sendet, entsteht genau das Soft-404-Problem, das Google negativ wertet.

Viele bekannte Marken nutzen die Fehlerseite für einen humorvollen Auftritt — LEGO zum Beispiel zeigt einen erschrockenen Bauarbeiter, Netflix eine Szene aus einer Science-Fiction-Serie. Das ist kein Pflichtprogramm, kann aber dazu beitragen, dass Besucher trotz Fehler gerne weiterklicken.

Häufige Fragen

Was bedeutet 404 auf einer Website?

Ein 404-Fehler bedeutet, dass der Server die angeforderte Seite unter der eingegebenen URL nicht finden kann. Das kann an einem Tippfehler in der URL liegen, daran dass die Seite gelöscht wurde, oder weil sie verschoben wurde, ohne eine Weiterleitung einzurichten.

Schaden 404-Fehler dem Google-Ranking?

Ein einzelner 404-Fehler schadet dem Ranking nicht direkt. Problematisch wird es, wenn du viele interne Links hast, die ins Leere führen, oder wenn wertvolle externe Links auf nicht mehr existierende Seiten zeigen. In diesen Fällen empfiehlt sich eine 301-Weiterleitung auf eine passende Zielseite.

Was ist der Unterschied zwischen 404 und Soft-404?

Ein echter 404-Fehler gibt den HTTP-Statuscode 404 zurück — der Server sagt dem Browser korrekt, dass die Seite nicht existiert. Ein Soft-404 hingegen zeigt dem Besucher zwar eine Fehlermeldung, sendet aber den Code 200 (Erfolg) zurück. Google erkennt das als falsche Information und schließt solche Seiten aus dem Index aus. Eine häufige Ursache ist die pauschale Weiterleitung aller gelöschten Seiten auf die Startseite.