Zum Hauptinhalt springen
Aufträge generieren Messbare Ergebnisse Nachhaltiger Erfolg

410 Fehler-Code

cropped klaus kirnbauer

Der 410 Fehler-Code ist ein HTTP-Statuscode, der einem Browser oder Suchmaschinen-Crawler mitteilt, dass eine Seite dauerhaft und absichtlich entfernt wurde. Anders als ein 404-Fehler — der nur sagt, dass eine Seite gerade nicht gefunden wird — ist ein 410 ein eindeutiges, endgültiges Signal: Diese Seite existiert nicht mehr und wird nie zurückkommen.

Woher kommt der 410-Code?

HTTP-Statuscodes sind Teil des Hypertext Transfer Protocols, also des Protokolls, über das Browser und Webserver miteinander kommunizieren. Der 410-Code wurde bereits 1999 im Standard RFC 2616 definiert, der damals das HTTP/1.1-Protokoll beschrieb. 2014 ersetzte RFC 7231 dieses Dokument, und seit Juni 2022 ist RFC 9110 die maßgebliche Referenz für HTTP-Semantik — der 410-Code blieb dabei unverändert.

Der Code gehört zur 4xx-Klasse der Statuscodes. Diese Klasse beschreibt Fehler, die auf der Anfrage-Seite liegen — also nicht weil der Server kaputt ist (das wäre 5xx), sondern weil das, was angefragt wird, ein Problem hat. Im Fall von 410 ist das Problem simpel: Es gibt die Ressource schlicht nicht mehr.

Ursprünglich gedacht war der 410-Code laut RFC-Spezifikation vor allem für zeitlich begrenzte Inhalte — etwa Aktionsseiten, die nach dem Ende einer Werbeaktion nicht mehr verfügbar sein sollen, oder für Inhalte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ein Unternehmen verlassen haben.

Wie funktioniert ein 410?

Wenn jemand eine URL aufruft — zum Beispiel beispiel-seite.at/aktion-weihnachten-2022 — schickt der Browser eine Anfrage an den Server. Der Server antwortet immer mit einem Statuscode im HTTP-Header, den der Browser auswertet. Bei einem 410 antwortet der Server mit HTTP/1.1 410 Gone.

Der Browser kann dazu eine beliebige Seite anzeigen — einen kurzen Hinweis, eine gestaltete Fehlerseite, eine Weiterleitung zur Startseite als visuelle Hilfe für den Besucher. Der eigentliche 410-Status steckt unsichtbar im HTTP-Header und richtet sich in erster Linie an technische Clients: Browser, Crawler und andere automatisierte Systeme, die diese Information verarbeiten.

Ein 410 wird laut Standard standardmäßig gecacht — Browser und Zwischenspeicher dürfen sich dieses Ergebnis merken, ohne erneut beim Server nachzufragen.

So richtest du einen 410 ein

Auf Apache-Servern genügt ein Eintrag in der .htaccess-Datei. Die einfachste Variante lautet:

Redirect gone /alte-seite

Oder mit einer Rewrite-Regel:

RewriteRule ^alte-seite$ - [G]

Das [G] steht dabei für Gone und löst den 410-Code aus. In Nginx verwendest du return 410; direkt in der entsprechenden Location-Konfiguration. WordPress-Plugins wie Redirection erlauben es, 410-Codes auch ohne Serverconfig-Zugriff zu setzen — du wählst dabei einfach den Statuscode 410 statt eines 301-Redirects aus.

410 vs. 404: Der Unterschied

Das ist die häufigste Frage rund um den 410-Code. Beide zeigen dem Besucher eine nicht verfügbare Seite — der Unterschied liegt in der Botschaft an Crawler und Browser.

Ein 404 bedeutet: Seite nicht gefunden. Das kann ein Tippfehler in der URL sein, ein gelöschter Inhalt, ein temporär ausgefallener Server. Crawler behandeln 404-Fehler daher als möglicherweise vorübergehend und kommen regelmäßig zurück, um zu prüfen, ob die Seite wieder auftaucht.

Ein 410 bedeutet: Seite absichtlich und dauerhaft entfernt. Crawler sollen keine weiteren Anfragen stellen. Google’s John Mueller hat in einem öffentlichen Video erklärt, dass Google 404 und 410 mittelfristig gleich behandelt — beide führen zur Entfernung aus dem Index. Der einzige messbare Unterschied: Ein 410 kann eine Seite laut Mueller um einige Tage schneller aus dem Index entfernen als ein 404.

Bedeutung für SEO

Das Crawl-Budget beschreibt, wie viele Seiten ein Suchmaschinen-Crawler in einem bestimmten Zeitraum auf deiner Website besucht. Für kleine Sites spielt das kaum eine Rolle. Für große Sites mit Zehntausenden oder mehr URLs kann es relevant werden, wenn Googlebot Zeit damit verbringt, immer wieder gelöschte Seiten zu prüfen — anstatt neue Inhalte zu indexieren.

Hier hilft der 410-Code: Er signalisiert dem Crawler klar, dass eine Seite nie zurückkommt, was die Wiederholungs-Crawls reduziert. Für mittelgroße und kleine Sites ist der Unterschied zum 404 in der Praxis aber gering.

Was in jedem Fall zu vermeiden ist: Eine gelöschte Seite mit einem Soft-404 ausstatten — das bedeutet, dass die Seite den HTTP-Statuscode 200 (alles okay) zurückgibt, aber dem Besucher trotzdem eine Fehlermeldung anzeigt. Das passiert etwa, wenn du einfach den Inhalt einer Seite löschst, sie aber nicht sperrst. Suchmaschinen sehen dann eine vermeintlich funktionierende Seite ohne Inhalt — das verschwendet Crawl-Budget und sendet widersprüchliche Signale.

Wenn eine gelöschte Seite wertvolle Backlinks von anderen Websites hatte, solltest du immer zuerst prüfen, ob ein 301-Redirect auf eine thematisch passende Seite sinnvoll ist. Ein 301 überträgt die Linkstärke auf die neue Seite. Ein 410 hingegen lässt diese Linkstärke verfallen — das ist in Ordnung, wenn die Seite wirklich keine Entsprechung mehr hat, aber eine verpasste Chance, wenn es eine passende Nachfolgeseite gibt.

Wann du einen 410 verwenden solltest

Der 410-Code macht Sinn, wenn du dir sicher bist, dass ein Inhalt dauerhaft weg ist und es keine sinnvolle Weiterleitungsmöglichkeit gibt. Typische Fälle sind abgelaufene Aktionsseiten oder Sonderangebote, eingestellte Produkte ohne Nachfolger, gelöschte Nutzerprofile oder -konten sowie Inhalte, die aus rechtlichen Gründen entfernt wurden — zum Beispiel auf Basis von DSGVO-Löschanfragen oder Abmahnungen.

Wenn du nicht sicher bist, ob eine Seite wirklich für immer weg ist, ist ein 404 die sicherere Wahl. Einen versehentlichen 410 rückgängig zu machen ist möglich — du stellst einfach den Inhalt unter der originalen URL wieder her —, aber Suchmaschinen haben die Seite in der Zwischenzeit möglicherweise schon aus dem Index entfernt, was Zeit kostet, bis sie wieder aufgenommen wird.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen 404 und 410 Fehler-Code?

Ein 404 sagt, dass eine Seite nicht gefunden wurde — das kann temporär oder permanent sein. Ein 410 sagt ausdrücklich, dass eine Seite dauerhaft und absichtlich entfernt wurde. Suchmaschinen behandeln beide Codes mittelfristig gleich und entfernen die Seiten aus dem Index, wobei ein 410 diesen Prozess laut Google um wenige Tage beschleunigen kann.

Schadet ein 410 Fehler-Code der SEO?

Ein korrekt gesetzter 410 schadet der SEO nicht, wenn die Seite wirklich dauerhaft gelöscht ist. Rankings und Backlink-Stärke, die auf diese URL zeigen, gehen verloren — das ist aber bei einem 404 genauso. Wenn die gelöschte Seite wertvolle externe Links hatte, ist ein 301-Redirect auf eine thematisch passende Seite die bessere Wahl.

Wie setze ich einen 410 Fehler-Code in WordPress?

Du kannst den 410-Code über ein Plugin wie Redirection setzen: Lege eine neue Weiterleitung für die alte URL an, und wähle als Typ „Gone (410)“ statt eines Redirects. Alternativ kannst du in der .htaccess-Datei deines Servers den Befehl Redirect gone /deine-url eintragen oder im Hosting-Panel eine entsprechende Serverregel anlegen.