Pinterest ist eine digitale Pinnwand kombiniert mit einer visuellen Suchmaschine. Du kannst dort Bilder und Videos zu bestimmten Themen sammeln, auf persönlichen Pinnwänden organisieren und mit anderen teilen. Der Name ist ein Kofferwort aus dem englischen „pin“ (anheften) und „interest“ (Interesse) — die Idee dahinter: Du heftests dir Dinge, die dich interessieren, auf einer Pinnwand fest, genau wie in der analogen Welt.
Wie Pinterest funktioniert
Jeder Beitrag auf Pinterest heißt Pin. Das kann ein Bild, ein Video oder ein animiertes GIF sein — fast immer mit einem Link zur Originalquelle. Du speicherst Pins auf sogenannten Boards (Pinnwänden), die du nach Themen sortierst: zum Beispiel „Rezepte fürs Wochenende“, „Wohnideen“ oder „Reise Mallorca“. Boards können öffentlich oder privat sein; seit Ende 2012 gibt es auch geheime Pinnwände.
Wenn du einen Pin von jemand anderem übernimmst, heißt das Repinnen. So verbreiten sich Inhalte auf der Plattform, auch wenn du dem ursprünglichen Urheber gar nicht folgst. Das unterscheidet Pinterest von Instagram oder TikTok: Nicht das Profil steht im Mittelpunkt, sondern der einzelne Inhalt.
Die Suchfunktion funktioniert dabei ähnlich wie eine klassische Suchmaschine — nur visuell. Du gibst ein Stichwort ein und bekommst passende Bilder und Videos zurück. Mit Pinterest Lens kannst du dazu sogar die Kamera deines Smartphones nutzen: Du richtest sie auf ein Objekt, und Pinterest zeigt dir ähnliche Inhalte. Die Plattform setzt dafür maschinelles Sehen und maschinelles Lernen ein, die Bilddatenbank umfasst weit mehr als 175 Milliarden Einträge.
Für Unternehmen gibt es eigene Unternehmensprofile (Business Accounts) mit Zugang zu Pinterest Analytics, wo du siehst, wie deine Pins performen. Rich Pins sind eine erweiterte Pin-Art mit zusätzlichen Informationen direkt im Pin selbst — es gibt sie für Produkte (inklusive Preis und Verfügbarkeit), Rezepte und Artikel. Mit Promoted Pins kannst du deine Inhalte bezahlt bewerben, ähnlich wie gesponserte Beiträge auf anderen Plattformen.
Von der Beta zur Börse: Geschichte von Pinterest
Die Geschichte von Pinterest beginnt 2009 in Californien. Ben Silbermann, damals Mitarbeiter in Googles Abteilung für Online-Werbung, hatte das Problem, seine Insektenfotos sinnvoll im Netz zu organisieren. Kein passendes Tool existierte. Also entwickelte er gemeinsam mit seinem Studienfreund Paul Sciarra und dem ehemaligen Facebook-Mitarbeiter Evan Sharp die Grundidee von Pinterest.
Im März 2010 ging die erste Beta-Version online — zunächst nur für einen geschlossenen Nutzerkreis auf Einladung. Versuche im Herbst 2010, Großinvestoren zu finden, scheiterten. Trotzdem wuchs die Plattform organisch: Im August 2011 landete Pinterest auf der Liste der „50 besten Websites“ des Time-Magazins, im Dezember desselben Jahres zählte sie bereits zu den zehn meistgenutzten sozialen Netzwerken weltweit — mit damals elf Millionen wöchentlichen Besuchern.
Ab August 2012 konnte sich jeder ohne Einladung bei Pinterest registrieren, im selben Jahr wurden Business Accounts eingeführt. Die Plattform expandierte bewusst nach Europa, Südamerika und Asien. 2015 knackte Pinterest die 100-Millionen-Nutzer-Marke, 2017 wurde der Unternehmenswert auf über zehn Milliarden US-Dollar geschätzt.
Im April 2019 folgte der Börsengang an der New Yorker Börse (NYSE: „PINS“) zu einem Ausgabepreis von 19 US-Dollar pro Aktie. Am ersten Handelstag stieg der Kurs um fast 25 Prozent auf 24,85 US-Dollar. Seit 2022 leitet Bill Ready das Unternehmen als CEO; unter ihm rückte die Verbindung mit E-Commerce stärker in den Fokus.
Pinterest heute: Zahlen und Zielgruppe
Im zweiten Quartal 2025 zählte Pinterest 578 Millionen monatlich aktive Nutzerinnen und Nutzer weltweit — ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2024. Rund 70 Prozent der weltweiten Nutzer sind weiblich, der Männeranteil wächst aber stetig.
Die Generation Z ist die am schnellsten wachsende Zielgruppe und macht 42 Prozent der globalen Nutzerbasis aus. 85 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer verwenden Pinterest über die Smartphone-App.
Besonders interessant für Marketer: 96 Prozent der Top-Suchanfragen auf Pinterest enthalten keinen Markennamen — die Nutzer suchen nach Ideen, nicht nach konkreten Produkten. Das macht die Plattform zu einem Ort, an dem Marken Menschen früh in ihrer Entscheidungsfindung erreichen können.
Bedeutung für Online Marketing und SEO
Pinterest ist kein klassisches soziales Netzwerk wie Instagram oder TikTok. Es funktioniert eher wie eine visuelle Suchmaschine — und das hat praktische Konsequenzen für den Traffic auf deiner Website. Jeder Pin enthält einen Link zur Originalquelle, also zu deinem Blogbeitrag, deinem Online-Shop oder deiner Landing Page. Das unterscheidet Pinterest von Instagram, wo Links in Posts grundsätzlich nicht erlaubt sind.
Ein weiterer Vorteil: Pins haben eine deutlich längere Lebensdauer als Posts auf anderen Plattformen. Während ein Instagram-Post nach wenigen Stunden im Feed verschwindet, kann ein gut optimierter Pin noch Monate oder Jahre nach dem Veröffentlichen Traffic bringen — weil er über die Pinterest-Suche immer wieder gefunden wird.
Für SEO im engeren Sinn (also das Ranking in Google und anderen klassischen Suchmaschinen) hat Pinterest eine indirekte Wirkung: Viele Pins landen in den Google-Bildersuche-Ergebnissen. Außerdem kann eine starke Präsenz auf Pinterest die Markenbekanntheit steigern, was sich langfristig auf die Suchnachfrage nach deiner Marke auswirken kann.
Für Unternehmen mit visuell ansprechenden Produkten — Mode, Wohnen, Food, DIY, Reise — ist Pinterest ein besonders relevanter Kanal. 85 Prozent der wöchentlichen Pinner haben schon einmal wegen eines Marken-Pins etwas gekauft, und Pinterest-Werbeanzeigen erzielen laut Plattformangaben im Schnitt einen um 32 Prozent höheren Return on Ad Spend als andere digitale Plattformen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pinterest und Instagram?
Pinterest ist primär eine visuelle Suchmaschine, bei der Inhalte langfristig auffindbar bleiben und direkt auf externe Websites verlinken. Instagram ist stärker auf soziale Interaktion und kurzlebige Inhalte ausgerichtet; Links in Posts sind dort grundsätzlich nicht möglich. Pinterest-Inhalte richten sich weniger an Follower, sondern werden über die Suche entdeckt.
Ist Pinterest kostenlos?
Für Privatpersonen ist Pinterest vollständig kostenlos. Unternehmen können ebenfalls kostenlos ein Business-Konto erstellen und Pinterest Analytics nutzen. Kosten entstehen nur, wenn du Promoted Pins schaltest — also Werbeanzeigen, für die du nach Klicks oder Impressionen zahlst.
Lohnt sich Pinterest für mein Unternehmen?
Das hängt stark von der Branche ab. Besonders sinnvoll ist Pinterest für visuell orientierte Bereiche wie Mode, Einrichtung, Kochen, Reise und Kreativprojekte. Wer erklärungsbedürftige B2B-Dienstleistungen anbietet, wird auf Pinterest weniger Reichweite erzielen. Der entscheidende Vorteil gegenüber anderen Plattformen: Inhalte wirken langfristig, weil sie dauerhaft über die Pinterest-Suche auffindbar bleiben.