Ein SSL-Zertifikat ist ein digitales Zertifikat, mit dem sich ein Webserver gegenüber einem Browser authentifizieren kann und das die Grundlage für eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung bildet. Obwohl im Alltag weiterhin von SSL-Zertifikaten gesprochen wird, verwenden moderne Websites technisch TLS statt des veralteten SSL-Protokolls.
Was macht ein SSL-Zertifikat?
Wenn du eine HTTPS-Website aufrufst, beginnt zwischen Browser und Server ein sogenannter TLS-Handshake. Dabei werden unter anderem die Sicherheitsparameter für die Verbindung ausgehandelt.
Der Server übermittelt sein digitales Zertifikat. Dieses enthält unter anderem Informationen über die Domain und einen öffentlichen kryptografischen Schlüssel. Der Browser prüft, ob das Zertifikat gültig ist, zur aufgerufenen Adresse passt und auf eine vertrauenswürdige Zertifizierungsstelle zurückgeführt werden kann.
TLS sorgt anschließend für Verschlüsselung, Integrität und Authentifizierung der Verbindung. Daten sollen dadurch während der Übertragung weder unbemerkt gelesen noch verändert werden können.
Warum heißt es noch SSL-Zertifikat?
SSL, ausgeschrieben Secure Sockets Layer, war der Vorgänger von TLS. SSL 3.0 wurde bereits 1996 veröffentlicht und später von Transport Layer Security abgelöst.
Der Begriff SSL-Zertifikat hat sich trotzdem im allgemeinen Sprachgebrauch gehalten. Wenn Hosting-Anbieter heute ein SSL-Zertifikat anbieten, handelt es sich normalerweise um ein Zertifikat, das für moderne TLS-Verbindungen verwendet wird. Aktuelle Browser unterstützen die alten SSL-Versionen nicht mehr als zeitgemäße Verbindungssicherheit.
Was schützt HTTPS?
HTTPS ist HTTP über TLS. Die Verschlüsselung schützt Daten während des Transports zwischen Browser und Server.
Das ist beispielsweise wichtig, wenn du Formulare absendest, dich in ein Konto einloggst oder Zahlungsinformationen überträgst. Ohne Verschlüsselung könnten Informationen auf dem Transportweg leichter mitgelesen oder manipuliert werden.
Ein gültiges Zertifikat bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Website vertrauenswürdig oder frei von Schadsoftware ist. Das Zertifikat bestätigt in erster Linie die abgesicherte Verbindung und je nach Zertifikatstyp bestimmte Identitätsinformationen.
Welche Bedeutung hat ein SSL-Zertifikat für Websites?
HTTPS gehört heute zur technischen Grundausstattung einer professionellen Website. Moderne Browser behandeln HTTPS-Verbindungen als sicheren Kontext, während zahlreiche Webfunktionen nur in solchen sicheren Kontexten verfügbar sind.
Für Betreiber ist außerdem wichtig, Zertifikate rechtzeitig zu erneuern. Ist ein Zertifikat abgelaufen, falsch konfiguriert oder für eine andere Domain ausgestellt, zeigt der Browser eine Sicherheitswarnung.
Auch sogenannte Mixed-Content-Probleme sollten vermieden werden. Sie entstehen, wenn die eigentliche Seite über HTTPS geladen wird, einzelne Ressourcen aber weiterhin unverschlüsselt über HTTP eingebunden werden.
Ein SSL-Zertifikat ist damit nur ein Teil einer sicheren Website. Aktuelle Software, sichere Passwörter, regelmäßige Updates, Backups und eine saubere Serverkonfiguration bleiben ebenso wichtig.
Häufige Fragen
Was ist ein SSL-Zertifikat?
Ein SSL-Zertifikat ist ein digitales Zertifikat, das zur Authentifizierung eines Servers und zum Aufbau einer verschlüsselten HTTPS-Verbindung verwendet wird. Moderne Verbindungen nutzen technisch TLS statt des alten SSL-Protokolls.
Was ist der Unterschied zwischen SSL und TLS?
TLS ist der moderne Nachfolger von SSL. Der Begriff SSL-Zertifikat wird im Alltag weiterhin verwendet, obwohl aktuelle HTTPS-Verbindungen mit TLS abgesichert werden.
Ist eine Website mit SSL-Zertifikat automatisch sicher?
Nein. Ein gültiges Zertifikat schützt vor allem die Datenübertragung und hilft bei der Authentifizierung des Servers. Sicherheitslücken in Software oder schwache Zugangsdaten verhindert es nicht.