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Chrome UX Report (CrUX)

cropped klaus kirnbauer

Der Chrome UX Report (CrUX) ist ein öffentlicher Datensatz von Google, der zeigt, wie echte Chrome-Nutzer Websites unter realen Bedingungen erleben. Er liefert sogenannte Felddaten zur Ladegeschwindigkeit, Interaktivität und visuellen Stabilität von Webseiten und bildet die Datengrundlage für Googles Core Web Vitals.

Welche Daten enthält der Chrome UX Report?

Im Mittelpunkt des Chrome UX Report stehen die Core Web Vitals. Der Largest Contentful Paint (LCP) misst, wie schnell ein wichtiger großer Inhalt sichtbar wird. Ein Wert von höchstens 2,5 Sekunden gilt als gut. Der Interaction to Next Paint (INP) bewertet, wie schnell eine Seite auf Eingaben reagiert. Hier liegt der Grenzwert für eine gute Bewertung bei höchstens 200 Millisekunden. Der Cumulative Layout Shift (CLS) misst unerwartete Verschiebungen von Seitenelementen. Ein CLS von höchstens 0,1 gilt als gut. Für die Bewertung wird jeweils das 75. Perzentil herangezogen. Das bedeutet vereinfacht: Mindestens drei Viertel der erfassten Seitenaufrufe sollen den empfohlenen Wert erreichen.

CrUX enthält außerdem weitere Messwerte, etwa den First Contentful Paint (FCP). Dieser zeigt, wann erstmals sichtbarer Seiteninhalt erscheint. Auch Daten zur Netzwerkverbindung, zu Navigationstypen und experimentelle Kennzahlen wie die Time to First Byte (TTFB) können je nach Datenquelle verfügbar sein.

Wie entstehen CrUX-Daten?

Im Gegensatz zu einem einzelnen Geschwindigkeitstest stammen CrUX-Werte aus echten Seitenaufrufen. Google fasst die Erfahrungen geeigneter Chrome-Nutzer statistisch zusammen. Damit Daten eines Nutzers einfließen können, müssen unter anderem die Übermittlung von Nutzungsstatistiken und die Synchronisierung des Browserverlaufs aktiviert sein. Unterstützt werden Chrome-Versionen auf Desktop-Systemen und Android. Chrome unter iOS, Android WebView und andere Chromium-Browser wie Microsoft Edge liefern keine Daten für CrUX.

Auch nicht jede Website erscheint automatisch im Datensatz. Eine Seite oder Origin, also beispielsweise die gesamte Website unter https://beispiel-seite.at, muss öffentlich auffindbar sein und genügend Besuche erhalten. Google veröffentlicht keine feste Mindestzahl. Bei kleineren oder neuen Websites kann es deshalb vorkommen, dass keine CrUX-Daten vorhanden sind.

Die aktuellen CrUX-Werte werden über einen Zeitraum von 28 Tagen zusammengefasst. Dadurch können Änderungen an einer Website erst schrittweise vollständig in den Felddaten sichtbar werden.

Was ist der Unterschied zu Labordaten?

CrUX misst, was echte Nutzer tatsächlich erleben. Dadurch fließen unterschiedliche Geräte, Internetverbindungen, Standorte und Nutzungssituationen in die Ergebnisse ein. Labordaten entstehen dagegen bei einem kontrollierten Test unter festgelegten Bedingungen.

In PageSpeed Insights siehst du beide Ansätze nebeneinander. Die realen Nutzungsdaten stammen aus dem Chrome UX Report, während Lighthouse einen Labortest durchführt. CrUX eignet sich deshalb besonders dafür, die tatsächliche Nutzererfahrung zu beurteilen. Lighthouse hilft dagegen stärker bei der Suche nach konkreten technischen Ursachen für langsame Seiten.

Wie kannst du auf CrUX-Daten zugreifen?

Die einfachste Möglichkeit ist PageSpeed Insights. Dort werden CrUX-Daten für einzelne URLs angezeigt, sofern genügend Messwerte vorhanden sind. Reichen die Daten einer einzelnen Seite nicht aus, kann PageSpeed Insights stattdessen Daten für die gesamte Origin anzeigen.

Für automatisierte Auswertungen stellt Google die CrUX API bereit. Die CrUX History API liefert zusätzlich historische Entwicklungen. Sie enthält bis zu 40 wöchentliche Messpunkte, wobei jeder Punkt jeweils einen Zeitraum von 28 Tagen abbildet. Für umfangreiche Analysen steht außerdem der Datensatz in Google BigQuery zur Verfügung. Dort reichen die historischen CrUX-Daten bis ins Jahr 2017 zurück. Die BigQuery-Daten werden monatlich veröffentlicht.

Welche Bedeutung hat CrUX für SEO?

CrUX ist für SEO wichtig, weil Google diese Felddaten für die Bewertung der Seitenerfahrung und insbesondere der Core Web Vitals verwendet. Gute Core Web Vitals allein garantieren jedoch kein gutes Ranking. Relevanter Inhalt, Suchintention und zahlreiche weitere Signale bleiben entscheidend.

Du solltest CrUX deshalb vor allem als Werkzeug zur technischen Qualitätskontrolle verstehen. Die Daten zeigen dir, ob echte Besucher Probleme mit Ladezeit, Reaktionsgeschwindigkeit oder Layout-Verschiebungen erleben. Gleichzeitig hat der Datensatz Grenzen: Er bildet nur einen Teil der Chrome-Nutzer ab, kleinere Seiten fehlen häufig und aggregierte Werte erklären nicht automatisch die Ursache eines Problems. Für eine genaue Fehlersuche solltest du CrUX daher mit Lighthouse, Browser-Entwicklertools oder eigenem Real User Monitoring (RUM) kombinieren.

Häufige Fragen

Was ist der Chrome UX Report?

Der Chrome UX Report ist ein öffentlicher Google-Datensatz mit aggregierten Felddaten aus echten Chrome-Nutzungen. Er zeigt unter anderem, wie Websites bei den Core Web Vitals abschneiden.

Wo finde ich Chrome-UX-Report-Daten?

Am einfachsten findest du CrUX-Daten in Google PageSpeed Insights. Für automatisierte oder historische Auswertungen kannst du außerdem die CrUX API, die CrUX History API oder Google BigQuery verwenden.

Warum zeigt CrUX für meine Website keine Daten?

Eine Seite oder Website muss öffentlich auffindbar sein und genügend reale Besuche erhalten, damit sie in CrUX aufgenommen wird. Bei neuen oder wenig besuchten Seiten kann deshalb keine ausreichende Datenmenge vorhanden sein.