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World Wide Web (WWW)

cropped klaus kirnbauer

Das World Wide Web (kurz WWW oder einfach „das Web“) ist ein System aus miteinander verlinkten Dokumenten, das über das Internet abrufbar ist. Diese Dokumente – Webseiten – werden mit der Auszeichnungssprache HTML beschrieben, über das Protokoll HTTP übertragen und über eindeutige Adressen, sogenannte URLs, aufgerufen. Obwohl WWW und Internet im Alltag oft als Synonyme verwendet werden, ist das Web technisch gesehen nur einer von mehreren Diensten, die das Internet nutzen.

Entstehung: Eine Idee aus dem Forschungslabor

Die Geschichte des WWW beginnt am 12. März 1989 am Kernforschungszentrum CERN in Genf. Der britische Informatiker Tim Berners-Lee legte seinem Vorgesetzten einen Vorschlag vor, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt Informationen effizienter untereinander teilen könnten. Der handschriftliche Kommentar seines Vorgesetzten Mike Sendall auf dem Deckblatt lautete: „Vague but exciting“ – vage, aber aufregend.

Berners-Lee arbeitete die Idee auf einem NeXT-Computer aus, einem der frühen Produkte von Steve Jobs. Im Oktober 1990 hatte er drei grundlegende Technologien entwickelt, die das Web bis heute tragen: HTML, HTTP und den URL. Am 20. Dezember 1990 ging die erste Website der Welt in Betrieb – gehostet auf Berners-Lees eigenem Rechner am CERN. Diese Seite ist bis heute unter info.cern.ch abrufbar.

Im Jänner 1991 wurde die Software zunächst an CERN-intern verteilt, im August 1991 kündigte Berners-Lee das WWW in öffentlichen Diskussionsforen im Internet an. Der entscheidende Wendepunkt folgte am 30. April 1993: Das CERN stellte die gesamte Web-Technologie lizenz- und patentfrei der Öffentlichkeit zur Verfügung. Diese Entscheidung, das Web nicht zu vermarkten, gilt als einer der wichtigsten Faktoren für seine explosionsartige Verbreitung.

Wie das WWW funktioniert

Wenn du eine Adresse wie https://beispiel-seite.at/kontakt in deinen Browser eingibst, passieren im Hintergrund mehrere Schritte gleichzeitig. Der Browser – als sogenannter HTTP-Client – schickt eine Anfrage (einen HTTP-Request) an den Webserver, auf dem die Seite liegt. Der Server antwortet mit einem HTTP-Response, der den Inhalt der Seite enthält. Läuft alles reibungslos, antwortet der Server mit dem Statuscode 200 OK, und der Browser stellt die Seite dar.

Die Inhalte selbst sind in HTML (Hypertext Markup Language) geschrieben. HTML teilt dem Browser mit, was auf einer Seite steht: Überschriften, Texte, Bilder, Links. Wie das alles aussieht – Farben, Abstände, Schriftarten – bestimmt eine ergänzende Sprache namens CSS (Cascading Style Sheets). Interaktive Elemente, zum Beispiel Formulare oder animierte Inhalte, werden mit JavaScript umgesetzt. Alle drei Technologien – HTML, CSS und JavaScript – laufen im Browser ab, also auf dem Gerät des Nutzers.

Der eigentliche Kern des Webs sind die Hyperlinks: Klickbare Verweise, die von einer Seite zu einer anderen führen – quer durch das gesamte WWW, über Ländergrenzen und Sprachbarrieren hinweg. Ohne diese Links wäre das Web kein Netz, sondern eine Ansammlung isolierter Dokumente. Das Navigieren von Seite zu Seite über Links wird umgangssprachlich als „Surfen“ bezeichnet.

Web und Internet: Der Unterschied

Viele verwenden „Internet“ und „WWW“ als dasselbe – das ist technisch nicht korrekt. Das Internet ist die physische und logische Infrastruktur: ein weltweites Netzwerk aus Computern und Kabeln, das seit den frühen 1970er-Jahren existiert. Das WWW ist ein Dienst, der auf dieser Infrastruktur aufbaut – vergleichbar damit, dass ein Telefonnetz (Internet) auch für SMS (E-Mail), Sprachanrufe (VoIP) oder eben Gespräche (WWW) genutzt werden kann. Andere Internetdienste wie E-Mail, Instant Messaging oder FTP (Dateiübertragung) sind vom Web unabhängig.

Von Web 1.0 zu Web 3.0

Die Entwicklung des Webs lässt sich grob in Phasen einteilen. Das Web 1.0 beschreibt die Anfangsjahre, in denen Webseiten überwiegend statisch waren: reine Textseiten ohne Interaktion, die man lesen, aber nicht bearbeiten konnte. Mit dem Durchbruch des Mosaic-Browsers 1993 – entwickelt von Marc Andreessen am National Center for Supercomputing Applications (NCSA) – wurde das Web erstmals für eine breite Öffentlichkeit zugänglich, weil Mosaic auch Bilder inline darstellen konnte.

Das Web 2.0 bezeichnet die Ära ab den späten 1990er-Jahren, in der Nutzerinnen und Nutzer selbst Inhalte erstellen konnten: Blogs, Foren, soziale Netzwerke. Plattformen wie Wikipedia, YouTube oder Facebook sind typische Web-2.0-Projekte. Das Web wurde vom Einbahnstraßenmedium zum Mitmach-Netz.

Unter dem Begriff Web 3.0 oder „Semantisches Web“ werden derzeit Konzepte diskutiert, die das Web dezentraler machen sollen – unter anderem durch Blockchain-Technologie. Tim Berners-Lee selbst entwickelt seit einigen Jahren das Projekt Solid, das Nutzern mehr Kontrolle über ihre eigenen Daten zurückgeben soll.

Das WWW heute

Im Jahr 1994 gründete Berners-Lee das World Wide Web Consortium (W3C) am Massachusetts Institute of Technology (MIT), das bis heute Web-Standards wie HTML und CSS koordiniert und weiterentwickelt. Dass Berners-Lee seine Erfindung nie patentieren ließ, ist bis heute einer der bemerkenswertesten Züge der Web-Geschichte.

Laut der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) nutzten im Jahr 2024 rund 5,5 Milliarden Menschen das Internet – das entspricht etwa 68 Prozent der Weltbevölkerung. Etwa 2,6 Milliarden Menschen haben nach wie vor keinen Zugang. Das Web ist damit zwar das meistgenutzte Informationssystem der Menschheitsgeschichte, aber noch keine universelle Selbstverständlichkeit.

Bedeutung für SEO

Für die Suchmaschinenoptimierung ist das WWW die Grundlage schlechthin: Suchmaschinen wie Google crawlen (durchsuchen) die verlinkten Seiten des Webs, analysieren deren HTML-Inhalte und stellen sie über Suchergebnisseiten (SERPs) zur Verfügung. Die Struktur des Webs – HTML-Markup, interne und externe Links, URLs, Ladegeschwindigkeit über HTTP/2 oder HTTP/3 – bestimmt direkt, wie gut eine Seite von Suchmaschinen gefunden und bewertet wird.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen WWW und Internet?

Das Internet ist die technische Infrastruktur – ein weltweites Netzwerk aus Computern. Das WWW ist ein Dienst, der auf diesem Netzwerk aufbaut und aus verlinkten Webseiten besteht. Andere Internetdienste wie E-Mail oder FTP sind vom WWW unabhängig.

Wer hat das World Wide Web erfunden?

Der britische Informatiker Tim Berners-Lee erfand das WWW 1989 am Kernforschungszentrum CERN in Genf. Er entwickelte HTML, HTTP und die URL, und verzichtete bewusst darauf, seine Erfindung zu patentieren.

Was bedeutet www am Anfang einer Webadresse?

Das www in einer Adresse wie www.beispiel-seite.at ist eine Subdomain und steht für World Wide Web. Es stammt aus der Frühzeit des Webs und ist heute technisch nicht mehr notwendig – die meisten Websites funktionieren mit und ohne www gleichermaßen.