Keyword-Recherche (auch: Keywordanalyse) bezeichnet den systematischen Prozess, bei dem du herausfindest, welche Suchbegriffe deine Zielgruppe in Suchmaschinen wie Google eingibt. Das Ziel ist, genau jene Begriffe zu identifizieren, für die es sich lohnt, eine Website oder einzelne Seiten zu optimieren — sowohl für organische Suche (SEO) als auch für bezahlte Werbung (SEA, also Suchmaschinenwerbung).
Warum Keyword-Recherche der Ausgangspunkt jeder SEO-Strategie ist
Bevor du irgendeinen Text für eine Website schreibst oder eine Google-Ads-Kampagne aufsetzt, solltest du wissen, wie deine Zielgruppe tatsächlich sucht. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Was ein Unternehmen intern als Produktbezeichnung nutzt, muss nicht mit dem übereinstimmen, was echte Menschen in die Suchzeile tippen. Ein Handwerksbetrieb nennt sein Angebot vielleicht „Fassadensanierung“, die meisten Suchenden fragen aber nach „Hausfassade streichen lassen“. Genau diese Lücke schließt die Keyword-Recherche.
Sie liefert dir außerdem Zahlen: das Suchvolumen (wie oft ein Begriff pro Monat gesucht wird), die Keyword-Schwierigkeit (wie stark die Konkurrenz für diesen Begriff ist) und den CPC (Cost per Click — relevant, wenn du Google-Anzeigen schalten willst).
Wie Keywords eingeteilt werden
In der Praxis unterscheidet man Keywords nach ihrer Länge und ihrem Suchvolumen. Short-Tail-Keywords bestehen aus einem einzigen Wort, etwa „Schuhe“ oder „Versicherung“. Sie haben ein enormes Suchvolumen, sind aber so allgemein, dass dahinter völlig unterschiedliche Absichten stecken können — und die Konkurrenz ist entsprechend riesig.
Mid-Tail-Keywords umfassen zwei bis drei Wörter und sind schon konkreter, zum Beispiel „rote Damenschuhe“ oder „Kfz-Versicherung vergleichen“. Long-Tail-Keywords sind Suchanfragen mit vier oder mehr Wörtern, etwa „günstige rote Damenschuhe Größe 39″. Sie werden seltener gesucht, sprechen dafür aber eine Zielgruppe an, die sehr genau weiß, was sie will — und kauft daher häufiger.
Eine weitere, noch wichtigere Einteilung ist die Suchintention (auch: Search Intent). Dahinter steckt die Frage: Was will die Person, die das Keyword eingibt, eigentlich erreichen? Grob unterscheidet man informationelle Suchanfragen (z.B. „wie funktioniert eine Wärmepumpe“), transaktionale (z.B. „Wärmepumpe kaufen“) und navigationale (z.B. „Viessmann Händler Wien“). Nur wer die Suchintention versteht, kann Inhalte erstellen, die wirklich zu einem Keyword passen — und entsprechend ranken.
Geschichte: Von der Keyword-Dichte zur semantischen Suche
In den frühen Jahren des Internets reichte es oft, ein Keyword möglichst oft auf einer Seite zu wiederholen — ein Verfahren, das man heute als Keyword-Stuffing bezeichnet und das von Suchmaschinen aktiv bestraft wird. Die Keyword-Recherche war damals kaum mehr als eine Häufigkeitszählung.
Das änderte sich grundlegend mit dem Hummingbird-Update, das Google im August 2013 einführte — dem größten Algorithmuswechsel seit 2001. Hummingbird verlagerte den Fokus von einzelnen Wörtern hin zum Kontext ganzer Suchanfragen. Seitdem versucht Google zu verstehen, was jemand wirklich meinen könnte, nicht nur, welche Wörter er verwendet hat. Das Folgeupdate RankBrain (2015) brachte maschinelles Lernen in den Algorithmus, und BERT (2019) verbesserte das Verständnis natürlicher Sprache nochmals erheblich.
Für die Keyword-Recherche bedeutet das: Heute reicht es nicht, auf ein einzelnes Keyword zu optimieren. Sinnvoller ist es, thematisch verwandte Begriffe, Synonyme und häufig gestellte Fragen rund um ein Thema gemeinsam zu behandeln — Fachleute sprechen von Keyword-Clustern oder Topical Authority.
Tools für die Keyword-Recherche
Wer Keyword-Recherche professionell betreibt, kommt an Spezialwerkzeug nicht vorbei. Der Google Keyword Planner — seit dem 20. Mai 2013 im heutigen Format verfügbar, als Nachfolger des alten AdWords Keyword Tools — ist kostenlos und direkt mit Google-Daten verknüpft. Er zeigt allerdings nur noch genaue Suchvolumen, wenn du ein aktives Google-Ads-Konto mit laufenden Kampagnen hast; andernfalls werden nur Ranges (z.B. 1.000–10.000) angezeigt.
Zu den führenden kostenpflichtigen Plattformen zählen Semrush (gegründet 2008, mit über 27 Milliarden Keywords in der Datenbank) und Ahrefs (gestartet 2010, mit rund 28,7 Milliarden Keywords). Beide liefern Suchvolumen, Schwierigkeitsgrade, Wettbewerbsanalysen und Vorschläge für verwandte Keywords. Im deutschsprachigen Raum ist außerdem SISTRIX weit verbreitet, das besonders detaillierte Sichtbarkeitsdaten für den DACH-Markt liefert. Ergänzend nutzen viele SEOs Google Suggest — also die automatischen Vervollständigungen, die Google bei der Eingabe vorschlägt — und die Funktion „Ähnliche Suchanfragen“ ganz unten auf der Ergebnisseite.
Keyword-Recherche für Google Ads
Wer Suchmaschinenwerbung betreibt, nutzt Keyword-Recherche auf dieselbe Art, aber mit einem zusätzlichen Blick auf den CPC und den Wettbewerb im bezahlten Bereich. Im Ads-Kontext ist besonders der Gedanke wichtig, dass Long-Tail-Keywords nicht nur günstiger in der Auktion sind, sondern auch oft eine klarere Kaufabsicht signalisieren — und damit besser konvertieren als breite Begriffe.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Suchvolumen und Keyword-Schwierigkeit?
Das Suchvolumen gibt an, wie oft ein Begriff durchschnittlich pro Monat gesucht wird. Die Keyword-Schwierigkeit beschreibt, wie schwer es ist, für dieses Keyword auf der ersten Google-Seite zu ranken — basierend darauf, wie stark die bereits rankenden Seiten sind. Ein hohes Suchvolumen bei gleichzeitig hoher Schwierigkeit ist für kleine oder neue Websites meist schwer erreichbar.
Wie oft sollte ich eine Keyword-Recherche durchführen?
Eine Keyword-Recherche ist kein einmaliges Projekt. Suchtrends verändern sich, neue Begriffe entstehen, und der Wettbewerb auf bestimmten Keywords wächst oder schrumpft. Für aktives Online-Marketing empfiehlt es sich, die eigene Keyword-Liste regelmäßig — je nach Branche monatlich oder quartalsweise — zu überprüfen und zu aktualisieren.
Kann ich Keyword-Recherche auch ohne kostenpflichtige Tools machen?
Ja, grundlegende Recherche ist kostenlos möglich: Google Suggest, die „Ähnliche Suchanfragen“-Box in den Suchergebnissen, Google Trends und der Google Keyword Planner (mit eingeschränkten Daten ohne aktive Ads-Kampagne) liefern brauchbare Ausgangspunkte. Für eine tiefgehende Analyse mit genauen Suchvolumina und Wettbewerbsdaten wirst du aber früher oder später auf ein kostenpflichtiges Tool angewiesen sein.