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GIF

cropped klaus kirnbauer

Ein GIF (Graphics Interchange Format) ist ein Bildformat für einfache Grafiken und kurze Animationen im Internet. Du erkennst es an der Dateiendung .gif und daran, dass es nur maximal 256 Farben pro Bild darstellen kann. Bekannt ist das Format vor allem für kurze, sich wiederholende Animationen, wie du sie in Chats, auf Social Media oder in Memes findest.

Wie ein GIF technisch aufgebaut ist

Ein GIF speichert seine Farben nicht wie ein Foto in Millionen Abstufungen, sondern über eine Farbpalette mit höchstens 256 Einträgen. Diese Farben wählt das Programm beim Speichern aus rund 16,7 Millionen möglichen Farbwerten aus und legt sie in einer kleinen Tabelle ab. Für Fotos mit vielen Farbverläufen ist das zu wenig, weshalb sich GIFs dafür eher schlecht eignen. Für Logos, Icons oder Zeichnungen mit klaren Farbflächen reicht die Palette dagegen völlig aus.

Damit die Dateien trotzdem kompakt bleiben, nutzt GIF eine verlustfreie Kompression namens LZW (Lempel-Ziv-Welch), benannt nach ihren Entwicklern Abraham Lempel, Jacob Ziv und Terry Welch. Verlustfrei bedeutet: Beim Speichern geht keine Bildinformation verloren, anders als etwa bei JPEG. Ein GIF kann außerdem mehrere Einzelbilder in einer einzigen Datei hintereinander speichern. Spielt ein Programm diese Bilder in Reihenfolge ab, entsteht der Eindruck einer Animation, ganz ohne separate Videodatei. Seit der Version GIF89a lässt sich zusätzlich eine Farbe der Palette als transparent festlegen, wodurch das Bild scheinbar keine rechteckige Form mehr hat.

Wie das GIF entstanden ist

Entwickelt wurde das Format 1987 von einem Team rund um den Programmierer Steve Wilhite beim Online-Dienst CompuServe in den USA. CompuServe brauchte damals ein Farbformat, das auch über die damals noch sehr langsamen Modemverbindungen schnell übertragen werden konnte, und wollte damit das bisherige Schwarz-Weiß-Format RLE ablösen. Am 15. Juni 1987 wurde die erste Version, GIF87a, vorgestellt. 1989 folgte die erweiterte Version GIF89a, die unter anderem die erwähnte Transparenz und mehrere Bilder pro Datei für Animationen ermöglichte. Ab 1995 konnten animierte GIFs im Browser Netscape Navigator erstmals in Dauerschleife abgespielt werden, was ihren späteren Siegeszug als Animationsformat einleitete.

Die „GIF-Steuer“ und der Streit um LZW

Die verwendete LZW-Kompression war eigentlich patentiert, und zwar vom Unternehmen Unisys. CompuServe wusste davon zunächst nichts. 1994 forderte Unisys plötzlich Lizenzgebühren von Softwareherstellern, die GIF-Dateien erzeugende Programme verkauften. Die Ankündigung sorgte in der Entwicklergemeinde für großen Unmut, da viele kostenlose und kommerzielle Programme betroffen waren. Als direkte Reaktion darauf entwickelten Programmierer ein alternatives, patentfreies Format namens PNG. 2004 liefen die letzten Patente rund um die LZW-Kompression aus, seither kann GIF ohne Lizenzfragen frei verwendet werden.

GIF heute: Vom Nischenformat zum Meme-Standard

Nachdem GIF in den 2000er-Jahren zwischenzeitlich an Bedeutung verlor, erlebte das animierte GIF in den 2010er-Jahren ein überraschendes Comeback. Bildplattformen und soziale Netzwerke machten kurze GIF-Animationen zu einem festen Bestandteil der Online-Kommunikation, etwa als Reaktion in Chats oder als Meme. Für hochwertige Fotos oder große Videoinhalte ist GIF technisch nicht geeignet, dafür gibt es modernere Formate wie WebP oder APNG mit besserer Farbtiefe und kleineren Dateigrößen. Für deine Website ist das relevant, weil große, unkomprimierte GIF-Animationen die Ladezeit spürbar verlangsamen können, was sich wiederum negativ auf Rankings und Nutzererfahrung auswirkt. Für einfache, kurze Animationen bleibt GIF trotzdem ein praktisches und universell unterstütztes Format, das in praktisch jedem Browser ohne Zusatzsoftware funktioniert.

Häufige Fragen

Wofür steht die Abkürzung GIF?

GIF steht für Graphics Interchange Format, zu Deutsch etwa Grafikaustauschformat. Es wurde 1987 von CompuServe entwickelt.

Wie viele Farben kann ein GIF darstellen?

Ein GIF kann maximal 256 Farben gleichzeitig darstellen, ausgewählt aus rund 16,7 Millionen möglichen Farbwerten. Für Fotos ist das meist zu wenig, für einfache Grafiken reicht es aus.

Warum sind manche GIFs animiert und andere nicht?

Ein GIF kann mehrere Einzelbilder in einer Datei speichern. Werden diese Bilder nacheinander abgespielt, entsteht eine Animation. Enthält die Datei nur ein Bild, bleibt sie statisch.