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Edge Browser

cropped klaus kirnbauer

Der Edge Browser ist ein Webbrowser des Softwarekonzerns Microsoft und seit 2015 der offizielle Nachfolger des Internet Explorers auf Windows-Systemen. Seit Jänner 2020 basiert Edge auf der Open-Source-Plattform Chromium und ist damit auf Windows, macOS, Linux, iOS und Android verfügbar. Er ist auf allen aktuellen Windows-Rechnern vorinstalliert und der zweithäufigste Desktop-Browser weltweit.

Von Project Spartan zum modernen Browser

Die Geschichte des Edge Browsers beginnt lange vor seinem offiziellen Start. Microsoft entwickelte den Browser unter dem internen Codenamen „Project Spartan“ und stellte ihn erstmals am 21. Jänner 2015 öffentlich vor. Am 29. Juli 2015 wurde er gemeinsam mit Windows 10 veröffentlicht und ersetzte den Internet Explorer als voreingestellten Standardbrowser.

Dieser erste Edge nutzte die eigens entwickelte Rendering-Engine EdgeHTML — eine Weiterentwicklung der alten Internet Explorer-Engine MSHTML, auch bekannt als Trident. Als JavaScript-Engine kam Chakra zum Einsatz. Das Ziel war ein schlanker, moderner Browser ohne den Ballast veralteter Technologien wie ActiveX oder Compatibility-View-Listen, die den Internet Explorer über Jahrzehnte begleitet hatten.

Der ursprüngliche Edge konnte die Erwartungen nie ganz erfüllen. Die EdgeHTML-Engine hinkte bei der Unterstützung moderner Webstandards hinterher, und die Marktanteile stiegen kaum. Am 6. Dezember 2018 kündigte Microsoft daher einen radikalen Kurswechsel an: Der Browser würde komplett neu aufgebaut, diesmal auf Basis des Open-Source-Projekts Chromium, das auch Google Chrome zugrunde liegt.

Der Neustart auf Chromium-Basis

Am 15. Jänner 2020 erschien die neue Version von Microsoft Edge, die seitdem die Blink-Rendering-Engine und die V8-JavaScript-Engine verwendet — dieselbe technische Grundlage wie Chrome, Opera oder Brave. Der große Vorteil: Edge kann nun alle modernen Webseiten korrekt darstellen und unterstützt das gleiche Erweiterungssystem wie Chrome, inklusive Zugriff auf den Chrome Web Store.

Die alte Version, inzwischen „Edge Legacy“ genannt, verlor am 9. März 2021 offiziell den Support. Im Rahmen des monatlichen Sicherheitsupdates am 13. April 2021 wurde Edge Legacy durch Microsoft automatisch über Windows Update deinstalliert und durch die neue Chromium-Version ersetzt.

Für Unternehmen, die noch auf veraltete Webseiten angewiesen sind, bietet der neue Edge einen speziellen Internet Explorer Modus (kurz: IE Mode). Dabei wechselt der Browser für ausgewählte Seiten intern auf die alte Trident-Engine von Internet Explorer 11. Microsoft hat angekündigt, diesen Modus mindestens bis 2029 zu unterstützen.

Wie der Edge Browser technisch funktioniert

Wie jeder moderne Browser übernimmt Edge mehrere Aufgaben gleichzeitig: Er empfängt den HTML-, CSS- und JavaScript-Code einer Webseite vom Server, verarbeitet ihn mit der Blink-Engine und stellt das Ergebnis auf deinem Bildschirm dar. Dank der gemeinsamen Chromium-Basis verhält sich Edge beim Rendern von Webseiten weitgehend identisch zu Chrome, was für Webentwicklerinnen und Webentwickler bedeutet, dass Seiten in beiden Browsern fast immer gleich aussehen.

Vorinstalliert ist Edge mit Bing als Standard-Suchmaschine — du kannst das in den Einstellungen aber jederzeit ändern. Microsoft hat außerdem den hauseigenen KI-Assistenten Copilot tief in den Browser integriert. Seit Juli 2025 läuft Edge im sogenannten „Copilot Mode„, bei dem jeder neue Tab direkt mit einem KI-Chatfenster öffnet. Mit entsprechender Freigabe kann Copilot auch alle geöffneten Tabs gleichzeitig analysieren — etwa um Preise auf verschiedenen Seiten zu vergleichen oder Inhalte über mehrere Quellen hinweg zusammenzufassen. Die Funktion ist optional und opt-in.

Marktanteile und Nutzung

Rund 292 Millionen Menschen weltweit nutzen laut Backlinko den Edge Browser. Beim Desktop-Marktanteil hat sich Edge als klare Nummer zwei etabliert: Laut Statcounter lag der Anteil im November 2024 bei knapp 12,87 Prozent aller Desktop-Seitenaufrufe — während Chrome mit über 66 Prozent weiterhin dominiert. Auf allen Geräten (also inklusive Smartphone und Tablet) ist das Bild deutlich anders: Der globale Gesamtmarktanteil liegt bei unter 5 Prozent, da Edge auf Mobilgeräten kaum eine Rolle spielt.

Bemerkenswert ist, dass Edges Marktanteilszuwächse in den letzten Jahren nicht auf Kosten von Chrome gingen — sondern vor allem kleinere Browser wie Safari (am Desktop), Firefox und Opera verdrängte.

Datenschutz und Kritik

Edge ist nicht ohne Kontroversen. Die ursprüngliche Version sendete laut deutschem Wikipedia-Eintrag jede besuchte Webseite als Telemetriedaten an Microsoft — inklusive der persönlichen Account-ID (SID), sofern das SmartScreen-Filter aktiv war. Die neue Chromium-Version teilt dieses Problem zwar nicht in derselben Form, steht aber weiterhin in der Kritik, Nutzerinnen und Nutzer aktiv von der Verwendung anderer Browser abzuhalten. Mehrere Mitbewerber haben sich gegenüber Wettbewerbsbehörden über aggressive Einblendungen beschwert, mit denen Microsoft zum Wechsel zu Edge auffordert.

Bedeutung für SEO und Webentwicklung

Für SEO und Webentwicklung ist der Edge Browser aus mehreren Gründen relevant. Erstens bestimmt jeder Browser, wie deine Seite dargestellt wird — und da Edge heute auf Chromium basiert, verhält er sich bei der Darstellung von HTML, CSS und JavaScript nahezu gleich wie Chrome. Seiten, die in Chrome korrekt angezeigt werden, funktionieren in Edge üblicherweise ohne Anpassungen.

Zweitens ist die Edge-DevTools — das eingebaute Entwicklerwerkzeug, das du mit F12 öffnest — ein vollwertiges Tool zur Performance-Analyse, zum Debugging und zur Netzwerkanalyse, das dem Chrome DevTools sehr ähnlich ist. Drittens gilt: Wenn du Google Search Console oder andere SEO-Tools im Browser nutzt, spielt es technisch keine Rolle, ob du das in Chrome oder Edge tust — die Rendering-Grundlage ist dieselbe.

Wichtig zu wissen: Edge verwendet standardmäßig Bing als Suchmaschine. Das bedeutet, dass ein Teil deiner Website-Besucher über Bing auf deine Seite kommt, wenn sie Edge mit den Standardeinstellungen verwenden. Bing hat zwar deutlich weniger Marktanteil als Google, ist aber gerade in der Desktop-Nutzung und im Unternehmensumfeld präsenter, als viele annehmen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Edge und Internet Explorer?

Der Edge Browser ist der offizielle Nachfolger des Internet Explorers, aber kein direktes Update davon. Er wurde von Grund auf neu entwickelt. Der Internet Explorer nutzte die veraltete Trident-Engine; Edge arbeitet heute mit Chromium und Blink — denselben Technologien wie Google Chrome. Für sehr alte Webseiten, die nur im Internet Explorer funktionierten, bietet Edge allerdings einen eingebauten „IE Mode“ an.

Ist der Edge Browser kostenlos?

Ja, Edge ist kostenlos und auf allen aktuellen Windows-Rechnern vorinstalliert. Du kannst ihn auch gratis für macOS, Linux, iOS und Android herunterladen. Für die KI-Funktionen über Copilot sind bestimmte Features kostenlos, andere — je nach Microsoft-Konto und Abo-Modell — kostenpflichtig.

Ist Edge für die Webseitenoptimierung relevant?

Ja, auch wenn Chrome dominiert. Auf Desktops nutzen laut Statcounter fast 13 Prozent aller Besucher Edge — das ist ein nennenswerter Anteil, den du beim Testen deiner Seite berücksichtigen solltest. Da Edge auf Chromium basiert, reicht in den meisten Fällen ein Test in Chrome, um sicherzustellen, dass die Seite auch in Edge korrekt dargestellt wird.