Das At-Zeichen ist das Sonderzeichen @ und heute vor allem als unverzichtbarer Bestandteil jeder E-Mail-Adresse bekannt — es steht dort zwischen dem Benutzernamen und der Domain, also zum Beispiel name@beispiel-seite.at. Ausgesprochen wird es auf Deutsch meist als „ät“, abgeleitet vom englischen Wort at, das so viel wie „bei“ bedeutet. Im Volksmund heißt es auch Klammeraffe, Affenschwanz oder Affenschaukel — wegen seiner geschwungenen Form, die an einen Affen erinnert, der sich um einen Buchstaben klammert.
Geschichte: Kaufleute, Mönche und ein Schreibmaschinen-Sonderzeichen
Die Herkunft des At-Zeichens ist bis heute nicht eindeutig geklärt — mehrere Theorien konkurrieren miteinander. Die älteste geht zurück auf mittelalterliche Schreiber, die das Zeichen als Ligatur aus den lateinischen Buchstaben a und d entwickelt haben sollen. Das lateinische Wort ad bedeutet „bei“, „zu“ oder „an“ und passt damit inhaltlich gut zur späteren Verwendung.
Eine andere Theorie führt das @ auf die spanisch-portugiesische Maßeinheit Arroba zurück — ein Handelsgewicht aus dem arabischen Wort ar-rubʿ, was „das Viertel“ bedeutet. Kaufleute auf der Iberischen Halbinsel nutzten das Symbol, um diese Einheit abzukürzen, und ein solcher Beleg ist aus dem Jahr 1555 überliefert. Der Name „Arroba“ für das @-Zeichen hat sich in Spanien, Portugal und Brasilien bis heute erhalten.
Gut dokumentiert ist außerdem die kaufmännische Nutzung im englischsprachigen Raum: Händler schrieben etwa 5 apples @ 10 pence, was „5 Äpfel zu je 10 Pence“ bedeutete. Auf US-amerikanischen Schreibmaschinen ist das Zeichen ab 1880 nachgewiesen — auf deutschen Schreibmaschinen fehlte es dagegen lange Zeit fast völlig, weil im deutschsprachigen Raum stattdessen das à-Zeichen verwendet wurde.
Anfang des 20. Jahrhunderts geriet das At-Zeichen dann weitgehend in Vergessenheit — bis es 1971 eine zweite Karriere startete.
1971: Ray Tomlinson erfindet die E-Mail
Den entscheidenden Schritt machte Ray Tomlinson im Jahr 1971. Er arbeitete am ARPANET, dem Vorläufer des heutigen Internets, und entwickelte ein System, mit dem Textnachrichten zwischen verschiedenen Computern verschickt werden konnten. Dafür brauchte er ein Trennzeichen, das den Namen des Empfängers von dem des Rechners unterscheidet — und das nicht mit Buchstaben, Zahlen oder häufig genutzten Sonderzeichen verwechselt werden konnte.
Tomlinson griff zu dem damals kaum verwendeten @-Zeichen, das sich auf seiner Teletype 33-Tastatur direkt über dem Buchstaben P befand. Die Bedeutung des englischen Wortes at — also „bei“ — passte ideal: Ein Nutzer ist eben bei einer bestimmten Domain erreichbar. Diese Entscheidung wurde zum weltweiten Standard. Seitdem steht das @ in E-Mail-Adressen genau für diesen Zusammenhang: Person bei Organisation.
Im ASCII-Zeichensatz ist das At-Zeichen unter der Dezimalzahl 64 (hexadezimal 0x40) gespeichert und im Unicode-Standard ab Version 1.1 aus dem Jahr 1993 unter dem Code U+0040 als Commercial At definiert. Seit Anfang 2004 ist das At-Zeichen sogar offizieller Bestandteil des Morsecodes, wo es als ·−−·−· codiert wird.
Wie das At-Zeichen in E-Mail-Adressen funktioniert
Eine E-Mail-Adresse besteht aus zwei Teilen: dem Lokalteil vor dem @ und dem Domainteil dahinter. Bei max@beispiel-seite.at ist max der Lokalteil und beispiel-seite.at die Domain. Der Mailserver liest beim Versand den Domainteil aus, kontaktiert den richtigen Server und stellt die Nachricht dem Postfach zu, dessen Name im Lokalteil steht. Das @ ist damit kein dekoratives Element, sondern eine technische Trennmarke, die das gesamte E-Mail-System erst funktionsfähig macht.
Wichtig: In einer gültigen E-Mail-Adresse darf das At-Zeichen genau einmal vorkommen. Mehrere @-Zeichen machen die Adresse ungültig und der Versand schlägt fehl.
Weitere Verwendungen heute
Neben E-Mail-Adressen hat das At-Zeichen in sozialen Netzwerken eine neue Funktion übernommen. Auf Plattformen wie Instagram, X (ehemals Twitter) oder LinkedIn werden Nutzer über @Benutzername direkt erwähnt oder verlinkt — die @Mention, also die direkte Ansprache per @, löst meist eine Benachrichtigung aus und fördert so die Interaktion.
In der Softwareentwicklung dient das @ je nach Programmiersprache als Dekorator oder Annotation: In Python kennzeichnet es Funktionsdekoratoren, in Java Annotationen, in PHP wird es verwendet, um Fehlerausgaben zu unterdrücken. Das Symbol hat damit in der digitalen Welt mehrere klar definierte, aber voneinander getrennte Rollen.
Auf einer deutschsprachigen Windows-Tastatur tippst du das At-Zeichen mit der Tastenkombination AltGr + Q. Auf einem Mac verwendest du Alt + L.
Häufige Fragen
Was bedeutet das At-Zeichen in einer E-Mail-Adresse?
Das At-Zeichen trennt in einer E-Mail-Adresse den Benutzernamen (Lokalteil) von der Domain. Bei info@beispiel-seite.at ist info der Benutzername und beispiel-seite.at die zugehörige Domain. Ohne das @ kann kein Mailserver erkennen, wohin eine E-Mail zugestellt werden soll.
Woher kommt der Name „Klammeraffe“?
Der Begriff stammt aus dem deutschsprachigen Raum und bezieht sich auf das Aussehen des Zeichens: Das geschwungene Kreissegment erinnert visuell an einen Affen, der sich um den Buchstaben a klammert. In anderen Sprachen gibt es ähnliche Bildvergleiche — auf Italienisch heißt das Symbol chiocciola (Schnecke), auf Niederländisch apenstaartje (Affenschwänzchen).
Wer hat das At-Zeichen für E-Mails eingeführt?
Ray Tomlinson wählte 1971 das @-Zeichen als Trennzeichen für das erste E-Mail-System auf dem ARPANET. Er suchte ein Zeichen, das damals kaum in Verwendung war und keine Verwechslungen mit Buchstaben oder anderen Symbolen verursachen würde. Die Bedeutung des englischen Wortes at — also „bei“ — machte das Zeichen zur logischen Wahl.