Server-Side Tracking bezeichnet Tracking-Verfahren, bei denen Messdaten über eine serverseitige Infrastruktur verarbeitet oder weitergeleitet werden. Statt direkt vom Browser an mehrere Analyse- und Werbeanbieter zu senden, können Daten zunächst an einen kontrollierten Server-Endpunkt übertragen werden.
Wie funktioniert Server-Side Tracking?
Beim klassischen clientseitigen Tracking laufen viele Tracking-Skripte direkt im Browser. Sie erfassen beispielsweise Seitenaufrufe oder Conversions und senden diese Informationen an verschiedene Dienste.
Beim Server-Side Tracking liegt zwischen Browser und diesen Anbietern eine zusätzliche Server-Komponente. Sie nimmt eingehende Ereignisse entgegen, prüft oder verändert Daten und entscheidet anschließend, welche Informationen an welche Systeme weitergeleitet werden.
Beim serverseitigen Google Tag Manager läuft dieser Verarbeitungsschritt beispielsweise in einem Server-Container. Google beschreibt diesen als kontrollierbare Zwischenschicht zwischen Nutzenden und den jeweiligen Marketing-Plattformen.
Welche Vorteile kann Server-Side Tracking haben?
Ein serverseitiges Setup kann die Anzahl externer Skripte reduzieren, die im Browser ausgeführt werden. Dadurch lässt sich die clientseitige Belastung verringern.
Außerdem erhältst du mehr Kontrolle darüber, welche Daten weitergegeben werden. Eingehende Informationen können beispielsweise validiert, vereinheitlicht oder vor einer Weiterleitung reduziert werden. Auch sensible technische Informationen müssen nicht automatisch an jeden eingebundenen Anbieter gelangen.
Google nennt verbesserte Performance, zusätzliche Datenschutzkontrollen und höhere Datenqualität als typische Einsatzgründe für serverseitiges Tagging.
Was Server-Side Tracking nicht löst
Server-Side Tracking bedeutet nicht, dass Nutzerinnen und Nutzer unsichtbar oder automatisch datenschutzkonform verfolgt werden dürfen. Auch serverseitig verarbeitete Informationen können personenbezogene Daten darstellen.
Außerdem verschwindet das Tracking nicht vollständig aus dem Browser. Ein Ereignis muss häufig weiterhin zunächst auf dem Endgerät erkannt und an den eigenen Server gesendet werden. Server-Side Tracking verlagert daher vor allem Teile der Verarbeitung und Weitergabe.
Der Betrieb verursacht zusätzlich technischen Aufwand. Server-Infrastruktur muss eingerichtet, überwacht, abgesichert und gewartet werden. Fehlerhafte Filter oder Zuordnungen können außerdem zu unvollständigen oder falschen Daten führen.
Server-Side Tracking und Datenschutz in Österreich
In Österreich sind bei Tracking unter anderem die DSGVO und die Regelungen des Telekommunikationsgesetzes relevant. Die österreichische Datenschutzbehörde weist darauf hin, dass technisch nicht notwendige Cookies grundsätzlich eine Einwilligung benötigen. Die WKO nennt Webtracking ebenfalls als typischen Anwendungsfall, bei dem eine vorherige informierte Einwilligung erforderlich sein kann.
Ob Daten über einen eigenen Tracking-Server laufen, ändert diese rechtliche Beurteilung nicht automatisch. Entscheidend sind unter anderem die eingesetzten Technologien, die verarbeiteten Daten, der Zweck und die konkrete Ausgestaltung.
Häufige Fragen
Was ist Server-Side Tracking?
Beim Server-Side Tracking werden Messdaten über eine serverseitige Infrastruktur verarbeitet oder weitergeleitet. Dadurch erhält der Website-Betreiber mehr Kontrolle über den Datenfluss.
Ist Server-Side Tracking datenschutzkonform?
Server-Side Tracking ist nicht automatisch datenschutzkonform. Entscheidend sind die erhobenen Daten, der Zweck, die eingesetzten Technologien und die jeweils erforderliche Rechtsgrundlage oder Einwilligung.
Ersetzt Server-Side Tracking ein Consent-Banner?
Nein. Wenn für eingesetzte Tracking-Technologien eine Einwilligung erforderlich ist, entfällt diese nicht allein dadurch, dass Daten serverseitig verarbeitet werden.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Lexikoneintrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Ob und in welchem Umfang die datenschutz- und telekommunikationsrechtlichen Vorgaben beim Server-Side Tracking für dein Unternehmen oder deine Website gelten, hängt vom konkreten Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen solltest du dich an eine entsprechend qualifizierte Rechtsberatung wenden.