Ein Advertorial ist ein bezahlter Werbeinhalt, der in Aufbau und Gestaltung einem redaktionellen Artikel ähnelt. Der Begriff verbindet die englischen Wörter Advertising und Editorial.
Wie funktioniert ein Advertorial?
Ein klassisches Advertorial vermittelt eine Werbebotschaft in Form eines Artikels. Statt eines kurzen Werbebanners erhältst du beispielsweise einen längeren Ratgeber, ein Interview oder eine Produktvorstellung.
Dadurch kann ein Unternehmen ein Thema ausführlicher erklären und seine Produkte oder Leistungen in einen inhaltlichen Zusammenhang stellen. Advertorials erscheinen unter anderem in Zeitungen, Magazinen und auf Online-Portalen.
Eine verwandte Form ist Native Advertising. Dabei fügt sich Werbung optisch und funktional in das Umfeld einer Plattform ein. Die US-amerikanische Federal Trade Commission beschreibt Native Ads als Werbung, die Nachrichten, Artikeln, Produktbewertungen oder anderen umgebenden Inhalten ähneln kann.
Warum nutzen Unternehmen Advertorials?
Der Vorteil eines Advertorials liegt im verfügbaren Raum für Erklärung und Kontext. Komplexe Produkte oder Dienstleistungen lassen sich ausführlicher darstellen als in einer kurzen Anzeige.
Ein Advertorial kann außerdem eine Zielgruppe in einem redaktionellen Umfeld erreichen, das thematisch zum Angebot passt. Entscheidend für die Glaubwürdigkeit ist jedoch, dass Leserinnen und Leser erkennen können, dass es sich um Werbung handelt.
Wird ein kommerzieller Beitrag so gestaltet, dass er wie unabhängige Redaktion wirkt, ohne seinen Werbecharakter deutlich offenzulegen, kann das Vertrauen beschädigen.
Wie müssen Advertorials gekennzeichnet werden?
In Österreich müssen Werbeeinschaltungen klar vom redaktionellen Inhalt unterscheidbar sein. Die WKO weist darauf hin, dass Werbung als solche erkennbar sein und bei Bedarf beispielsweise mit Bezeichnungen wie Anzeige oder Werbung gekennzeichnet werden muss. Auch der Auftraggeber soll erkennbar sein.
Wie eine rechtssichere Kennzeichnung im konkreten Fall aussehen muss, hängt vom Medium, von der Gestaltung und von den Umständen der Veröffentlichung ab.
Welche Bedeutung haben Advertorials für SEO?
Advertorials werden teilweise auch eingesetzt, um Links auf die Website des werbenden Unternehmens zu erhalten. Genau hier ist eine klare Trennung zwischen Werbung und organischem Linkaufbau wichtig.
Google empfiehlt, bezahlte Links mit rel="sponsored" zu kennzeichnen. Auch nofollow kann für solche Links verwendet werden. Advertorials, bei denen für Links bezahlt wird und diese unmarkiert Ranking-Signale weitergeben sollen, können unter Googles Regeln zu Linkspam fallen.
Ein Advertorial sollte daher in erster Linie einen nachvollziehbaren Werbe- und Informationszweck für echte Leser erfüllen. Es ist kein verlässliches Mittel, um Rankings über gekaufte Links zu verbessern.
Häufige Fragen
Was ist ein Advertorial?
Ein Advertorial ist bezahlte Werbung, die wie ein redaktioneller Beitrag gestaltet ist. Der kommerzielle Charakter muss für Leserinnen und Leser erkennbar bleiben.
Muss ein Advertorial als Werbung gekennzeichnet werden?
Werbliche Inhalte müssen klar von redaktionellen Inhalten unterscheidbar sein. Wie die konkrete Kennzeichnung aussehen muss, hängt vom jeweiligen Medium und Einzelfall ab.
Sind Advertorials gut für SEO?
Advertorials können Reichweite und Aufmerksamkeit erzeugen, sollten aber nicht zum Kauf unmarkierter Ranking-Links verwendet werden. Bezahlte Links sollten für Suchmaschinen entsprechend gekennzeichnet werden.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Lexikoneintrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Ob und wie ein Advertorial für dein Unternehmen oder eine konkrete Veröffentlichung gekennzeichnet werden muss, hängt vom Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen solltest du dich an eine entsprechend qualifizierte Rechtsberatung wenden.