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Kununu

cropped klaus kirnbauer

Kununu ist eine Online-Plattform, auf der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber anonym bewerten können. Die Plattform wurde 2007 in Wien gegründet und ist heute die größte ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Für Jobsuchende funktioniert kununu ähnlich wie eine Hotelbewertungsseite — nur eben für Unternehmen als Arbeitgeber.

Wie funktioniert kununu?

Wer auf kununu eine Bewertung abgeben möchte, muss sich zunächst registrieren. Die Bewertung selbst erscheint dann anonym. Das bedeutet: Der Arbeitgeber sieht zwar den Inhalt der Bewertung, aber nicht, von welcher Person sie stammt.

Bewertet werden können Unternehmen in mehreren Kategorien, darunter Arbeitsatmosphäre, Vorgesetztenverhalten, Kommunikation, Gehalt und Sozialleistungen, Karrierechancen sowie Arbeitsbedingungen. In jeder Kategorie vergibst du zwischen 0 und 5 Sternen. Dazu gibt es die Möglichkeit, in einem Freitext konkretere Eindrücke zu schildern — zum Beispiel, was dir gut gefallen hat oder was du dir anders wünschst. Nicht nur aktuelle und ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können bewerten, sondern auch Bewerberinnen und Bewerber nach einem Vorstellungsgespräch.

Aus all diesen Einzelbewertungen berechnet kununu einen Gesamtscore — eine gewichtete Durchschnittsnote zwischen 0 und 5. Unternehmen, die dabei auf mindestens 3,8 Sterne kommen, erhalten das „Top Company“-Siegel, das auf ihrem Profil sichtbar ist.

Das Bewertungssystem und seine Grenzen

Ein grundlegendes Problem anonymer Bewertungsplattformen ist die fehlende Überprüfbarkeit. Kununu kann nicht mit Sicherheit feststellen, ob jemand tatsächlich in einem Unternehmen gearbeitet hat. Das bedeutet: Sowohl besonders positive als auch besonders negative Bewertungen können verzerrt sein — durch unzufriedene ehemalige Beschäftigte genauso wie durch Arbeitgeber, die versuchen, ihr eigenes Profil aufzupolieren.

Kununu hat deshalb eigene Bewertungsrichtlinien eingeführt, die persönliche Beleidigungen und die Weitergabe vertraulicher Unternehmensinformationen ausschließen. Trotzdem bleibt das System nicht manipulationssicher. Als Jobsuchende solltest du Bewertungen immer im Gesamtbild lesen — eine einzelne sehr negative oder sehr positive Rezension sagt weniger aus als das Muster über viele Bewertungen hinweg.

Geschichte: Von Wien in die ganze DACH-Region

Kununu wurde 2007 von den Brüdern Martin und Mark Poreda in Wien gegründet — zu einem Zeitpunkt, als es in Wien noch kaum eine Startup-Szene gab. Der Name stammt aus dem Swahili, einer ostafrikanischen Sprache, und bedeutet „unbeschriebenes Blatt“. Die Idee dahinter war einfach: Unternehmen als Arbeitgeber sollen kein unbeschriebenes Blatt mehr bleiben.

Die ersten Jahre waren finanziell schwierig. Die Gründer liehen sich Geld von Freunden, verzichteten auf eigene Gehälter und suchten ständig nach Investoren. Erst als die Nutzerzahlen langsam zu steigen begannen, wendete sich das Blatt. Ab 2012 schrieb kununu schwarze Zahlen.

Im Jänner 2013 übernahm das Hamburger Business-Netzwerk Xing die Plattform. Der Kaufpreis betrug zunächst 3,6 Millionen Euro — abhängig von der weiteren Entwicklung konnten bis 2015 noch bis zu 5,8 Millionen Euro hinzukommen, also maximal rund 9,4 Millionen Euro gesamt. Im Rückblick war das ein ausgesprochen guter Deal für Xing: Heute gilt kununu als ein Vielfaches dieses Betrags wert.

Seit 2013 wuchs die Plattform rasant. Heute ist kununu Teil der New Work SE — so heißt Xing seit der Umbenennung — und zählt über 11 Millionen sogenannte „Workplace Insights“, also Bewertungen, Gehaltsangaben und Erfahrungsberichte zusammengerechnet. Seit 2021 leitet Nina Zimmermann die Plattform als CEO. Seit Mitte 2025 befindet sich die New Work SE vollständig im Besitz des Medienkonzerns Hubert Burda Media, der eine Trennung von kununu plant.

Kununu aus Arbeitgebersicht

Jedes Unternehmen bekommt auf kununu automatisch ein kostenloses Basisprofil, sobald die erste Bewertung eingeht. Als Arbeitgeber kannst du dieses Profil übernehmen, Bewertungen kommentieren und Stellung beziehen — das ist grundsätzlich kostenlos.

Gegen eine monatliche Gebühr ab 249 Euro bietet kununu ein sogenanntes „Employer Branding Profil“ an. Damit kannst du dein Profil mit Bildern, Videos und zusätzlichen Inhalten ausstatten und gezielt Werbung auf den Profilen von Mitbewerbern schalten.

Für Unternehmen, die aktiv Fachkräfte suchen, ist eine Präsenz auf kununu im DACH-Raum kaum zu umgehen. Laut einer Bitkom-Studie liest fast jeder zweite berufstätige Internetnutzer im deutschsprachigen Raum Online-Arbeitgeberbewertungen, bevor er sich bewirbt. Besonders bei jüngeren Berufstätigen — also genau den Zielgruppen, um die viele Unternehmen konkurrieren — ist die Plattform fest etabliert.

Bedeutung für Online-Marketing und SEO

Kununu-Profile erscheinen häufig prominent in den Google-Suchergebnissen, wenn jemand den Namen eines Unternehmens zusammen mit Begriffen wie „Bewerbung“, „Erfahrungen“ oder „Arbeitgeber“ sucht. Das bedeutet: Selbst wenn du kein aktives Profil pflegst, beeinflussen die dort hinterlassenen Bewertungen den ersten Eindruck, den potenzielle Bewerberinnen und Bewerber von deinem Unternehmen gewinnen.

Das macht kununu zu einem relevanten Faktor für das Employer Branding — also das Gestalten deiner Arbeitgebermarke. Unternehmen mit vielen und überwiegend positiven Bewertungen haben es leichter, qualifizierte Bewerbungen zu erhalten. Eine niedrige Bewertung hingegen kann dazu führen, dass Interessierte ihre Bewerbung erst gar nicht abschicken — lange bevor du als Arbeitgeber überhaupt mit ihnen in Kontakt trittst.

Häufige Fragen

Was bedeutet der Name „kununu“?

Der Name kununu stammt aus dem Swahili und bedeutet „unbeschriebenes Blatt“. Die Gründer wollten damit ausdrücken, dass kein Unternehmen als Arbeitgeber länger anonym bleiben soll.

Kann ich als Unternehmen eine schlechte Bewertung auf kununu löschen lassen?

Das geht nur in klar definierten Ausnahmefällen — zum Beispiel, wenn eine Bewertung gegen die Nutzungsrichtlinien verstößt, etwa weil sie persönliche Beleidigungen enthält oder vertrauliche Informationen preisgibt. Generell sind Unternehmen gut beraten, sachlich zu antworten statt auf eine Löschung zu hoffen, weil das Reagieren auf Kritik das eigene Profil oft stärkt.

Ab wie vielen Sternen gilt ein Unternehmen auf kununu als gut bewertet?

Mit einem Score von 3,8 oder mehr gehört ein Unternehmen zum oberen Drittel aller bewerteten Arbeitgeber und erhält das „Top Company“-Siegel. Der Durchschnitt aller Profile liegt bei rund 3,5 Sternen.