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Strukturierte Daten

cropped klaus kirnbauer

Strukturierte Daten (englisch: Structured Data) sind maschinenlesbare Informationen, die du direkt im Quellcode deiner Website einbettest, damit Suchmaschinen den Inhalt einer Seite eindeutig verstehen können. Dabei setzt du ein standardisiertes Vokabular ein — das sogenannte Schema Markup — um Inhalte wie Produkte, Rezepte, Bewertungen oder Veranstaltungen klar zu kennzeichnen. Im besten Fall belohnt Google diese Arbeit mit auffälligen Zusatzinformationen in den Suchergebnissen, den sogenannten Rich Results.

Woher kommen strukturierte Daten?

Lange bevor es einen gemeinsamen Standard gab, haben Suchmaschinen versucht, Webseiten allein durch das Lesen von HTML-Text zu interpretieren. Das war fehleranfällig: Google sah Wörter, aber nicht deren Bedeutung. Eine Zahl auf einer Webseite konnte ein Preis, eine Telefonnummer oder eine Jahreszahl sein — ohne Kontext war das für eine Maschine schwer zu unterscheiden.

Frühe Ansätze wie Microformats (ab 2005) und RDFa (ab 2008) versuchten, dieses Problem zu lösen, konnten sich aber nie vollständig durchsetzen — unter anderem, weil jede Suchmaschine ihre eigenen Regeln hatte.

Das änderte sich am 2. Juni 2011 mit der Gründung von Schema.org. Google, Microsoft (Bing) und Yahoo einigten sich auf einen gemeinsamen Standard für strukturierte Daten. Im November 2011 trat auch Yandex, die größte russische Suchmaschine, der Initiative bei. Erstmals sprachen alle großen Suchmaschinen dieselbe Sprache.

2015 gründete die Initiative gemeinsam mit dem World Wide Web Consortium (W3C) die „W3C Schema.org Community Group“, um die Weiterentwicklung des Standards formell abzusichern. Heute umfasst das Schema.org-Vokabular über 800 Typen (sogenannte Types) — die aktuelle Version 29.2 wurde am 13. Mai 2025 veröffentlicht.

Wie funktionieren strukturierte Daten?

Stell dir vor, du betreibst ein Restaurant und hast auf deiner Website eine Speisekarte. Ein Mensch liest die Seite und erkennt sofort: das ist ein Gericht, das kostet so viel, das ist vegetarisch. Eine Suchmaschine sieht im Quellcode erst einmal nur Text.

Mit Schema Markup fügst du zusätzliche Informationen hinzu, die nur für Maschinen sichtbar sind. Du sagst Google sozusagen direkt: „Dieses Feld ist der Preis. Das hier ist die Zubereitungszeit. Und die 4,8 Sterne daneben sind eine Kundenbewertung.“ Google kann das dann nutzen, um dein Suchergebnis mit diesen Daten anzureichern — zum Beispiel mit Sternen, Preisangaben oder einer Kurzbeschreibung direkt in der Trefferliste.

Der Inhalt deiner Seite verändert sich für Besucher dabei nicht. Das Markup läuft im Hintergrund.

Das Schema-Vokabular: Types und Properties

Schema.org stellt ein riesiges Verzeichnis an standardisierten Begriffen zur Verfügung. Der wichtigste Baustein ist der sogenannte Type — das ist die Kategorie, die du deiner Seite zuweist. Beispiele für häufig verwendete Types sind Recipe, Product, Event, FAQPage, LocalBusiness oder Article.

Zu jedem Type gehören Properties — das sind die einzelnen Eigenschaften, die du befüllen kannst. Beim Type Recipe wären das zum Beispiel name (Name des Gerichts), cookTime (Zubereitungszeit) oder recipeIngredient (Zutatenliste). Du musst nicht alle Properties befüllen, aber je mehr relevante Daten du angibst, desto besser kann Google deine Seite einordnen.

Die drei Formate: Microdata, RDFa und JSON-LD

Strukturierte Daten lassen sich auf drei verschiedene Arten in eine Webseite einbauen. Microdata und RDFa werden direkt in den HTML-Code eingebettet — jedes markierte Element sitzt unmittelbar neben dem sichtbaren Seiteninhalt. Das macht die Pflege bei Designänderungen aufwendiger.

JSON-LD (JavaScript Object Notation for Linked Data) funktioniert anders: Der gesamte Markup-Code wird als eigener Skript-Block in den <head>– oder <body>-Bereich der Seite geschrieben, getrennt vom restlichen HTML. Das macht ihn einfacher zu schreiben, zu testen und zu aktualisieren.

Google empfiehlt offiziell JSON-LD als bevorzugtes Format. In der offiziellen Dokumentation (Google Search Central, Stand Jänner 2026) steht JSON-LD an erster Stelle der unterstützten Formate. Alle drei Formate werden technisch gleich behandelt, aber JSON-LD ist in der Praxis deutlich fehlerverzeihender — und wird deshalb für neue Implementierungen fast immer empfohlen.

Rich Results: der sichtbare Nutzen in den Suchergebnissen

Wenn Google dein Schema Markup korrekt verarbeitet, kann es dein Suchergebnis mit zusätzlichen Informationen anreichern. Diese erweiterten Darstellungen heißen Rich Results (früher: Rich Snippets). Was genau angezeigt wird, hängt vom verwendeten Type ab.

Ein paar Beispiele aus der Praxis: Eine Rezeptseite mit dem Type Recipe kann mit Kochzeit, Kalorien und Sternebewertung in den Suchergebnissen erscheinen. Ein Online-Shop mit dem Type Product kann Preis, Verfügbarkeit und Bewertungssterne anzeigen. Eine FAQ-Seite mit dem Type FAQPage kann ausklappbare Fragen direkt in der Trefferliste zeigen — und damit deutlich mehr Platz im Suchergebnis einnehmen als ein normaler Treffer.

Wichtig zu wissen: Nicht jedes korrekte Markup führt automatisch zu einem Rich Result. Google entscheidet selbst, ob und wann es strukturierte Daten für eine erweiterte Darstellung nutzt.

Bedeutung für SEO und KI-Suche

Strukturierte Daten verbessern dein Ranking nicht direkt. Google hat mehrfach bestätigt, dass Schema Markup kein Rankingfaktor ist. Indirekt kann es aber trotzdem wirken: Rich Results sind auffälliger als normale Suchergebnisse und können die Klickrate (CTR) deutlich erhöhen. Eine höhere CTR kann wiederum ein Signal für Google sein, dass dein Ergebnis relevant ist.

Seit 2023 wächst die Bedeutung strukturierter Daten aus einem weiteren Grund: KI-gestützte Suchfeatures wie Google AI Overviews oder Perplexity verwenden strukturierte Daten als Ankerpunkt, um Inhalte zu interpretieren und in ihren Antworten zu zitieren. Wer sein Content klar mit Schema Markup beschriftet, macht es KI-Systemen leichter, die eigene Website als verlässliche Quelle zu erkennen.

Einen besonders einfachen Einstieg bietet das FAQ-Schema. Mit dem Schema-FAQ-Generator der SEO-Küche kannst du fertige JSON-LD-Blöcke für häufige Fragen erstellen, ohne eine Zeile Code selbst schreiben zu müssen.

Häufige Fragen

Was sind strukturierte Daten einfach erklärt?

Strukturierte Daten sind zusätzliche Informationen im Quellcode deiner Website, die Suchmaschinen sagen, was dein Inhalt bedeutet — nicht nur, was dort steht. Du verwendest dafür ein standardisiertes Vokabular namens Schema.org, das von Google, Bing, Yahoo und Yandex gemeinsam entwickelt wurde.

Verbessern strukturierte Daten das Google-Ranking?

Nicht direkt. Schema Markup ist offiziell kein Rankingfaktor bei Google. Indirekt können strukturierte Daten aber helfen, weil Rich Results in den Suchergebnissen auffälliger sind und dadurch mehr Klicks bekommen — was sich langfristig positiv auf deine Sichtbarkeit auswirken kann.

Welches Format soll ich für Schema Markup verwenden: JSON-LD, Microdata oder RDFa?

Für neue Implementierungen empfiehlt Google offiziell JSON-LD. Es ist vom restlichen HTML-Code getrennt, leichter zu pflegen und weniger fehleranfällig als Microdata oder RDFa. Alle drei Formate werden von Google technisch gleich unterstützt, aber JSON-LD ist in der Praxis die klarere Wahl.