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Content Curation

cropped klaus kirnbauer

Content Curation bezeichnet das gezielte Suchen, Auswählen, Ordnen und Teilen bereits vorhandener Inhalte zu einem bestimmten Thema. Statt alle Inhalte selbst zu erstellen, filterst du relevante Quellen und ergänzt sie idealerweise um eine eigene Einordnung oder Erklärung.

Wie funktioniert Content Curation?

Bei Content Curation sammelst du zuerst Inhalte, die für deine Zielgruppe interessant sein könnten. Das können Fachartikel, Studien, Videos, Podcasts, Social-Media-Beiträge oder Statistiken sein. Anschließend prüfst du die Quellen und entscheidest, welche Inhalte tatsächlich relevant, aktuell und vertrauenswürdig sind.

Der entscheidende Schritt ist die Aufbereitung. Du veröffentlichst nicht einfach fremde Inhalte erneut, sondern stellst einen Zusammenhang her. Du kannst zum Beispiel erklären, warum eine Studie wichtig ist, mehrere Aussagen miteinander vergleichen oder einen Fachartikel durch eigene Erfahrungen ergänzen. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Nutzen für deine Leserinnen und Leser.

Der Begriff orientiert sich am englischen Verb to curate. Es stammt aus dem Umfeld von Museen und Ausstellungen, wo Kuratorinnen und Kuratoren Werke auswählen, ordnen und in einen verständlichen Zusammenhang stellen.

Content Curation und Content Creation

Content Curation ist nicht dasselbe wie Content Creation. Bei Content Creation erstellst du einen neuen Inhalt selbst, beispielsweise einen Ratgeber, ein Video oder eine Infografik. Bei Content Curation arbeitest du dagegen mit bereits veröffentlichtem Material anderer Quellen.

In der Praxis lassen sich beide Ansätze verbinden. Ein Newsletter kann etwa auf drei interessante Fachartikel verweisen und zu jedem Artikel eine kurze eigene Einschätzung liefern. Ein Blogbeitrag kann Ergebnisse verschiedener Studien vergleichen und daraus neue Schlussfolgerungen ableiten.

Auch eine reine Sammlung automatisierter Links ist nicht automatisch gute Content Curation. Der Wert entsteht vor allem durch Auswahl, Struktur und Kontext. Rohit Bhargava beschrieb einen Content Curator bereits 2009 als eine Person, die laufend besonders relevante Inhalte zu einem bestimmten Thema findet, ordnet und teilt. Sein damaliger Beitrag trug dazu bei, den Begriff im digitalen Marketing bekannt zu machen.

Wo wird Content Curation eingesetzt?

Content Curation kommt häufig im Content Marketing, in Newslettern, Blogs und sozialen Netzwerken zum Einsatz. Besonders sinnvoll ist sie bei Themen, zu denen laufend neue Informationen erscheinen. Statt deine Zielgruppe selbst zahlreiche Quellen durchsuchen zu lassen, kannst du wichtige Entwicklungen auswählen und verständlich zusammenfassen.

Ein Beispiel ist ein Newsletter einer Online-Marketing-Agentur. Darin könnten aktuelle Studien zu Suchmaschinen, neue Funktionen wichtiger Plattformen und ausgewählte Fachbeiträge vorgestellt werden. Eine kurze Einschätzung erklärt jeweils, warum der Inhalt für die Leser relevant ist.

Gute Content Curation kann außerdem dabei helfen, unterschiedliche Sichtweisen sichtbar zu machen. Voraussetzung dafür ist eine sorgfältige Auswahl. Wenn du immer dieselben Quellen übernimmst oder nur Inhalte auswählst, die deine eigene Meinung bestätigen, wird aus der Auswahl schnell ein einseitiger Filter.

Welche Bedeutung hat Content Curation für SEO?

Für SEO reicht es nicht aus, Inhalte anderer Websites zu sammeln oder nahezu unverändert wiederzugeben. Google empfiehlt Inhalte, die in erster Linie für Menschen erstellt werden und einen hilfreichen, verlässlichen Mehrwert bieten. Auch bei automatisiert oder mit KI erstellten Inhalten warnt Google vor vielen Seiten, die keinen zusätzlichen Nutzen bieten.

Content Curation kann deshalb für SEO sinnvoll sein, wenn du fremde Informationen kritisch auswählst und durch eigene Erklärungen, Erfahrungen, Vergleiche oder Schlussfolgerungen ergänzt. Eine bloße Zusammenstellung vorhandener Texte erzeugt dagegen nicht automatisch bessere Rankings.

Auch die Qualität der Quellen spielt eine Rolle. Für deine Leser ist es hilfreich, wenn nachvollziehbar bleibt, woher eine Aussage stammt und weshalb du eine bestimmte Quelle ausgewählt hast. Content Curation sollte daher eher als redaktionelle Leistung verstanden werden als als Methode, möglichst schnell viele Seiten mit fremden Informationen zu füllen.

Welche Risiken gibt es bei Content Curation?

Bei fremden Texten, Bildern, Videos und anderen Werken musst du das Urheberrecht berücksichtigen. Content Curation bedeutet nicht, dass du fremde Inhalte beliebig kopieren und auf deiner eigenen Website veröffentlichen darfst. In Österreich enthält § 42f Urheberrechtsgesetz Regeln zum Zitatrecht. Ob ein konkretes Zitat zulässig ist, hängt jedoch von den jeweiligen Voraussetzungen und vom Einzelfall ab.

Neben rechtlichen Fragen gibt es auch ein Qualitätsrisiko. Veraltete, falsche oder aus dem Zusammenhang gerissene Informationen können durch Curation weiterverbreitet werden. Deshalb solltest du Quellen nicht nur sammeln, sondern vor dem Teilen prüfen und bei aktuellen Themen regelmäßig kontrollieren.

Häufige Fragen

Was bedeutet Content Curation?

Content Curation bedeutet, vorhandene Inhalte zu einem Thema gezielt zu suchen, auszuwählen, zu ordnen und für deine Zielgruppe aufzubereiten. Idealerweise ergänzt du die ausgewählten Inhalte um eigene Erklärungen oder Einordnungen.

Was ist der Unterschied zwischen Content Curation und Content Creation?

Bei Content Creation erstellst du einen neuen Inhalt selbst. Bei Content Curation wählst du bestehende Inhalte anderer Quellen aus und ergänzt sie mit Kontext oder eigenem Mehrwert.

Ist Content Curation gut für SEO?

Content Curation kann SEO unterstützen, wenn daraus ein hilfreicher Inhalt mit eigener Einordnung und zusätzlichem Nutzen entsteht. Das reine Sammeln oder Kopieren fremder Inhalte verbessert Rankings nicht automatisch.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Lexikoneintrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Ob und in welchem Umfang urheberrechtliche Vorgaben bei deiner Content Curation für dein Unternehmen, deine Website oder deinen Webshop gelten, hängt vom konkreten Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen solltest du dich an eine entsprechend qualifizierte Rechtsberatung wenden.