Ein Auth-Code (Kurzform für Authorization Code, auch EPP-Code, Transfer-Code oder Auth-Info-Code genannt) ist ein einmaliges Passwort, das du brauchst, wenn du eine Domain von einem Anbieter zu einem anderen umziehen willst. Ohne diesen Code kann kein Transfer stattfinden — er beweist, dass du als Inhaber dem Wechsel zugestimmt hast.
Wozu dient der Auth-Code?
Stell dir vor, jemand möchte deine Domain einfach stehlen, indem er sie ohne dein Wissen zu einem anderen Registrar (das ist der Anbieter, bei dem Domains verwaltet werden) überträgt. Genau das verhindert der Auth-Code: Nur wer ihn kennt, kann den Transfer einleiten. Der Code funktioniert also wie ein Transferschlüssel — ohne ihn bleibt die Domain dort, wo sie ist.
Gleichzeitig ist der Auth-Code kein dauerhaftes Passwort. Er ist für einen einzigen Transfervorgang gedacht. Nachdem die Domain erfolgreich umgezogen wurde, sollte der neue Registrar automatisch einen neuen Code setzen — bleibt der alte aktiv, behält er aber seine Gültigkeit.
Woher kommt der Begriff EPP-Code?
Der Name EPP-Code leitet sich vom Extensible Provisioning Protocol ab, einem technischen Standard, der regelt, wie Registrare und Domain-Registrierungsstellen miteinander kommunizieren. Die IETF (Internet Engineering Task Force), das internationale Gremium für Internet-Standards, entwickelte EPP ab Ende der 1990er Jahre und veröffentlichte es im März 2004 als Standard. Im August 2009 wurde EPP unter der Nummer STD 69 als vollwertiger Internet-Standard bestätigt.
EPP basiert auf XML und definiert einheitliche Befehle für die Registrierung, Verlängerung, Änderung und Übertragung von Domains. Vor EPP hatten Registrierungsdatenbanken keine einheitlichen Schnittstellen — jede Registrierungsstelle hatte ihr eigenes System, was den automatisierten Datenaustausch erschwerte. Der Auth-Code ist ein konkretes Element dieses Protokolls: Er wird im EPP-Transfer-Befehl mitgeliefert und von der Registrierungsstelle geprüft, bevor der Transfer genehmigt wird.
Wie sieht ein Auth-Code aus?
Ein Auth-Code ist eine zufällig generierte Zeichenfolge aus Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen — zum Beispiel aB3#kX9!rM2z. Länge und Aufbau variieren je nach Registrar. Er ist groß-/kleinschreibungssensitiv, das heißt: Ein falsch kopierter Code mit einem Leerzeichen am Ende oder einem verwechselten Buchstaben führt dazu, dass der Transfer nicht funktioniert.
So bekommst du deinen Auth-Code
Den Auth-Code beantragst du immer beim aktuellen Registrar — also dort, wo die Domain gerade verwaltet wird. Die meisten Anbieter ermöglichen das direkt über ihr Kundenportal mit einem einzigen Klick. Der Code wird dann an die beim Domain-Eintrag hinterlegte E-Mail-Adresse geschickt — nicht zwingend an die Login-E-Mail deines Accounts, sondern an die sogenannte Registrant-E-Mail.
Sobald du den Code hast, gibst du ihn beim neuen Registrar ein, wenn du den Transfer beantragst. Der neue Anbieter schickt ihn dann an die Registrierungsstelle, die ihn prüft und den Transfer genehmigt.
Auth-Code bei .at-Domains
Bei österreichischen .at-Domains läuft das Verfahren über nic.at, die Registrierungsstelle für die österreichische Länderkennung. Hier wird der Auth-Code als Authinfo bezeichnet — eine einmalige Ziffern- und Zahlenkombination, die deiner Domain zugeordnet ist.
Du beantragst die Authinfo bei deinem bisherigen Provider. Wichtig: Dein aktueller Registrar ist verpflichtet, dir die Authinfo herauszugeben — auch wenn noch offene Rechnungen bestehen. Verweigert er das, gibt es einen Alternativweg: Der neue Registrar kann bei nic.at einen sogenannten Bestätigungs-Token anfordern, der direkt an deine bei nic.at hinterlegte E-Mail-Adresse geschickt wird. Dieser Token ist 21 Tage gültig und an den jeweiligen Registrar gebunden. Verwaltest du deine Domain direkt über das nic.at-Kundenportal, findest du die Authinfo dort im Login-Bereich.
Für welche Domain-Endungen gilt der Auth-Code?
Der Auth-Code ist für die meisten gTLDs (generische Top-Level-Domains wie .com, .net, .org, .info, .biz) und viele ccTLDs (länderspezifische Domains wie .at, .de, .eu) verpflichtend. Ausnahmen gibt es: Britische Domains wie .uk oder .co.uk verwenden statt eines Auth-Codes ein anderes System namens IPS-Tag, über das der Registrar-Wechsel abgewickelt wird.
Auth-Code und Domain-Sicherheit
Behandle deinen Auth-Code wie ein Passwort. Wenn du ihn per E-Mail erhältst, lösch die Nachricht nach dem Transfer. Gibst du ihn an jemanden weiter, gib gleichzeitig die Kontrolle über deine Domain ab. Phishing-Versuche, bei denen Angreifer vorgeben, dein Hosting-Anbieter zu sein, und nach dem Auth-Code fragen, sind bekannt — ein seriöser Anbieter fordert den Code niemals unaufgefordert an.
Häufige Fragen
Was ist ein Auth-Code bei Domains?
Ein Auth-Code (auch EPP-Code oder Transfer-Code genannt) ist ein einmaliges Passwort, das du brauchst, um eine Domain von einem Anbieter zu einem anderen zu transferieren. Ohne diesen Code kann kein Transfer stattfinden.
Wo bekomme ich den Auth-Code für meine .at-Domain?
Den Auth-Code (bei nic.at als Authinfo bezeichnet) beantragst du bei deinem aktuellen Registrar, also dem Anbieter, bei dem deine Domain verwaltet wird. Er ist verpflichtet, ihn dir herauszugeben. Verweigert er das, kann der neue Registrar bei nic.at einen Bestätigungs-Token anfordern, der dir per E-Mail zugeschickt wird.
Wie lange ist ein Auth-Code gültig?
Das hängt vom Registrar ab. Nach einem erfolgreichen Transfer sollte der neue Anbieter automatisch einen neuen Auth-Code setzen, da der alte sonst weiter gültig bleibt. Bei nic.at ist der alternative Bestätigungs-Token auf 21 Tage begrenzt.