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Threads

cropped klaus kirnbauer

Threads ist eine textbasierte Social-Media-Plattform von Meta Platforms, die am 5. Juli 2023 offiziell gestartet wurde. Sie ist eng mit Instagram verknüpft und ermöglicht es Nutzenden, kurze Beiträge zu veröffentlichen, zu kommentieren und weiterzuteilen — ähnlich wie X (ehemals Twitter). Innerhalb der ersten fünf Tage nach dem Launch meldeten sich über 100 Millionen Menschen an, was Threads zum bis dahin am schnellsten gewachsenen Konsumentenprodukt der Geschichte machte.

Wie Threads funktioniert

Wer Threads nutzen möchte, braucht ein Instagram-Konto. Beim ersten Start übernimmt die App automatisch den Benutzernamen, das Profilbild und optional auch die Followerliste aus Instagram. Das macht den Einstieg deutlich einfacher als bei Plattformen, bei denen du dein Netzwerk von null aufbauen musst.

Beiträge auf Threads dürfen bis zu 500 Zeichen lang sein. Du kannst außerdem Bilder, Links und Videos mit einer Länge von bis zu fünf Minuten einbinden. In der Timeline siehst du Inhalte von Accounts, denen du folgst, sowie Vorschläge des Algorithmus. Der Algorithmus priorisiert dabei Antworten und Diskussionen — also Inhalte, bei denen tatsächlich ein Gespräch entsteht, nicht nur Beiträge mit vielen Likes.

Technisch interessant ist die geplante und teils schon umgesetzte Unterstützung des ActivityPub-Protokolls. Dieses Protokoll bildet die Grundlage des sogenannten Fediverse — einem dezentralen Netzwerk aus unabhängigen Servern, das auch Plattformen wie Mastodon nutzen. Wenn du auf Threads postest und ActivityPub aktivierst, können Nutzerinnen und Nutzer auf anderen kompatiblen Plattformen deinen Inhalten folgen und damit interagieren, ohne selbst ein Threads-Konto zu haben. Meta beschreibt das Ziel so: Social-Media-Inhalte sollen so interoperabel werden wie E-Mails — genauso wie man von Gmail an ein Yahoo-Postfach schreiben kann, ohne dass es ein Problem gibt.

Entstehung: Warum Threads überhaupt existiert

Den Anstoß für Threads gab die turbulente Übernahme von Twitter durch Elon Musk im Oktober 2022, der den Kurznachrichtendienst für 44 Milliarden US-Dollar kaufte. Musk führte in der Folge eine Reihe umstrittener Änderungen ein: Er entließ Tausende Mitarbeitende, führte eine kostenpflichtige Verifizierung ein und monetarisierte die Twitter-API, was viele Drittanbieter-Apps unbrauchbar machte. Das Vertrauen von Nutzenden und Werbetreibenden sank deutlich.

Mark Zuckerberg sah die Gelegenheit. Bereits im November 2022 begannen Meta-Mitarbeitende, eine textbasierte Erweiterung für Instagram zu diskutieren. Adam Mosseri, der Leiter von Instagram, stimmte zu, eine eigenständige App zu bauen. Die Entwicklung startete im Jänner 2023 unter dem internen Projektnamen „Project 92″. Ursprünglich waren auch die Namen „Textagram“ und „Epigram“ im Gespräch, bevor das Team sich für Threads entschied.

Am 5. Juli 2023 wurde die App in über 100 Ländern gleichzeitig veröffentlicht — etwas früher als geplant, weil Musk kurz davor Tageslimits für das Lesen von Tweets eingeführt hatte und die Stimmung gegenüber Twitter auf einem Tiefpunkt war. Innerhalb von sieben Stunden meldeten sich zehn Millionen Menschen an, nach einem Tag bereits 30 Millionen.

Der holprige Start und das Comeback

Nach dem spektakulären Beginn folgte ein rascher Rückgang. Bis Ende Juli 2023 brachen die täglich aktiven Nutzerzahlen um mehr als 80 Prozent ein. Kritik gab es an fehlenden Funktionen, darunter kein chronologischer Feed, keine Suche nach Beiträgen, kein Desktop-Zugang und kaum Analysedaten für Creator.

In der Europäischen Union war Threads zunächst gar nicht verfügbar. Irlands Datenschutzbehörde hatte Bedenken geäußert, weil die App sensible Daten aus Instagram importiert und das mit dem Digital Markets Act (DMA) — einem EU-Gesetz zur Regulierung von Tech-Konzernen — möglicherweise kollidiert. Erst am 14. Dezember 2023, also fünf Monate nach dem globalen Start, wurde Threads auch in EU-Ländern freigeschaltet. Damit ist Threads seit diesem Datum auch in Österreich vollständig verfügbar. Als Zugeständnis an die EU-Regulierung können Nutzerinnen und Nutzer dort die Plattform auch ohne Instagram-Profil im Lesemodus verwenden, für eigene Beiträge und Interaktionen ist jedoch weiterhin ein Instagram-Konto nötig.

Trotz des schwachen Starts baute Meta die Plattform kontinuierlich aus: Desktop-Version, Post-Bearbeitung, chronologischer Following-Feed und eine Suchfunktion für Beiträge kamen im Laufe des Jahres 2024 hinzu. Im August 2025 meldete Meta über 400 Millionen monatlich aktive Nutzerinnen und Nutzer. Im Jänner 2026 übertraf Threads X erstmals bei den täglichen mobilen Nutzerzahlen: Threads verzeichnete 141,5 Millionen tägliche App-Nutzer gegenüber 125 Millionen bei X.

Datenschutz und Kritik

Threads sammelt eine große Menge an Nutzerdaten — darunter Gesundheits- und Finanzdaten, den Suchverlauf, den Standort und Informationen über verwendete Geräte. Das entspricht dem Datenmodell von Facebooks und Instagrams, wurde aber schon beim Launch scharf kritisiert. Twitter-Mitgründer Jack Dorsey kommentierte die Datenschutzerklärung damals sarkastisch mit: „All your Threads are belong to us.“

Hinzu kommt, dass Threads und Instagram eng miteinander verknüpft sind: Ein Threads-Profil kann zwar separat gelöscht werden, das zugehörige Instagram-Konto bleibt dabei aber bestehen — und umgekehrt. Wer Threads verlässt, verliert damit nicht automatisch seinen Instagram-Account.

Bedeutung für Online-Marketing

Für Marken und Marketing-Verantwortliche ist Threads aus mehreren Gründen relevant. Bereits beim Launch im Jänner 2025 gab Meta bekannt, dass drei von vier Threads-Nutzenden mindestens einem Unternehmensaccount folgen. Ab Jänner 2025 testete Meta erste Werbeanzeigen auf Threads in den USA und Japan, ab April 2025 wurden sie global für alle Werbetreibenden geöffnet. Anzeigen auf Threads lassen sich direkt über den Meta Ads Manager schalten und mit bestehenden Facebook- und Instagram-Kampagnen kombinieren, was den Einstieg für Unternehmen mit vorhandenen Meta-Werbekonten erleichtert.

Die Plattform gilt derzeit als stärker geeignet für Markenpräsenz und organisches Community-Building als für direkte Performance-Kampagnen. Wer früh einsteigt, profitiert von niedrigen Streuverlusten und noch vergleichsweise moderaten Werbepreisen, bevor der Wettbewerb auf der Plattform steigt.

Häufige Fragen

Brauche ich für Threads unbedingt ein Instagram-Konto?

Um eigene Beiträge zu verfassen und mit anderen zu interagieren, ja. In der EU kann man Threads allerdings auch ohne Konto im Lesemodus nutzen. Wer ein Threads-Profil anlegt, ist automatisch auch mit seinem Instagram-Account verknüpft.

Was ist der Unterschied zwischen Threads und X (ehemals Twitter)?

Beide Plattformen sind textbasiert und ermöglichen öffentliche Kurznachrichten. Threads ist stärker in das Meta-Ökosystem eingebettet und setzt laut eigener Aussage bewusst weniger auf Nachrichten und Politik. X bleibt im Bereich Echtzeit-Nachrichten und Web-Traffic deutlich stärker.

Kann man Threads für Unternehmenskommunikation nutzen?

Ja. Threads eignet sich vor allem für Community-Building, authentische Markenkommunikation und den direkten Dialog mit Followern. Seit Anfang 2025 gibt es auch bezahlte Werbeformate, die sich über den Meta Ads Manager verwalten lassen.