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404-Fehlerseite

cropped klaus kirnbauer

Eine 404-Fehlerseite ist das, was du im Browser siehst, wenn eine aufgerufene Adresse auf dem Server nicht existiert. Der Webserver schickt dabei den HTTP-Statuscode 404 zurück — eine standardisierte Rückmeldung, die bedeutet: „Die angeforderte Ressource wurde nicht gefunden.“ Der Fehler liegt dabei laut Protokoll auf der Seite des Clients, also der Person, die die URL aufgerufen hat — etwa wegen einer Tippfehler in der Adresse oder weil ein Link auf eine gelöschte Seite zeigt.

Wie der Statuscode 404 entstand

Die HTTP-Statuscodes gehen auf Tim Berners-Lee zurück, der das World Wide Web 1990 am CERN in Genf entwickelte. Er orientierte sich dabei an den bereits etablierten FTP-Statuscodes, deren offizieller Standard aus dem Jahr 1985 stammt. Das W3C (World Wide Web Consortium) formalisierte die Statuscodes 1992 als Teil der HTTP-0.9-Spezifikation. Heute sind sie im RFC 9110 geregelt, das ältere Dokumente wie RFC 2616 und RFC 7231 ablöst.

Die Zahl 404 ist dabei kein Zufall, sondern folgt einer Logik: Die erste Stelle „4″ steht für eine Fehlerklasse auf Client-Seite — also für Fehler, die durch die Anfrage selbst entstehen. Die mittlere „0″ weist auf einen allgemeinen Fehlertyp hin, die letzte „4″ ist die spezifische Nummer innerhalb der 40x-Gruppe. Ähnlich strukturiert sind etwa 400 (fehlerhafte Anfrage) oder 403 (Zugriff verweigert).

Bekannt ist die Legende, die Zahl 404 gehe auf einen Raum Nummer 404 am CERN zurück, in dem die frühen Webserver standen. Diese Geschichte ist unter Web-Historikern allerdings umstritten und gilt heute als nicht belegtes Internetmythos.

Wann erscheint Fehler 404?

Fehler 404 tritt immer dann auf, wenn eine URL vom Server nicht gefunden werden kann. Die häufigsten Ursachen sind gelöschte Seiten ohne Weiterleitung (Redirect), Inhalte, die unter einer neuen Adresse erreichbar sind, aber unter der alten nicht mehr, Tippfehler in der eingegebenen URL sowie fehlerhafte interne oder externe Links, die auf nicht mehr existierende Seiten verweisen. Besonders häufig entsteht das Problem bei Website-Relaunches, wenn Seitenstrukturen umgebaut werden, ohne die alten Adressen weiterzuleiten.

Aus Sicht des Protokolls ist 404 ausdrücklich keine Aussage darüber, ob die fehlende Ressource dauerhaft oder nur vorübergehend fehlt. Für dauerhaft gelöschte Inhalte sieht der Standard den Code 410 Gone vor. Google behandelt 404 und 410 derzeit identisch.

Fehler 404 und SEO

Laut offizieller Aussage der Google Search Console-Dokumentation hat ein korrekt ausgelieferter 404-Fehler keinen direkten negativen Einfluss auf das Ranking einer Website. Google erkennt, dass Seiten verschwinden können, und wertet das nicht automatisch als Problem.

Kritisch wird es in zwei Fällen: Zum einen, wenn auf einer Website unverhältnismäßig viele interne Links auf 404-Seiten zeigen — das kostet unnötig Crawl-Budget und signalisiert mangelnde Pflege. Zum anderen, wenn wertvolle externe Backlinks auf nicht mehr existierende Seiten verweisen, weil die Linkkraft dann ins Leere läuft.

Ein ernstes SEO-Problem stellt dagegen der sogenannte Soft-404-Fehler dar. Ein Soft-404 entsteht, wenn eine Seite zwar inhaltlich wie eine Fehlerseite wirkt oder schlicht nicht existiert, der Server aber trotzdem den Statuscode 200 (OK) oder 302 (Found) zurückliefert. Google wertet das als irreführend — ähnlich wie ein Preisschild, auf dem „Hund“ steht, aber eine Giraffe darunter steckt. Soft-404-Fehler können das Crawling-Budget belasten, Duplicate Content erzeugen und im schlimmsten Fall Rankings negativ beeinflussen. Auch eine pauschale Weiterleitung aller gelöschten Seiten auf die Startseite per 301-Redirect wertet Google als Soft-404, weil der Nutzer auf thematisch unpassenden Inhalt trifft.

Die eigene 404-Fehlerseite gestalten

Viele CMS-Systeme liefern automatisch eine Standard-404-Seite aus. Diese ist zwar besser als gar keine, aber selten auf den Nutzer ausgerichtet. Eine gut gestaltete Custom-404-Seite hilft Besucherinnen und Besuchern, trotzdem auf der Website zu bleiben, anstatt sie zur Konkurrenz zu treiben.

Sinnvolle Bestandteile einer 404-Seite sind ein klarer Hinweis auf den Fehler ohne technischen Jargon, eine Suchfunktion, Links zu populären oder thematisch relevanten Bereichen sowie ein direkter Weg zurück zur Startseite. Viele Unternehmen nutzen die Seite auch für einen humorvollen Auftritt, der zur Marke passt — ohne dabei den Nutzer im Unklaren zu lassen, was gerade schiefgelaufen ist.

Technisch wichtig: Die Custom-404-Seite muss tatsächlich den HTTP-Statuscode 404 zurückgeben. Liefert sie stattdessen 200, handelt es sich — unabhängig vom sichtbaren Inhalt — um genau den oben beschriebenen Soft-404-Fehler.

404-Fehler finden und beheben

404-Fehler lassen sich über die Google Search Console im Bereich „Seiten“ identifizieren. Ergänzend helfen Crawling-Tools wie der Screaming Frog SEO Spider sowie die Linkanalyse in Tools wie Ahrefs oder Semrush, um sowohl interne als auch externe Links zu finden, die ins Leere führen.

Für die Behebung gilt: Existiert ein thematisch passender Nachfolge-Inhalt, sollte die alte URL per 301-Redirect auf die neue Adresse umgeleitet werden. Gibt es keine sinnvolle Alternative, ist ein sauber ausgelieferter 404-Fehler die richtige Wahl — besser als eine irreführende Weiterleitung. Interne Links auf nicht mehr existierende Seiten sollten in jedem Fall direkt auf die Ziel-URL angepasst werden, um kein unnötiges Crawl-Budget zu verschwenden.

Häufige Fragen

Was bedeutet Fehler 404?

Fehler 404 ist ein HTTP-Statuscode, den ein Webserver zurückschickt, wenn die aufgerufene Seite oder Ressource nicht gefunden werden kann. Die URL existiert auf dem Server entweder nicht mehr oder wurde nie angelegt.

Hat Fehler 404 einen negativen Einfluss auf das SEO?

Ein korrekt ausgelieferter 404-Fehlercode hat laut Google keinen direkten negativen Einfluss auf das Ranking. Problematisch sind hingegen Soft-404-Fehler, bei denen eine nicht existierende Seite den falschen Statuscode 200 oder 302 zurückgibt, sowie sehr viele intern verlinkte 404-Seiten, die das Crawl-Budget belasten.

Was ist der Unterschied zwischen 404 und 410?

Beide Codes bedeuten, dass eine Seite nicht gefunden wird. Der Code 410 (Gone) signalisiert zusätzlich, dass die Ressource dauerhaft entfernt wurde. Google behandelt 404 und 410 derzeit identisch, empfiehlt aber 410 für Inhalte, die bewusst und dauerhaft gelöscht wurden.