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Backlink

cropped klaus kirnbauer

Ein Backlink ist ein Hyperlink auf einer fremden Website, der auf deine eigene Seite verweist. Aus Sicht deiner Website ist jeder solche eingehende Link ein Backlink — auf Englisch auch inbound link oder incoming link genannt. Für Suchmaschinen wie Google sind Backlinks eines der wichtigsten Signale, um zu beurteilen, wie vertrauenswürdig und relevant eine Seite ist.

Wie Backlinks funktionieren

Das Grundprinzip ist einfach: Wenn eine andere Website auf deine Seite verlinkt, wertet Google das als eine Art Empfehlung. Je mehr solcher Empfehlungen du von qualitativ hochwertigen Seiten hast, desto besser kann sich das auf dein Ranking in den Suchergebnissen auswirken.

Entscheidend dabei ist der sogenannte Anchor-Text — also der klickbare Text, unter dem der Link erscheint. Steht dort etwa „Installateur Wien“ und der Link führt auf eine entsprechende Seite, ist das für Google ein klares Signal über den Inhalt der verlinkten Seite. Wenn der Ankertext jedoch immer wieder exakt dasselbe Keyword enthält, wirkt das unnatürlich und kann sich negativ auswirken.

Nicht jeder Backlink zählt gleich viel. Google bewertet Links anhand mehrerer Faktoren: die Autorität der verlinkenden Seite, die thematische Relevanz zwischen der Quell- und der Zielseite sowie die Position des Links innerhalb des Inhalts. Ein Link in einem redaktionellen Artikel einer bekannten Nachrichtenwebsite hat deutlich mehr Gewicht als ein Link im Fußbereich einer unbekannten Seite.

Dofollow und Nofollow — zwei grundlegende Linkarten

Technisch gesehen unterscheidet man zwischen zwei Grundtypen. Ein Dofollow-Link ist der Standard: Suchmaschinen folgen ihm und übertragen dabei sogenannte Link Equity — also einen Teil der Autorität der verlinkenden Seite. Ein Nofollow-Link trägt das Attribut rel="nofollow" im HTML-Code und signalisiert Google, diesem Link nicht im SEO-Sinne zu folgen.

Das Nofollow-Attribut wurde von Google im Jahr 2005 eingeführt, um den damals grassierenden Spam in Blog-Kommentaren und Gästebüchern einzudämmen. Bis dahin war es verbreitet, mit automatisch generierten Links das Ranking zu manipulieren. Im September 2019 ergänzte Google das System um zwei weitere Attribute: rel="sponsored" für bezahlte Links und Affiliate-Links sowie rel="ugc" für nutzergenerierte Inhalte wie Kommentare oder Forenbeiträge. Heute behandelt Google diese Attribute als Hinweise, nicht als strikte Anweisungen — ein Nofollow-Link von einer sehr autoritären Seite kann also durchaus indirekte Signalwirkung haben.

Geschichte: PageRank als Ursprung

Den konzeptuellen Grundstein für die Bedeutung von Backlinks legte Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web, mit seiner Vision eines Netzes aus verlinkten Dokumenten. Die Idee, Links als Maß für die Bedeutung einer Seite zu nutzen, machten dann Larry Page und Sergey Brin konkret: Ihr PageRank-Algorithmus, der im Jänner 1998 vorgestellt wurde, interpretierte einen Link von Seite A auf Seite B als eine Stimme von A für B. Das war einer der zentralen Gründe, warum Google zur dominierenden Suchmaschine wurde.

Die Logik ist der wissenschaftlichen Zitationsanalyse entlehnt: So wie ein viel zitiertes Forschungspapier als bedeutsam gilt, gilt auch eine viel verlinkte Website als relevant. PageRank berechnete dabei nicht nur die Anzahl der eingehenden Links, sondern gewichtete sie nach der Autorität der verlinkenden Seiten.

Das Penguin-Update und der Kampf gegen Link-Spam

Die Bedeutung von Backlinks lockte früh Missbrauch an. Linkfarmen, der Kauf von Links in großem Stil und maschinell erstellte Verzeichniseinträge wurden zu einem ernsthaften Problem für die Qualität der Suchergebnisse. Am 24. April 2012 rollte Google das Penguin-Update aus — damals noch als „Webspam Update“ angekündigt. Der Penguin-Algorithmus analysierte Backlink-Profile auf verdächtige Muster: überoptimierte Ankertexte, plötzliche Mengen an Links aus nicht thematisch passenden Seiten, Links aus bekannten Spam-Netzwerken. Betroffene Websites verloren sichtbar an Ranking-Positionen.

Im Oktober 2012 stellte Google das Disavow Tool vor, mit dem Webmaster problematische Links bei Google zur Entwertung einreichen konnten. 2016 integrierte Google Penguin dauerhaft in den Kern-Algorithmus, sodass die Bewertung seitdem in Echtzeit erfolgt statt in periodischen Update-Wellen. Heute übernimmt das KI-gestützte System SpamBrain diese Aufgabe und erkennt Linkmanipulationen in Echtzeit, ohne dass dafür ein benanntes Update notwendig ist.

Was ein gutes Backlink-Profil ausmacht

Ein natürliches Backlink-Profil ist vielfältig: Links kommen von unterschiedlichen Domains, haben verschiedene Ankertexte, stammen aus thematisch passenden Quellen und sind sowohl als Dofollow als auch als Nofollow ausgezeichnet. Wenn alle eingehenden Links exakt dasselbe Keyword als Ankertext tragen oder ausschließlich von einer Handvoll Domains stammen, erkennt Google das als unnatürliches Muster.

Besonders wertvolle Backlinks kommen von Seiten mit hoher Autorität — zum Beispiel von Fachmedien, universitären Einrichtungen, Behörden oder thematisch führenden Blogs. Tools wie Ahrefs, Semrush oder SISTRIX ermöglichen es, das eigene Backlink-Profil zu analysieren, die Autorität der verlinkenden Domains einzuschätzen und potenzielle toxische Links zu identifizieren. Über die Google Search Console erhältst du darüber hinaus direkt von Google eine Übersicht über die wichtigsten externen Links auf deine Seite.

Backlinks aufbauen — legale Wege

Den nachhaltigsten Effekt erzielen Backlinks, die organisch entstehen: Inhalte, die so hilfreich oder einzigartig sind, dass andere Seiten sie freiwillig verlinken. Darüber hinaus gibt es etablierte Methoden wie Gastbeiträge auf relevanten Branchenblogs, Einträge in seriöse Branchenverzeichnisse oder klassische Pressearbeit, bei der Medien über ein Unternehmen berichten und dabei verlinken. Auch das sogenannte Link Reclamation — also die Suche nach Erwähnungen der eigenen Marke ohne gesetzten Link und die anschließende Bitte um Verlinkung — ist eine legitime Methode.

Der Kauf von Links verstößt gegen Googles Richtlinien und kann zu manuellen Abstrafungen führen. Bezahlte Placements müssen zwingend als rel="sponsored" gekennzeichnet sein.


Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Backlink und einem internen Link?

Ein Backlink kommt von einer externen, fremden Website und verweist auf deine Seite. Ein interner Link verbindet zwei Seiten innerhalb derselben Domain — zum Beispiel von beispiel-seite.at/blog auf beispiel-seite.at/kontakt. Beide Linkarten sind für SEO relevant, wirken aber auf unterschiedliche Weise.

Wie viele Backlinks brauche ich für ein gutes Ranking?

Eine konkrete Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist die Qualität, nicht die Menge. Ein einziger Backlink von einer thematisch passenden, autoritären Website kann wertvoller sein als hundert Links von unbekannten oder nicht relevanten Seiten. Google bewertet das Gesamtbild deines Linkprofils — Vielfalt, Relevanz und Natürlichkeit zählen mehr als schiere Quantität.

Können schlechte Backlinks meiner Website schaden?

Ja, unter Umständen. Wenn dein Backlink-Profil von spammigen oder thematisch völlig unpassenden Links dominiert wird, kann das ein negatives Signal für Google sein. Über das Disavow Tool in der Google Search Console kannst du solche Links zur Entwertung einreichen, damit Google sie bei der Bewertung deiner Seite nicht berücksichtigt.