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Above the Fold

cropped klaus kirnbauer

Above the Fold bezeichnet den Teil einer Webseite, den du siehst, sobald sie geladen ist – ohne zu scrollen. Alles, was darunter liegt, nennt sich entsprechend „Below the Fold“. Der Begriff stammt aus der Zeitungsbranche und ist heute ein zentrales Konzept im Webdesign und in der Suchmaschinenoptimierung.

Woher kommt der Begriff?

Die Bezeichnung stammt aus der Welt der gedruckten Tageszeitungen. Zeitungen wurden auf großen Papierbögen gedruckt und für die Auslage am Kiosk einmal in der Mitte gefaltet. Wer an einem Zeitungsstand vorbeikam, sah nur die obere Hälfte der Titelseite – also den Bereich oberhalb des Falzes (englisch: „fold“). Verlage erkannten früh, dass genau dieser Bereich die wichtigsten Schlagzeilen und Fotos enthalten musste, um Passanten zum Kauf zu bewegen.

Als sich das Publishing in den 1990er-Jahren ins Internet verlagerte, wanderte der Begriff mit. Die physische Faltkante der Zeitung wurde zur unsichtbaren Linie im Browserfenster – dem Punkt, bis zu dem der Bildschirm ohne Scrollen Inhalte anzeigt.

Wo liegt die Fold-Linie im Web?

Eine feste Pixelgrenze gibt es nicht. Die Linie variiert je nach Bildschirmgröße, Bildschirmauflösung, Browserfenster-Höhe und installierten Browser-Erweiterungen, die Platz am oberen Rand beanspruchen. Als Orientierungswert gilt für Desktop-Bildschirme ungefähr eine Höhe von 600 bis 800 Pixeln vom oberen Seitenrand.

Mit dem Aufstieg von Smartphones und Tablets ab 2010 wurde die Lage noch komplizierter. Mobile Geräte haben deutlich unterschiedlichere Bildschirmproportionen, und Nutzer auf dem Handy halten es meist hochkant – was den sichtbaren Bereich gegenüber einem Desktop-Monitor erheblich verkleinert. Das hat dazu geführt, dass Responsive Design zur Standardlösung wurde: Layouts passen sich dynamisch an die Bildschirmgröße an, anstatt auf einer fixen Pixelbreite aufzubauen.

Warum ist Above the Fold so wichtig?

Der Bereich oberhalb der Fold-Linie ist das Erste, was jeder Besucher zu Gesicht bekommt – ohne Ausnahme. Das macht ihn zur wertvollsten Fläche einer Webseite. Inhalte weiter unten erreichen nur jene Nutzer, die aktiv weiterscrollen. Studien zeigen, dass die Aufmerksamkeit mit zunehmendem Scroll-Abstand deutlich abnimmt.

Für Werbetreibende bedeutet das: Anzeigen above the fold erzielen in der Regel höhere Sichtraten und Klickraten als Werbeflächen weiter unten. Für Website-Betreiber gilt: Calls-to-Action (also Handlungsaufforderungen wie „Jetzt kaufen“ oder „Kontakt aufnehmen“), der Hauptnutzen eines Angebots und eine klare Überschrift sollten im sofort sichtbaren Bereich platziert sein – besonders auf Landing Pages.

Above the Fold und SEO: Googles Page Layout Algorithm

Für Suchmaschinenoptimierung wurde Above the Fold spätestens am 19. Jänner 2012 offiziell relevant, als Google den sogenannten Page Layout Algorithm einführte – auch unter dem Namen „Top Heavy Update“ bekannt. Das Update zielte auf Webseiten ab, die den sichtbaren Bereich beim Seitenaufruf mit übermäßig vielen Werbeanzeigen füllten, sodass Nutzer erst scrollen mussten, um den eigentlichen Inhalt zu finden.

Google teilte damals mit, das Update betreffe weniger als 1 % aller weltweiten Suchanfragen. In der Praxis bekamen aber einige stark werbefinanzierte Nachrichtenseiten empfindliche Ranking-Einbußen zu spüren – einzelne Betreiber berichteten von Trafficrückgängen von bis zu 40 %. Das Update wurde in weiterer Folge am 9. Oktober 2012 und am 6. Februar 2014 nochmals aktualisiert und ist heute fester Bestandteil von Googles Kernsystem.

Die Botschaft war klar: Wenn jemand auf ein Suchergebnis klickt und statt relevanter Inhalte zunächst eine Wand aus Bannerwerbung sieht, ist das keine gute Nutzererfahrung. Seiten, die ihren Above-the-Fold-Bereich hauptsächlich mit Werbeflächen füllen, riskieren schlechtere Rankings.

Above the Fold und Core Web Vitals

Ein weiterer SEO-Aspekt betrifft die Ladegeschwindigkeit. Googles Core Web Vitals messen unter anderem den Largest Contentful Paint (LCP) – also die Zeit, bis das größte sichtbare Element im Viewport geladen ist. Da sich dieser Wert fast immer auf ein Element above the fold bezieht, hat die technische Optimierung dieses Bereichs direkten Einfluss auf das Ranking. Große, unkomprimierte Bilder im Header oder unnötig verzögertes CSS können den LCP-Wert verschlechtern und damit die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen beeinträchtigen.

Was gehört above the Fold?

Was konkret in den sichtbaren Bereich gehört, hängt vom Seitentyp ab. Auf einer E-Commerce-Produktseite sind das typischerweise Produkttitel, Hauptbild, Preis und ein Kaufen-Button. Auf einer Landingpage sind es Überschrift, Kernversprechen und ein deutlicher Call-to-Action. Auf einer Informationsseite genügt eine klare Überschrift, die dem Leser sofort zeigt, ob er am richtigen Platz ist.

Was in jedem Fall vermieden werden sollte: zu viele konkurrierende Elemente, die um Aufmerksamkeit kämpfen, große Werbeflächen ohne redaktionellen Inhalt sowie technische Elemente, die das Laden des sichtbaren Bereichs verzögern.

Häufige Fragen

Was bedeutet Above the Fold auf Deutsch?

Above the Fold bedeutet wörtlich oberhalb des Falzes und bezeichnet den Teil einer Webseite, den du beim Öffnen sofort siehst – ohne zu scrollen. Der Begriff stammt aus der Zeitungsbranche, wo die obere Seitenhälfte der Titelseite als die sichtbare und damit wertvollste Fläche galt.

Wie viele Pixel umfasst der Above-the-Fold-Bereich?

Eine feste Pixelzahl gibt es nicht, weil Bildschirmgröße und Browsereinstellungen variieren. Als grober Richtwert für Desktop-Browser gelten etwa 600 bis 800 Pixel vom oberen Seitenrand. Auf Smartphones ist der sichtbare Bereich durch das hochformatige Display deutlich kleiner als auf einem Desktop-Monitor.

Hat Above the Fold einen direkten Einfluss auf das Google-Ranking?

Ja, auf zwei Arten: Seit dem Page Layout Algorithm-Update vom 19. Jänner 2012 kann Google Seiten abwerten, die ihren Above-the-Fold-Bereich mit übermäßig vielen Werbeanzeigen füllen. Außerdem beeinflusst die Ladegeschwindigkeit dieses Bereichs den Largest Contentful Paint (LCP), der ein offizieller Core Web Vitals-Rankingfaktor ist.