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Xing

cropped klaus kirnbauer

Xing ist eine Online-Jobbörse und berufliches Netzwerk, das sich auf den deutschsprachigen Markt spezialisiert hat. Die Plattform ermöglicht es Berufstätigen, ein digitales Profil mit Lebenslauf, Fähigkeiten und Berufserfahrung anzulegen und sich mit anderen Fach- und Führungskräften zu vernetzen. Betrieben wird Xing von der New Work SE mit Sitz in Hamburg, die seit Juni 2025 vollständig im Besitz der Hubert Burda Media ist.

Von OpenBC zu Xing

Die Geschichte von Xing beginnt im Jahr 2003, als der Hamburger Unternehmer Lars Hinrichs die Plattform unter dem Namen OpenBC (Open Business Club) gründete. Die Idee dahinter war einfach: die klassischen Business-Clubs aus den Handelszentren der Welt ins Internet übertragen — also ein Ort, an dem sich Fachleute branchenübergreifend vernetzen können, ohne sich physisch treffen zu müssen.

2004 wurden erste Gruppen-Funktionen eingeführt, und die Mitgliederzahl wuchs schnell auf über 500.000. Im Jahr 2006 folgte der Börsengang und gleichzeitig die Umbenennung in XING AG, um die internationale Ausrichtung zu unterstreichen. Damit war Xing eines der ersten deutschen Web-2.0-Unternehmen mit einer eigenen Börsenkotierung.

Ab 2012 konzentrierte sich das Unternehmen bewusst auf den DACH-Markt — also Deutschland, Österreich und die Schweiz. Diese Entscheidung prägt die Plattform bis heute: Während LinkedIn weltweit wächst, hat Xing seine Nische im deutschsprachigen Raum gefunden und dort gezielt ausgebaut.

Ein wichtiger Zukauf folgte Jänner 2013: Xing übernahm das österreichische Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu um zunächst 3,6 Millionen Euro. Kununu hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits als zentrale Plattform etabliert, auf der Arbeitnehmer anonym ihre Arbeitgeber bewerten können — ein Konzept, das später zum Kerngeschäft von Xing werden sollte.

Wie Xing funktioniert

Ein Xing-Profil ähnelt einem digitalen Lebenslauf. Du trägst dort deinen beruflichen Werdegang, deine Ausbildung, deine Fähigkeiten und Kontaktdaten ein. Andere Nutzer — potenzielle Arbeitgeber, Kolleginnen oder Geschäftspartner — können dein Profil aufrufen und dich kontaktieren.

Die Basisversion ist kostenlos, bietet aber eingeschränkte Funktionen. Wer Nachrichten an Personen schicken möchte, die noch nicht in seiner Kontaktliste stehen, braucht eine Premium-Mitgliedschaft. Mit einem Premium-Account lassen sich monatlich bis zu fünf solcher Nachrichten verschicken. Für Recruitingzwecke gibt es eigene Firmenpakete: Unternehmen können Stellenanzeigen schalten, gezielt nach Kandidaten suchen und sich über ein Arbeitgeberprofil präsentieren — das nennt sich Employer Branding.

Xing finanziert sich hauptsächlich über diese Mitgliedsgebühren sowie über Business-Produkte für Unternehmen. Rund 79 Prozent der Einnahmen kommen laut früheren Analysen aus direkten Nutzergebühren — ein deutlich anderes Modell als bei LinkedIn, das stärker auf Werbeeinnahmen setzt.

Strategischer Wandel: Vom Netzwerk zur Jobbörse

Lange war Xing mehr als nur eine Jobplattform. Gruppen, Foren und Events machten es zu einem echten Netzwerk, in dem sich Berufstätige fachlich austauschten. Doch ab 2019 begann eine deutliche Neuausrichtung: Die Betreibergesellschaft benannte sich in New Work SE um — ein Signal, dass man sich weniger als soziales Netzwerk und mehr als Plattform rund um die Arbeitswelt der Zukunft versteht.

Was folgte, war ein schrittweiser Abbau sozialer Funktionen. Anfang 2023 wurden die Xing-Gruppen abgeschafft — für viele Nutzer ein zentrales Feature, das den Austausch in Fachthemen ermöglicht hatte. Gleichzeitig rückte die Jobbörse immer stärker in den Mittelpunkt. Xing ist heute primär eine Plattform, auf der Jobsuchende Stellen finden und Unternehmen Fachkräfte aus dem DACH-Raum ansprechen können.

Diese Neuausrichtung hatte auch wirtschaftliche Konsequenzen: Im Jänner 2024 kündigte New Work SE den Abbau von 400 der damals rund 2.000 Stellen an. Im August 2024 wurde die Aktie nach Jahren an der Börse wieder delistet. Alle Anteile liegen seit Juni 2025 bei Hubert Burda Media.

Xing und LinkedIn im Vergleich

Der wichtigste Unterschied zwischen Xing und LinkedIn liegt nicht in der Funktionsweise, sondern im Fokus. LinkedIn hat im August 2024 rund 24 Millionen Mitglieder allein im DACH-Raum und weltweit etwa 930 Millionen Nutzer. Xing zählte laut eigenen Angaben im September 2025 noch rund 21 Millionen Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Xing punktet für Unternehmen, die gezielt Fachkräfte aus dem deutschsprachigen Raum ansprechen wollen. LinkedIn hingegen eignet sich besser für internationale Vernetzung, Content-Marketing und den Aufbau einer persönlichen Marke über Ländergrenzen hinweg. Wer eine Stelle in Österreich oder Deutschland sucht oder besetzen möchte, findet auf Xing eine konzentrierte Zielgruppe ohne den Streuverlust einer globalen Plattform.

Bedeutung für Online Marketing und SEO

Für das Online Marketing ist Xing vor allem als B2B-Kanal relevant. Unternehmen können gesponserte Beiträge schalten, Display-Werbung buchen oder über ein gepflegtes Firmenprofil organisch Reichweite aufbauen. Da die Nutzer auf Xing ihren echten Beruf, ihre Branche und ihre Position angeben, ist die Zielgruppenansprache sehr präzise möglich — ein Vorteil gegenüber Netzwerken, auf denen Nutzer weniger berufsbezogene Daten hinterlegen.

Für SEO spielt Xing eine indirekte Rolle: Firmenprofile auf Xing erscheinen regelmäßig in den Suchergebnissen von Google, wenn jemand nach einem Unternehmen oder einer Person sucht. Ein vollständig ausgefülltes Profil kann also zur Sichtbarkeit in den organischen Suchergebnissen beitragen, auch wenn kein direkter Ranking-Effekt auf der eigenen Website entsteht.

Häufige Fragen

Was kostet Xing?

Die Basismitgliedschaft bei Xing ist kostenlos. Wer erweiterte Funktionen wie das Schreiben an fremde Nutzer oder mehr Einblick in Profilbesuche möchte, kann eine Premium-Mitgliedschaft abschließen. Für Unternehmen gibt es eigene kostenpflichtige Pakete für Recruiting und Employer Branding.

Was ist der Unterschied zwischen Xing und LinkedIn?

Xing fokussiert sich auf den deutschsprachigen Markt und eignet sich besonders für die Jobsuche und das Recruiting im DACH-Raum. LinkedIn ist international aufgestellt, hat deutlich mehr Nutzer weltweit und bietet stärkere Möglichkeiten für Content-Marketing und globale Vernetzung.

Gehört kununu zu Xing?

Ja. Das österreichische Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu wurde 2013 von Xing übernommen und gehört seitdem zur selben Unternehmensgruppe — heute der New Work SE unter dem Dach von Hubert Burda Media.