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WooCommerce

cropped klaus kirnbauer

WooCommerce ist ein kostenloses, quelloffenes (Open-Source) Plugin für das Content-Management-System WordPress, mit dem du eine normale WordPress-Website in einen vollständigen Onlineshop verwandeln kannst. Es wird von Automattic entwickelt — demselben Unternehmen, das hinter WordPress.com steht — und ist heute mit über 8 Millionen aktiven Installationen das weltweit meistgenutzte Shop-System überhaupt.

Wie WooCommerce funktioniert

WooCommerce ist kein eigenständiges Shopsystem wie etwa Shopify, sondern ein Plugin, das nur in Kombination mit WordPress läuft. Du installierst es wie jedes andere WordPress-Plugin, und es ergänzt deine Website um alle typischen Shop-Funktionen: Produktseiten, Warenkorb, Kassenseite (Checkout), Zahlungsabwicklung, Versandoptionen, Lagerbestandsverwaltung und Steuerberechnung.

Technisch gesehen fügt WooCommerce neue Inhaltstypen (Custom Post Types) in WordPress ein — Produkte, Bestellungen und Gutscheine werden ähnlich wie normale Beiträge verwaltet. Die Darstellung im Frontend steuert das jeweilige WordPress-Theme. WooCommerce liefert dafür ein eigenes kostenloses Starttheme namens Storefront mit, das seit November 2014 verfügbar ist.

Der Grundumfang des Plugins deckt die häufigsten Anforderungen ab: einfache und variable Produkte (z.B. ein T-Shirt in verschiedenen Größen und Farben), digitale Downloads, Gutscheincodes und über 30 integrierte Zahlungs-Schnittstellen. Für darüber hinausgehende Funktionen gibt es ein riesiges Ökosystem an Erweiterungen — allein auf WordPress.org sind mehr als 2.300 Plugins mit dem Begriff „WooCommerce“ im Titel zu finden, auf dem Marktplatz CodeCanyon nochmals über 1.500 weitere.

Entstehung und Geschichte

WooCommerce geht auf das südafrikanische Unternehmen WooThemes zurück, das 2008 in Kapstadt von Adii Pienaar, Magnus Jepson und Mark Forrester gegründet wurde. WooThemes war ursprünglich ein kommerzieller Anbieter von WordPress-Themes — einer der ersten dieser Art weltweit.

Den Schritt in Richtung E-Commerce machte das Team erst nach mehreren gescheiterten Versuchen mit eigenen Lösungen. Schließlich stellten sie die Entwickler Mike Jolley und Jay Koster ein, die zuvor am Plugin JigoShop gearbeitet hatten. Nach dem Scheitern von Übernahmegesprächen mit JigoShop verzweigte (forkte) das Team den Code und entwickelte ihn zur eigenständigen Lösung weiter. Am 27. September 2011 erschien WooCommerce 1.0.

Der Zuspruch war unmittelbar: Bis Juni 2013 — also in weniger als zwei Jahren — hatte das Plugin bereits eine Million Downloads erreicht. 2014 waren es bereits vier Millionen. Am 19. Mai 2015 gab Automattic-Gründer Matt Mullenweg in einem Blogbeitrag bekannt, dass sein Unternehmen WooThemes für geschätzte 30 Millionen US-Dollar übernimmt. WooThemes wurde danach in Woo umbenannt und ist seitdem eine Abteilung von Automattic.

Marktposition und Verbreitung

Laut dem WordPress.org-Plugin-Verzeichnis gibt es derzeit mehr als 8 Millionen aktive WooCommerce-Installationen weltweit. 93,7 % aller E-Commerce-Websites, die auf WordPress laufen, setzen auf WooCommerce.

Die Marktanteils-Zahlen schwanken je nach Quelle und Messmethode erheblich: BuiltWith weist für 2025 einen Marktanteil von 13 % unter den meistbesuchten einer Million Websites aus — ein Rückgang gegenüber 16 % im Jahr 2024. Store Leads hingegen kommt auf Basis von 12 Millionen verfolgten Websites zu einem anderen Ergebnis und sieht WooCommerce noch immer klar als Marktführer mit über 35 % Anteil an allen Onlineshops. Der Unterschied liegt vor allem in der Stichprobengröße: BuiltWith konzentriert sich auf die größten Websites, während Store Leads den breiten Markt abbildet.

WooCommerce dominiert eindeutig im Segment der kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Wer einen großen Enterprise-Shop betreibt, entscheidet sich häufiger für Shopify oder spezialisierte Systeme. Das WooCommerce-Plugin wurde bisher über 350 Millionen Mal heruntergeladen, was es zu einem der erfolgreichsten WordPress-Plugins aller Zeiten macht.

WooCommerce und SEO

WooCommerce erbt die SEO-Stärken von WordPress direkt. Du hast volle Kontrolle über URL-Strukturen, Meta-Titel und Meta-Beschreibungen — sowohl für Produktseiten als auch für Kategorieseiten. Im Vergleich zu gehosteten Plattformen wie Shopify ist das ein relevanter Vorteil: WooCommerce erlaubt es, benutzerdefinierte URL-Strukturen ohne Einschränkungen zu gestalten, während Shopify feste Vorgaben wie /collections/ und /products/ erzwingt, was die technische SEO einschränken kann.

Ergänzend dazu lassen sich bekannte SEO-Plugins wie Yoast SEO oder Rank Math direkt einsetzen, die auch Produktseiten optimieren können. Strukturierte Daten (Schema Markup) für Produkte, Bewertungen und Verfügbarkeiten lassen sich flexibel einbinden — wichtig für Rich Snippets in den Suchergebnissen, also die erweiterte Darstellung mit Preis, Lagerstand und Bewertungssternen.

Da WooCommerce auf WordPress basiert, profitierst du außerdem von dessen ausgereifter Blog-Funktion. Content-Marketing-Strategien — also organischer Traffic durch Ratgeber, Kaufguides oder Produktvergleiche auf dem eigenen Blog — lassen sich nahtlos integrieren, ohne ein separates System zu benötigen. In Märkten mit viel Wettbewerb lässt sich mit WooCommerce tendenziell mehr aus dem SEO herausholen als mit Shopify.

Kosten und Betrieb

Das WooCommerce-Kernplugin selbst ist kostenlos. Die tatsächlichen Kosten entstehen an anderer Stelle: Du brauchst ein WordPress-Hosting (mit ausreichend Leistung für Shop-Betrieb), ein SSL-Zertifikat, und je nach Anforderung kostenpflichtige Erweiterungen für Funktionen wie Produktabonnements, fortgeschrittene Versandoptionen oder B2B-Preislisten.

Im Gegensatz zu Shopify fallen bei WooCommerce keine Transaktionsgebühren an die Plattform an. Das macht WooCommerce bei höheren Umsätzen tendenziell günstiger — setzt aber voraus, dass du Hosting, Updates und Wartung selbst organisierst oder von einer Agentur erledigen lässt.

Häufige Fragen

Brauche ich WordPress, um WooCommerce zu nutzen?

Ja. WooCommerce ist ausschließlich als WordPress-Plugin konzipiert und kann nicht eigenständig betrieben werden. Du benötigst also zuerst eine funktionierende WordPress-Installation auf einem eigenen Hosting.

Ist WooCommerce für SEO besser als Shopify?

WooCommerce bietet mehr Freiheit bei technischen SEO-Details: Du kannst URL-Strukturen frei wählen, hast vollen Zugriff auf robots.txt und Sitemaps und kannst Schema-Markup granular steuern. Shopify deckt die Grundlagen ebenfalls ab, schränkt aber bestimmte URL-Muster vor. Für Content-Marketing-lastige SEO-Strategien ist WooCommerce aufgrund der nativen WordPress-Blogging-Funktion im Vorteil.

Wer steckt hinter WooCommerce?

WooCommerce wurde 2011 vom südafrikanischen Unternehmen WooThemes entwickelt und im Mai 2015 von Automattic — dem Unternehmen hinter WordPress.com — für rund 30 Millionen US-Dollar übernommen. Seitdem wird es von Automattic unter der Marke Woo weiterentwickelt.