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Black Friday

cropped klaus kirnbauer

Black Friday ist ein jährlicher Aktionstag des Handels, der auf den Freitag nach dem amerikanischen Erntedankfest Thanksgiving fällt — also auf den vierten Freitag im November. An diesem Tag locken Händler weltweit mit teils massiven Preisnachlässen, und in Österreich und Deutschland hat sich der Black Friday als wichtigster Einstieg in die Weihnachtseinkaufssaison etabliert.

Woher kommt der Name?

Die Herkunft des Namens ist weniger festlich, als man vermuten könnte. Der Begriff wurde nicht vom Handel erfunden, sondern in den 1950er und 1960er Jahren von der Polizei in Philadelphia geprägt. Die erste belegte Verwendung stammt aus dem Jänner 1966 und wurde von Bonnie Taylor-Blake von der American Dialect Society recherchiert: „Black Friday ist der Name, den die Polizei von Philadelphia dem Freitag nach Thanksgiving gegeben hat. Es ist kein Ausdruck der Begeisterung.“

Am Samstag nach Thanksgiving fand traditionell das große Army-Navy-Footballspiel in Philadelphia statt. Das lockte bereits am Freitag riesige Touristen- und Käuferscharen in die Stadt. Die Folge war ein komplettes Verkehrschaos, überfüllte Bürgersteige und lange Schichten für die Polizei, die versuchte, die Menschenmassen und die damit einhergehende Zunahme von Ladendiebstählen zu bewältigen.

Erst in den 1980er Jahren gelang es der Branche, die Geschichte neu zu schreiben. Es entstand eine alternative, marketingfreundliche Erklärung: Die Theorie besagt, dass der Black Friday der Tag ist, an dem die Händler endlich aus den „roten Zahlen“ herauskommen und „schwarze Zahlen“ schreiben. Diese Erklärung ist zwar einprägsam, sie ist jedoch eine nachträgliche Umdeutung — die wahre Herkunft des Namens liegt im Verkehrschaos von Philadelphia. Erst seit 2005 werden in den Vereinigten Staaten am Black Friday tatsächlich die höchsten Umsätze des Jahres erzielt.

Der Black Friday kommt nach Europa

Es waren amerikanische Unternehmen, die den Black Friday nach Deutschland und Österreich brachten. Apple bot bereits 2006 an diesem Tag Rabatte an, ohne jedoch den Begriff „Black Friday“ zu gebrauchen. In größerem Rahmen findet der Black Friday in Deutschland seit 2013 statt — damals bewarben 500 Händler ihre Angebote über eines von mehreren Werbeportalen.

In Österreich verlief die Entwicklung ähnlich: Getrieben von internationalen Plattformen wie Amazon etablierte sich das Shopping-Event Anfang der 2010er-Jahre. Österreicherinnen und Österreicher, die die Angebote des Black Friday nutzen, gaben 2024 im Schnitt 195 Euro dafür aus, und rund 80 % der Umsätze werden online erwirtschaftet. Für 2024 wurden Prognosen von rund 430 bis 490 Millionen Euro Umsatz allein in Österreich erwartet.

Der Wortmarken-Streit

Eine der kuriosesten Begleitgeschichten des Black Friday in der DACH-Region ist der jahrelange Rechtsstreit um den Begriff selbst. Die Marke „Black Friday“ wurde im Jahr 2013 in das Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamts eingetragen, 2016 vom chinesischen Unternehmen Super Union Holdings Ltd. übernommen und dann an eine österreichische Black Friday GmbH lizenziert. Unter Berufung auf ihre exklusiven Rechte verlangte die Firma von Händlern, die ihre Verkaufsaktionen mit „Black Friday“ bewarben, den Abschluss eines Lizenzvertrages.

Das führte zu einer Welle von Abmahnungen: Aus Angst vor Abmahnungen haben Online-Händler den Begriff „Black Friday“ mit Begriffen wie „Black Week“, „Black Sale“ oder „Black Deals“ in jenen Jahren vermieden.

2017 wollte die Super Union Holdings Ltd. den Markenschutz der deutschen Wortmarke auf Österreich erstrecken. Das Österreichische Patentamt und danach das Oberlandesgericht Wien verweigerten den Schutz jedoch. Der Begriff „Black Friday“ ist in Österreich als Wortmarke nicht schützbar und darf somit von jedem Händler frei verwendet werden. Diese Entscheidung war für alle Händlerinnen und Händler, die mit „Black Friday“ werben wollen, ein wichtiges Signal.

Auch in Deutschland endete der Streit zugunsten des freien Handels: Das Kammergericht erklärte die Marke mit Wirkung zum 25. April 2019 als verfallen, weil die Markeninhaberin nicht darlegen konnte, dass die Marke rechtserhaltend benutzt worden war. Der BGH wies eine Nichtzulassungsbeschwerde zurück. Das Deutsche Patent- und Markenamt änderte den Aktenstatus schließlich im August 2024 endgültig auf „Marke gelöscht“. Händler können den Begriff seither in beiden Ländern ohne Einschränkung verwenden.

Black Week, Cyber Monday und die Ausdehnung des Events

Aus dem einzelnen Aktionstag ist inzwischen eine ganze Aktionswoche geworden. Der als eintägiges Shopping-Event gedachte Black Friday wird oft auf mehrere Tage verlängert und dann als Black Week bezeichnet. Seit der Verbreitung des Internethandels werben am auf den Black Friday folgenden Cyber Monday viele Online-Händler mit Sparaktionen. Viele große Plattformen starten ihre Rabattaktionen mittlerweile bereits Anfang November.

Dabei zeigt sich in Österreich und Deutschland ein klarer Unterschied zu den USA: Während der Black Friday in den USA hauptsächlich im stationären Einzelhandel stattfindet, werden in Deutschland — und analog dazu in Österreich — die meisten Rabatte online angeboten. In der Black Week 2024 legte der Onlinehandel in Österreich laut GfK-Handelspaneldaten um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, der stationäre Handel wuchs um 13 Prozent.

Kritik und Schattenseiten

Der Black Friday ist nicht unumstritten. Kritiker weisen darauf hin, dass viele ausgewiesene Rabatte keine echten Preisnachlässe sind, weil Händler die Preise in den Wochen zuvor oft anheben. Außerdem zeigt sich ein Kannibalisierungseffekt: Kundinnen und Kunden, die ihre Konsumwünsche schon am Black Friday befriedigt haben, kaufen in der Zeit danach meist nicht mehr so viel — für den Handel bringt das Umsatzplus rund um den Black Friday mitunter ein schmerzhaftes Minus davor und danach. Zusätzlich treiben hohe Retourquoten nach Rabattaktionen die Kosten für Händler in die Höhe.

Black Friday und SEO

Für Online-Händler ist der Black Friday eines der bedeutendsten saisonalen SEO-Ereignisse des Jahres. Das Suchvolumen rund um den Begriff steigt ab Oktober stark an und erreicht in der Woche vor dem Event seinen Höhepunkt. Entscheidend ist dabei, eine Evergreen-Landingpage zu erstellen, also zum Beispiel /black-friday-angebote statt /black-friday-2025, damit Jahr für Jahr Link-Autorität und Sichtbarkeit aufgebaut werden können, anstatt jedes Mal bei Null anzufangen.

Durch vorausschauende Planung hat Google Zeit, Black-Friday-Seiten zu crawlen, zu indexieren und zu ranken, bevor der Suchverkehr seinen Höhepunkt erreicht. Technische Vorbereitung und schnelle Ladezeiten sind dabei unerlässlich. Neben dem Hauptkeyword „Black Friday“ lohnt sich die Optimierung auf Long-tail-Begriffe wie „Black Friday Angebote Fernseher“ oder „Black Friday [Markenname]“, weil Nutzer in dieser Phase oft schon konkret wissen, was sie kaufen wollen.

Häufige Fragen

Wann findet der Black Friday statt?

Der Black Friday fällt immer auf den Freitag nach dem amerikanischen Erntedankfest Thanksgiving, das am vierten Donnerstag im November gefeiert wird. Das Datum liegt somit zwischen dem 23. und 29. November.

Darf man den Begriff „Black Friday“ in Österreich frei verwenden?

Ja. Das Oberlandesgericht Wien hat 2019 rechtskräftig entschieden, dass die Wortmarke „Black Friday“ in Österreich keine Unterscheidungskraft hat und daher nicht schützbar ist. Auch in Deutschland wurde die Marke nach jahrelangem Rechtsstreit im Jahr 2023 endgültig gelöscht — der Begriff ist damit in beiden Ländern frei verwendbar.

Wie früh sollte man mit der SEO-Vorbereitung für den Black Friday beginnen?

Mindestens zwei bis drei Monate vor dem Event, also ab September. Google braucht Zeit, um neue oder überarbeitete Seiten zu crawlen und zu indexieren. Wer erst kurz vor dem Black Friday optimiert, verpasst einen Großteil des saisonalen Suchvolumens.