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Aufträge generieren Messbare Ergebnisse Nachhaltiger Erfolg

Green Hosting

cropped klaus kirnbauer

Green Hosting bezeichnet das Betreiben von Webservern und Rechenzentren mit erneuerbaren Energiequellen wie Wind-, Solar- oder Wasserkraft. Ziel ist es, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren, der durch den dauerhaften Betrieb von Serverinfrastruktur entsteht. Die Bezeichnung „grünes Hosting“ ist kein geschützter Begriff — was dahinter steckt, variiert von Anbieter zu Anbieter erheblich.

Warum Hosting überhaupt Energie verbraucht

Jede Website liegt auf einem Server, der rund um die Uhr läuft. Server müssen nicht nur betrieben, sondern auch gekühlt werden — und beides verbraucht Strom. Rechenzentren zählen weltweit zu den größten Stromverbrauchern: Schätzungen gehen davon aus, dass sie rund zwei Prozent des globalen Stromverbrauchs ausmachen, etwa so viel wie der gesamte Flugverkehr.

Wie viel Energie tatsächlich für die IT-Geräte selbst ankommt (und wie viel für Kühlung und Infrastruktur draufgeht), misst der sogenannte PUE-Wert (Power Usage Effectiveness). Ein PUE-Wert von 1,0 wäre ideal — der gesamte Strom käme bei den Servern an. Der Branchendurchschnitt lag laut Google-Daten aus 2024 bei 1,56. Die Google-eigenen Rechenzentren erreichten im selben Jahr einen PUE von 1,09 — was bedeutet, dass sie rund 84 Prozent weniger Hilfsenergie verbrauchen als der Durchschnitt der Branche.

Was Green Hosting in der Praxis bedeutet

Ein Hosting-Anbieter kann auf mehreren Wegen „grün“ werden. Die wirksamste Methode ist die direkte Versorgung des Rechenzentrums mit erneuerbaren Energien — also ein Stromvertrag mit einem Ökostromanbieter oder der Betrieb eigener Solar- oder Windanlagen. Davon zu unterscheiden ist der Kauf von RECs (Renewable Energy Certificates, auf Deutsch: Herkunftsnachweise). Dabei kauft ein Anbieter Zertifikate, die belegen, dass irgendwo auf der Welt eine entsprechende Menge Strom aus erneuerbaren Quellen ins Netz eingespeist wurde — der Strom im Rechenzentrum selbst kann dabei weiterhin aus fossilen Quellen stammen. Eine dritte Möglichkeit war bislang der Kauf von CO₂-Zertifikaten (Carbon Offsets), also die Finanzierung von Klimaschutzprojekten als Ausgleich. Die Green Web Foundation, die wichtigste unabhängige Prüforganisation für grünes Hosting, akzeptiert Carbon Offsets seit Jänner 2026 nicht mehr als Nachweis für fossilfreies Hosting. Diese Entscheidung markiert eine deutliche Verschärfung der Standards.

Die Green Web Foundation und ihre Werkzeuge

Die Green Web Foundation wurde 2011 als gemeinnützige Stiftung (Stichting) in den Niederlanden von René Post und Arend-Jan Tetteroo formell gegründet, nachdem die beiden bereits 2006 das erste Werkzeug gestartet hatten: den Green Web Check, eine Datenbank, mit der sich prüfen lässt, ob eine Website auf Basis erneuerbarer Energien betrieben wird. Bis 2019 führten Nutzerinnen und Nutzer damit weltweit knapp zwei Milliarden Checks durch.

Heute werden täglich rund sieben Millionen Abfragen gegen den Green Web Dataset gestellt — das größte offene Datensatz seiner Art weltweit. Im Verzeichnis der Foundation sind aktuell über 356 verifizierte grüne Hosting-Anbieter aus 37 Ländern gelistet, darunter auch österreichische Anbieter. Anexia aus Wien etwa lässt sich über ein Zertifikat des österreichischen Energieversorgers KELAG bestätigen, dass sein Wiener Rechenzentrum vollständig mit erneuerbarem Strom betrieben wird.

Die Verifikation durch die Green Web Foundation ist kostenlos. Anbieter, die sich listen lassen wollen, müssen jährlich Nachweise erbringen. Mit carbon.txt hat die Foundation zusätzlich einen offenen Standard entwickelt: eine maschinenlesbare Datei, die Unternehmen unter ihrer eigenen Domain veröffentlichen können (z. B. beispiel-seite.at/carbon.txt), um Nachhaltigkeitsdaten transparent zugänglich zu machen — ähnlich wie robots.txt für Suchmaschinen.

Greenwashing: Das Problem mit vagen Versprechen

Weil „Green Hosting“ kein geschützter Begriff ist, können Anbieter ihn ohne konkreten Nachweis verwenden. Kritiker — darunter Energiewissenschaftlerinnen und -wissenschaftler — weisen darauf hin, dass der bloße Kauf von Herkunftsnachweisen keine tatsächliche Reduktion von Emissionen bewirkt, solange das Rechenzentrum weiterhin Kohlestrom bezieht. Der physische Strom und das Zertifikat kommen schlicht aus unterschiedlichen Quellen.

Wer einen Anbieter wirklich einschätzen will, sollte daher konkrete Fragen stellen: Woher stammt der Strom tatsächlich? Gibt es einen verifizierten Herkunftsnachweis oder einen Direktvertrag mit einem Erneuerbaren-Anbieter? Ist der Anbieter im Verzeichnis der Green Web Foundation gelistet? Welchen PUE-Wert weist das Rechenzentrum aus?

Bedeutung für SEO und Online Marketing

Green Hosting hat keinen direkten Einfluss auf Rankings in Suchmaschinen. Allerdings wirkt sich die Ladegeschwindigkeit einer Website sehr wohl auf SEO aus — und energieeffiziente Rechenzentren mit niedrigem PUE-Wert liefern häufig auch bessere Performance. Indirekt kann Green Hosting also zur technischen Qualität einer Website beitragen. Darüber hinaus kommunizieren viele Unternehmen ihr grünes Hosting als Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie, was je nach Zielgruppe ein relevantes Unterscheidungsmerkmal sein kann.

Häufige Fragen

Wie kann ich prüfen, ob meine Website grün gehostet wird?

Du kannst das kostenlose Tool „Green Web Check“ der Green Web Foundation unter thegreenwebfoundation.org nutzen. Dort gibst du einfach die URL deiner Website ein und siehst sofort, ob dein Hosting-Anbieter als verifiziert grün gelistet ist.

Was ist der Unterschied zwischen Green Hosting und Carbon-neutral Hosting?

Bei echtem Green Hosting wird das Rechenzentrum direkt mit erneuerbarem Strom betrieben. „Carbon-neutral“ bedeutet oft nur, dass der verbleibende CO₂-Ausstoß durch Zertifikate ausgeglichen wird – der tatsächlich verbrauchte Strom kann dabei aus fossilen Quellen stammen.

Kostet grünes Hosting mehr als herkömmliches Hosting?

Nicht zwingend. Da immer mehr Anbieter auf erneuerbare Energien umstellen und der Wettbewerb gestiegen ist, sind die Preisunterschiede zwischen grünem und konventionellem Hosting heute meist gering. Entscheidend ist, dass du die Nachweise des Anbieters prüfst, bevor du buchst.