Zum Hauptinhalt springen
Aufträge generieren Messbare Ergebnisse Nachhaltiger Erfolg

Leadinfo

cropped klaus kirnbauer

Leadinfo ist ein niederländisches Software-Tool, das B2B-Unternehmen dabei hilft, anonyme Website-Besucher zu identifizieren. Die Plattform erkennt anhand von IP-Adressen, welche Firmen eine Website aufrufen — auch ohne dass diese ein Formular ausfüllen oder sich irgendwie melden. Das Ergebnis: Du siehst in Echtzeit, welche Unternehmen sich gerade für deine Produkte oder Dienstleistungen interessieren.

Wie funktioniert Leadinfo?

Wenn jemand eine Website besucht, sendet sein Gerät automatisch eine IP-Adresse mit. Diese Adresse ist einer Internetverbindung zugewiesen — und bei Unternehmen lässt sich diese Verbindung oft einem bestimmten Firmennetzwerk zuordnen. Leadinfo nutzt genau diesen Mechanismus, den sogenannten Reverse-IP-Lookup (auf Deutsch: umgekehrte IP-Zuordnung).

Der Ablauf ist folgender: Du installierst einen kurzen JavaScript-Code auf deiner Website — vergleichbar mit dem Tracking-Code von Google Analytics. Sobald jemand deine Seite aufruft, erfasst Leadinfo die IP-Adresse und gleicht sie mit einer eigenen Unternehmensdatenbank ab, die auf öffentlich zugänglichen Quellen wie Handelsregistern basiert. Wird dabei ein Firmenname gefunden, erscheint dieser Besuch in deinem Leadinfo-Dashboard — ergänzt um Informationen wie Branche, Unternehmensgröße, besuchte Seiten, Verweildauer und wie oft das Unternehmen bereits auf deiner Website war.

Wichtig zu verstehen: Leadinfo identifiziert immer nur das Unternehmen, nie die einzelne Person dahinter. Du siehst also, dass „Muster GmbH“ auf deiner Preisseite war — aber nicht, welcher Mitarbeiter der Muster GmbH das war.

Laut Leadinfo lassen sich auf diese Weise rund 30 bis 35 Prozent der Website-Besucher einem Unternehmen zuordnen. Der Rest — private Internetanschlüsse, sehr kleine Firmen oder bestimmte Mobilfunkverbindungen — bleibt anonym.

Geschichte und Expansion

Leadinfo B.V. wurde 2017 in Rotterdam (Niederlande) gegründet und gilt heute als eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen in diesem Bereich. Der Hauptfokus lag zunächst auf dem Benelux-Markt, also den Niederlanden, Belgien und Luxemburg.

Ab 2022 startete Leadinfo eine aggressive Expansionsstrategie im deutschsprachigen Raum. Im Dezember 2021 und Jänner 2022 wurden zwei niederländische Mitbewerber übernommen: Leadexpress und LeadElephant. Im April 2022 folgte die Übernahme des deutschen Unternehmens LeadingReports, im November 2022 die des deutschen Anbieters WebProspector. Auch das Schweizer Tool LeadRebel wurde in diesem Zeitraum übernommen. Im Juli 2022 eröffnete Leadinfo sein erstes internationales Büro in Düsseldorf — ein Schritt, der die Bedeutung der DACH-Region für das Unternehmen unterstreicht.

Heuer zählt Leadinfo nach eigenen Angaben mehr als 2.000 Partner weltweit und ist in mehreren europäischen Märkten vertreten, darunter Deutschland, Österreich, Belgien und Skandinavien.

Einsatzbereiche und Integrationen

Leadinfo ist ausschließlich für den B2B-Bereich (Business-to-Business) konzipiert. Das ergibt sich aus der Funktionsweise: Nur Unternehmensanschlüsse können sinnvoll identifiziert werden. Für B2C-Unternehmen — also solche, die an Endkonsumenten verkaufen — ist das Tool nicht geeignet.

Typische Nutzer sind Vertriebsteams, die wissen wollen, welche potenziellen Kunden schon Interesse zeigen, bevor der erste Kontakt gesucht wird. Statt einer Kaltakquise ins Blaue hinein kann das Vertriebsteam gezielt jene Unternehmen ansprechen, die sich nachweislich mit den eigenen Inhalten beschäftigt haben.

Leadinfo bietet über 70 Integrationen in bestehende Systeme — darunter bekannte CRM-Tools (Customer Relationship Management, also Software zur Kundenverwaltung) wie HubSpot, Salesforce, Pipedrive und Microsoft Dynamics. Zusätzlich gibt es Anbindungen an Kommunikationstools wie Slack und Microsoft Teams, an Google Ads und LinkedIn Ads sowie an Automatisierungsplattformen wie Zapier und Make. Die Einrichtung des Tracking-Codes funktioniert laut Anbieter in unter fünf Minuten, auch via Google Tag Manager oder WordPress-Plugin.

Datenschutz und DSGVO

Ein zentraler Diskussionspunkt bei jedem Tracking-Tool ist der Datenschutz. Leadinfo stützt sich auf Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe f der DSGVO — das sogenannte „berechtigte Interesse“. Die Argumentation: Das Unternehmen hat ein nachvollziehbares geschäftliches Interesse daran zu wissen, welche Firmen seine Website besuchen, und dieses Interesse überwiegt die Schutzinteressen der betroffenen Personen, solange keine individuellen Personen identifiziert werden.

Technisch werden die IP-Adressen von Leadinfo nicht gespeichert. Sie werden lediglich im Moment des Besuchs mit der Datenbank abgeglichen, um das Unternehmen zu ermitteln. Kunden von Leadinfo sehen die IP-Adressen selbst nicht — nur das zugeordnete Firmenprofil.

Alle Daten werden ausschließlich in der EU gespeichert: in Rechenzentren in Irland (eu-west-1) und Frankfurt (eu-central-1). Leadinfo ist nach ISO 27001:2022 zertifiziert, was jährlich extern geprüft wird. Zudem gibt es eine Opt-out-Möglichkeit für Unternehmen, die nicht erkannt werden möchten.

Als Betreiber einer Website bist du verpflichtet, in deiner Datenschutzerklärung auf den Einsatz von Leadinfo hinzuweisen und eine Opt-out-Option anzubieten. Empfehlenswert ist außerdem, die Zustimmung über ein Cookie-Consent-Tool einzuholen, bevor der Tracking-Code aktiviert wird.

Preismodell und Grenzen

Die Preise von Leadinfo richten sich nach der Anzahl der Unternehmen, die monatlich auf der Website identifiziert werden — also nicht nach der Gesamtzahl der Besucher. Alle Pläne beinhalten eine 14-tägige kostenlose Testphase, in der Leadinfo berechnet, wie viele Unternehmen pro Monat erkennbar wären.

Leadinfo hat klar definierte Grenzen, die du kennen solltest: Das Tool liefert Unternehmensdaten, keine Kontaktpersonen. Wer der konkrete Ansprechpartner bei einer Firma ist, muss anschließend noch eigenständig recherchiert werden — etwa über LinkedIn. Außerdem bleiben rund 70 Prozent der Besucher nicht erkennbar, weil sie über private Anschlüsse oder Mobilfunknetze surfen. Das Tool entfaltet seinen vollen Nutzen also nur dann, wenn deine Website bereits regelmäßig Unternehmensbesucher anzieht — als Ersatz für fehlenden Traffic ist es nicht geeignet.

Häufige Fragen

Kann Leadinfo auch einzelne Personen identifizieren?

Nein. Leadinfo identifiziert ausschließlich Unternehmen, nicht einzelne Personen. Du siehst also, welche Firma deine Website besucht hat, aber nicht, welcher Mitarbeiter dahintersteckt. Das ist auch der Grund, warum das Tool DSGVO-konform betrieben werden kann.

Für wen ist Leadinfo geeignet?

Leadinfo ist ausschließlich für B2B-Unternehmen sinnvoll, also für Firmen, die andere Unternehmen als Kunden haben. Wer an Endkonsumenten verkauft, kann mit dem Tool kaum etwas anfangen, weil private Internetanschlüsse nicht einem Unternehmen zugeordnet werden können.

Wie viele meiner Website-Besucher kann Leadinfo erkennen?

Im Schnitt identifiziert Leadinfo rund 30 bis 35 Prozent der Besucher als Unternehmensbesuche. Der Rest — private Anschlüsse, kleine Firmen oder Mobilfunkverbindungen — bleibt anonym. Das liegt in der Natur des Reverse-IP-Lookups und nicht an einem Fehler des Tools.