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Copilot

cropped klaus kirnbauer

Copilot ist der Markenname, den Microsoft für seine Familie von KI-gestützten Assistenten verwendet. Je nach Produkt hilft Copilot beim Schreiben von Code, beim Verfassen von E-Mails, beim Zusammenfassen von Dokumenten oder beim Steuern von Windows-Funktionen — immer auf Basis großer Sprachmodelle (Large Language Models, kurz LLMs) von OpenAI. Heute ist Copilot in über 80 Microsoft-Produkten und -Diensten integriert.

Wo alles begann: GitHub Copilot

Den Anfang machte nicht Microsoft selbst, sondern GitHub — eine Plattform für Softwareentwicklung, die seit 2018 zu Microsoft gehört. Im Juni 2021 startete GitHub Copilot als technische Vorschau. Das Tool basierte damals auf Codex, einem Sprachmodell von OpenAI, das speziell auf öffentlichen Quellcode trainiert wurde — ein Nachfolger des Modells GPT-3. Die Idee war einfach: Du schreibst einen Kommentar in deinem Code-Editor, und Copilot schlägt dir automatisch den passenden Code vor.

Am 29. Juni 2022 wurde GitHub Copilot offiziell für alle zahlenden Nutzerinnen und Nutzer freigegeben. Seitdem hat sich das Tool stark weiterentwickelt. Heute läuft GitHub Copilot standardmäßig auf GPT-4.1 und ermöglicht es, zwischen verschiedenen Modellen zu wählen — darunter auch Claude von Anthropic und Googles Gemini. Laut GitHub-Angaben schreiben Entwicklerinnen und Entwickler, die Copilot nutzen, Code bis zu 55 % schneller, ohne Einbußen bei der Qualität.

Der Schritt zu Microsoft 365

Am 16. März 2023 kündigte Microsoft an, Copilot tief in seine Microsoft-365-Produkte zu integrieren — also in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams. Technisch funktioniert das über den sogenannten Microsoft Graph: eine Schnittstelle, die alle Microsoft-365-Dienste miteinander vernetzt und Copilot Zugriff auf E-Mails, Kalendereinträge, Dokumente und Chat-Verläufe gibt. So kann Copilot in Word einen Text auf Basis von Inhalten aus deinem OneDrive vorschlagen oder in Outlook eine Zusammenfassung eines langen E-Mail-Threads erstellen.

Das Herzstück ist dabei das Prinzip des sogenannten Groundings: Statt eine generische KI-Antwort zu liefern, verknüpft Copilot die LLM-Ausgabe mit konkreten Daten aus deiner Unternehmensumgebung — und macht die Ergebnisse so relevanter und individueller.

Von Bing Chat zu Copilot

Parallel zu Microsoft 365 verfolgte Microsoft eine weitere Strategie: Im Februar 2023 integrierte das Unternehmen GPT-4 in seine Suchmaschine Bing und nannte das Ergebnis Bing Chat. Auf der Entwicklerkonferenz Microsoft Ignite im November 2023 wurde Bing Chat in „Copilot“ umbenannt, Bing Chat Enterprise in den allgemeinen „Copilot“. Seit 1. Dezember 2023 ist dieser Copilot offiziell als eigenständiges Microsoft-Produkt verfügbar.

Der Grund für das Rebranding war strategisch: Microsoft wollte eine einheitliche Copilot-Marke schaffen — für Privatpersonen, Unternehmen und Entwicklerinnen gleichermaßen. Der Name Copilot spielt bewusst auf den Begriff aus der Luftfahrt an: Du behältst das Steuer, der KI-Assistent sitzt daneben und unterstützt dich. CEO Satya Nadella unterscheidet dabei klar zwischen Copilot-Software, die mit Nutzerinnen und Nutzern interagiert, und Autopilot-Systemen, die Aufgaben vollständig eigenständig übernehmen.

Windows Copilot und Copilot+ PCs

Seit September 2023 ist Copilot auch direkt in Windows 11 integriert. Er lässt sich per Tastenkombination öffnen und kann Systemeinstellungen steuern, Fenster anordnen oder Inhalte auf dem Bildschirm zusammenfassen. Ab 2024 führte Microsoft die Kategorie der Copilot+ PCs ein: Laptops mit einem dedizierten KI-Chip (NPU — Neural Processing Unit), der KI-Aufgaben direkt auf dem Gerät ausführt, ohne Cloud-Anbindung. Neue zertifizierte Tastaturen haben eine eigene Copilot-Taste, die die jahrzehntelang ungenutzte Menü-Taste ersetzt.

Zur Copilot+ PC-Welt gehört auch die Funktion Recall: Sie erstellt regelmäßig Screenshots des Bildschirms und macht diese per KI durchsuchbar — ähnlich einem automatischen Gedächtnis für alles, was du je am Bildschirm hattest. Die Funktion sorgte für erhebliche Kritik aus dem Datenschutzbereich und musste mehrfach überarbeitet werden, bevor sie ab dem Juli-Update 2025 auch in Europa verfügbar gemacht wurde.

Kritik und Grenzen

Trotz des aggressiven Rollouts ist die Kritik an Copilot nicht verstummt. Der österreichische Standard beschrieb die Funktion 2025 als „teuer, aber unnütz“. BR24 berichtete im Dezember 2025 über interne Dokumente, in denen Satya Nadella selbst Qualitätsprobleme ansprach. Das Fachmagazin Heise online bezeichnete 2024 die Qualität des Funktionsumfangs als „Frechheit“.

Ein strukturelles Problem bei Microsoft 365 Copilot betrifft den Datenschutz: Da Copilot auf alle Inhalte zugreifen darf, auf die du innerhalb deiner Microsoft-365-Umgebung Zugriff hast, können bei unklaren Berechtigungskonzepten sensible Daten an unberechtigte Personen gelangen. Standardmäßig schützt Microsoft zwar davor, dass Eingaben zum Trainieren der Modelle verwendet werden — eine vollständige DSGVO-Konformität ist aber je nach Konfiguration und Lizenz nicht automatisch gewährleistet.

Bedeutung für SEO und Online-Marketing

Für den Online-Marketing-Bereich ist Copilot aus mehreren Richtungen relevant. Als generatives KI-Werkzeug in Word oder Outlook kann es Texter und Teamerinnen bei der Erstellung von Content-Ideen, E-Mail-Texten oder Briefings unterstützen. In Microsoft Bing verändert die Copilot-Integration das Suchverhalten: Statt zehn Treffern sehen Nutzende eine generierte Zusammenfassung — was die Klickrate auf organische Suchergebnisse beeinflussen kann. Das Konzept, das Fachleute als Zero-Click-Search kennen (Suchanfragen, die ohne Klick auf eine Website beantwortet werden), wird durch KI-generierte Antworten in Bing weiter verstärkt. Für SEO-Verantwortliche bedeutet das: Inhalte müssen so strukturiert sein, dass sie als verlässliche Quelle für KI-Systeme erkennbar sind — Stichwort strukturierte Daten und klare, faktenbasierte Texte.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen GitHub Copilot und Microsoft Copilot?

GitHub Copilot ist ein spezialisiertes Tool für Softwareentwicklung, das direkt in Code-Editoren wie Visual Studio Code läuft und beim Schreiben von Quellcode hilft. Microsoft Copilot ist dagegen der übergeordnete Markenname für alle KI-Assistenten im Microsoft-Ökosystem — von Windows über Outlook bis hin zu Teams. GitHub Copilot war die erste Copilot-Version überhaupt, die bereits 2021 startete.

Ist Copilot kostenlos?

Das kommt auf die Variante an. Der allgemeine Microsoft Copilot unter copilot.microsoft.com ist in einer Basisversion kostenlos zugänglich. GitHub Copilot bietet seit Ende 2024 eine eingeschränkte kostenlose Variante an. Für die vollständige Integration in Microsoft 365 (Word, Excel, Outlook, Teams) brauchst du eine eigene Lizenz, die zusätzlich zum bestehenden Microsoft-365-Abo anfällt.

Hat Copilot Zugriff auf meine persönlichen Daten?

Das hängt vom genutzten Dienst ab. Der öffentliche Copilot unter copilot.microsoft.com greift nur auf das Web und deine Eingaben zu. Microsoft 365 Copilot hingegen verbindet sich über den Microsoft Graph mit deinen E-Mails, Dokumenten und Kalenderdaten — nur dann kann er wirklich auf deine Arbeitsumgebung eingehen. Für Unternehmensnutzer mit einem Entra-ID-Konto gilt dabei kommerzieller Datenschutz: Eingaben werden nicht zum Trainieren von KI-Modellen verwendet.